Tödliche Gefahr: Fahrgäste setzen bei Abkürzung am Bahnhof Aplerbeck ihr Leben aufs Spiel

hzWeg über die Gleise

Der kürzeste Weg ist immer der direkte - auch am Bahnhof Aplerbeck. Doch in diesem Fall könnte es der direkte Weg in den Tod sein. Jeden Tag spielen Fahrgäste am Bahnhof Aplerbeck mit ihrem Leben.

Aplerbeck

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Es sollte leichter werden für die Fahrgäste durch die Verlegung des Bahnhofs Aplerbeck um rund 100 Meter an die Wittbräucker Straße. Zentraler liegt der Bahnhof nun. Aber hat sich der Aufwand der Verlegung auch gelohnt? Für einige der Zuggäste scheinbar nicht, denn um abzukürzen, nehmen sie in Kauf, ihr Leben aufs Spiel zu setzten und laufen über die Gleise.

Tödliche Gefahr: Fahrgäste setzen bei Abkürzung am Bahnhof Aplerbeck ihr Leben aufs Spiel

Weite Wege sind es auf dem Bahnhof Aplerbeck. Aber sie sind zu schaffen. © Jörg Bauerfeld

„Hier fahren zudem Güterzüge mit erheblicher Geschwindigkeit durch. Ich habe schon hupende Züge erlebt, Jugendliche und alte Menschen, die die Bahngleise queren“, so steht es in einer E-Mail, die ein Leser an die Redaktion schickte.

Barrierefreie Zugänge von beiden Seiten

Auch in der Aplerbecker Politik ist das „Gefahrenpotenzial“ des neuen Bahnhofes Thema, der vor gut fünf Jahren seinen Dienst aufgenommen hat. Man kenne das Problem, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. „Aber wir haben ja dafür Sorge getragen, dass durch die beiden Abgänge hinunter zur Wittbräucker Straße die Möglichkeit gegeben ist, zu entscheiden, an welcher Seite die Fahrgäste hoch zum Bahnsteig wollen.“

Tödliche Gefahr: Fahrgäste setzen bei Abkürzung am Bahnhof Aplerbeck ihr Leben aufs Spiel

Gut zu sehen: Wer von dem einen Bahnsteig auf den anderen möchte, muss außenrum gehen. © Jörg Bauerfeld

Ein Problem sei es sicher für die Fahrgäste, die von Westen kommen. Die hätten im Falle des nördlichen Bahnsteiges (Züge in Richtung Dortmund) einen weiteren Weg zu laufen. Ein Problem, das bei dem alten Bahnhof nicht in dem Maße vorgekommen ist.

Rund 250 Meter, um auf den anderen Bahnsteig zu kommen

Denn der hatte einen Mittelbahnsteig, der von der Hüttenstraße und eben von der Aplerbecker Bahnhofstraße gleichermaßen erreichbar war. Umwege waren hier nicht nötig. Jetzt sieht die Sache anders aus. Wer mit dem Zug aus Richtung Soest oder Schwerte kommt und nach dem Ausstieg am Bahnhof in Richtung Hüttenstraße möchte, der muss einen Weg von rund 250 Metern auf sich nehmen.

Vom Bahnsteig die Treppen oder Rampe hinunter, unter der Brücke Wittbräucker Straße hindurch, und dann in Richtung Westen über die Hüttenstraße. Andersherum das gleiche Prozedere. Ein Weg, der für manche scheinbar zu weit ist.

Tödliche Gefahr: Fahrgäste setzen bei Abkürzung am Bahnhof Aplerbeck ihr Leben aufs Spiel

Auf den nördlichen Bahnsteig (Richtung Dortmund) geht es über eine Rampe oder eine steile Treppe nach oben. © Jörg Bauerfeld

Also, was könnte man machen? Im Prinzip nur an die Vernunft der Menschen appellieren. Die Deutsche Bahn, die an den Bahnhöfen ja die Verkehrssicherungspflicht hat, verweist auf die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). Hier ist klar geregelt, dass das Betreten der Schienen strengstens verboten ist. Warnschilder an den Bahnsteigen dokumentieren das auch eindeutig. Gleichzeitig ist auch klar geregelt, dass das Betreten der Gleise eine Ordnungswidrigkeit darstellt - also nicht nur lebensgefährlich ist, sondern auch teuer werden kann.

Eine Fußgängerbrücke von der Hüttenstraße?

Eine von vielen gewünschte Fußgängerbrücke im Bereich der Hüttenstraße wird es so durch die Deutsche Bahn nicht geben.

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Die Hüttenstraße ist eine Fahrradstraße. Hier könnten Parkplätze entstehen. © Jörg Bauerfeld

Neben der Gefahr durch Personen auf den Gleisen gibt es aber auch ein zweites Problem, das von Bürgern immer wieder angesprochen wird: das Parken. Jetzt ist es so, dass der Bahnhof Aplerbeck keinen eigenen Parkplatz besitzt. Geparkt wird entweder auf der Wittbräucker Straße oder auf der Schüruferstraße.

Und das sorgt immer wieder für Ärger. Ein Vorschlag, der vor allem den Grünen sauer aufstoßen wird, ist folgender: „Wenn man noch mehr für die öffentliche Mobilität tun will, kann man in der blödsinnigen Fahrradstraße (Hüttenstraße) Pendlerparkplätze einrichten“, so ein Leser. „Für die Zugänglichkeit würde das aber auch nicht so viel bringen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Man könne die Idee aber noch einmal in die Fraktionen in der Bezirksvertretung weitertragen, inwieweit es Sinn macht, auf der Hüttenstraße noch einige Park-and-Ride-Plätze einzurichten.

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