Lindenhorster Kirchturm: Alternative für Beteiligung am Denkmaltag

hzTurm aus 12. Jahrhundert

Beim Tag des offenen Denkmals war der Förderverein Lindenhorster Kirchturm stets dabei. Das ändert sich in diesem Jahr. Aktiv bleibt der Verein dennoch auch weiterhin.

Lindenhorst

, 02.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Förderverein Lindenhorster Kirchturm, der sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Sanierung des altehrwürdigen Gemäuers an der Alten Ellinghauser Straße einsetzt, möchte weiter im Fokus des öffentlichen Bewusstseins bleiben. Deswegen hat er sich um eine Sondergenehmigung für einen Infostand am Freitag (4.9.) ab 10 Uhr auf dem Evinger Wochenmarkt zwischen Real und der Bezirksverwaltungsstelle an der Evinger Straße bemüht.

Gerd Grundmann ist der Vorsitzende des Fördervereins Lindenhorster Kirchturm

Gerd Grundmann ist der Vorsitzende des Fördervereins Lindenhorster Kirchturm. © Andreas Schröter

Das sei auch ein bisschen als Ersatz für den Tag des offenen Denkmals am 13. September gedacht, an dem die Lindenhorster in diesem Jahr nicht teilnehmen werden.

Der Vorsitzende Gerd Grundmann (74), der dieses Amt im November 2019 für den erkrankten Dr. Rainer Lichte übernommen hat, sagt: „Das Risiko wäre uns zu hoch gewesen. Wir hätten es schließlich selbst tragen müssen. Unter anderem hätten wir separate Ein- und Ausgänge schaffen müssen.“

100 Radfahrer erkundeten Lindenhorster Kirche

Im vorigen Jahr war der Lindenhorster Kirchturm noch zentrale Anlaufstelle beim Denkmaltag gewesen. Rund 100 Radfahrer - unter ihnen Oberbürgermeister Ullrich Sierau - erkundeten damals den Ort und hatten bei dieser Gelegenheit auch die Möglichkeit, die 2013 entwidmete Kirche mal wieder von innen zu sehen.

„Wir vom Förderverein haben damals tagelang vorher innen saubergemacht“, sagt Grundmann. Auch deswegen zeige sich auch heute noch das Innere der Kirche in einem nicht so verwahrlosten und unsauberen Zustand, wie man es von einem verlassenen Gebäude eigentlich erwarten würde.

Gegen eine Spende bieten die Fördervereins-Mitglieder am Freitag am Stand auch kleine Fensterbilder aus der Kirche an, die ihnen die Evangelische Kirche überlassen habe, so Grundmann.

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Nach Aussagen des Vorsitzenden ist der geplante symbolische Verkauf der Kirche - 1 Euro soll sie kosten - von der Kirche an die Stadt noch immer nicht vollzogen worden. Das soll aber bald geschehen. Er habe nur die Sorge, dass die Schutzplane, die schon jetzt viele Schäden aufweist und jährlich viel Geld kostet, den Turm nicht mehr lange vor Wind und Wetter schützt und dass der Turm dann Wasser ziehe, das seiner Substanz weiter schade.

Wie berichtet, soll auf dem Gelände langfristig ein Kindergarten entstehen, wobei die Kirche mit Turm, der aus dem 12. Jahrhundert stammt und eines der ältesten Gebäude der Stadt ist, erhalten bliebe, das Gemeindehaus aber abgerissen würde.

Eine Anwohnerin hatte neulich wegen der zu erwartenden Ruhestörungen kritisiert, dass der Kindergarten direkt neben dem Friedhof entstehen würde. Dieses Argument lässt Gerd Grundmann nicht gelten. Auf dem Hauptfriedhof gebe es sogar einen Spielplatz.

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