Anwohner klagen über Schwerlastverkehr und fordern endlich Lösungen

hzLkw-Verkehr

Täglich fahren riesige Lkw durch Brechten und Eving. Anwohner leiden zunehmend unter dem hohen Verkehrsaufkommen. Und: Sie fühlen sich im Stich gelassen.

von Irina Höfken

Eving, Brechten

, 12.10.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Beschwerden der Anwohner im Stadtbezirk Eving zum massiven Lkw-Aufkommen auf den Straßen häufen sich. Der Lärm und die Abgase seien eine Zumutung, darüber ist man sich in den betroffenen Stadtteilen Brechten und Eving einig. Dazu kommt das Stauproblem.

Bis zu 100 Laster zählt das Ehepaar Harhoff an der Evinger Straße

Rund um die Uhr brettern die Lkw stetig zwischen Dortmunder und Lüner Hafen hin und her, berichtet das Ehepaar Harhoff, das direkt an der Evinger Straße in Brechten lebt. Eigentlich will das Paar seine Rente genießen. Tatsächlich seien sie im eigenen Zuhause aber nur noch gestresst und genervt.

Die Laster schlängeln sich am Knotenpunkt durch den Brechtener Kreisverkehr - und dann geben sie richtig Gas. „Manchmal nehmen sie noch den Bordstein mit, dann scheppert es besonders laut", beklagt Bernd Harhoff (72). Bis zu 100 Lkw hätten sie an nur einem Tag gezählt, berichten sie.

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Nicht nur, dass die Böden und Fenster stetig vibrierten, hinzu komme, dass der 72-Jährige sich kaum noch alleine vor die Haustür traut. Er ist nahezu blind und dass sich die Lkw weder an das vorgeschriebene Tempo 50 hielten, noch genügend Abstand zum Bordstein, sei besonders für ihn extrem gefährlich. „Wir haben das Gefühl, dass keiner wirklich nach einer Lösung sucht", sagt Helga Harhoff.

Tempolimit und Kontrollen: Die Lösung des Problems?

Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) hat Verständnis: „Ich verstehe absolut, dass das die Anwohner stört." Verringern, wenn auch nicht ganz verhindern, wolle man den Verkehr in Eving. Und das bereits seit mehreren Jahren. Doch eine wirkliche Lösung für das Problem weiß Stens nicht. Zum Gespräch sei er allerdings stets bereit und Ideen nehme er dankend entgegen, sagte er auf Anfrage der Redaktion.

Die Anwohner der Grävingholzstraße verlangen eine Lösung gegen den Lastverkehr in ihrer Straße.

Die Anwohner der Grävingholzstraße verlangen eine Lösung gegen den Lastverkehr in ihrer Straße. © Moschidis

Bernd Harhoff würde sich konkret eine Drosselung des Tempolimits auf der Evinger Straße wünschen oder vermehrte Kontrollen durch die Polizei. Aber auch das scheint nicht das gewünschte Allheilmittel zu sein. Das zeigt sich an der Grävingholzstraße in Eving. Dort fühlt sich Familie Moschidis so, als würde sie direkt an der Autobahn schlafen - trotz Tempo 30. Außerdem ist die Straße nur für Anlieger frei - eigentlich. Denn daran stören sich viele Lkw-Fahrer offenbar nicht.

„Es ist eine Katastrophe", sagt Andrea Moschidis. Obwohl der Bezirksbürgermeister und die Polizei von den Problemen wüssten, ändere sich der Zustand für sie und ihre Nachbarn nicht - im Gegenteil. Es werde immer schlimmer. Und das sei auch für die an der Straße ansässigen Grundschule und Kindergärten problematisch: „So geht es einfach nicht weiter."

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