In Dortmund könnten nach dem neuesten Entwurf des Kanzleramtes zum Beispiel die Buchhandlungen am 8. März wieder öffnen. Allerdings müssten die Länder dieser Lockerung noch zustimmen. © Stephan Schütze
Corona-Gipfel

Lockerungen mit Notbremse: Das bedeuten die Corona-Pläne für Dortmund

Vorsichtige Lockerungen, aber nur mit Notbremse: Vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch rücken die regionalen 7-Tages-Inzidenzen in den Fokus. Dortmund stünde dabei gar nicht schlecht da.

Heute steht der nächste Bund-Länder-Gipfel in Sachen Corona an. Auch wenn die aktuellste Beschlussvorlage vorsieht, dass der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert wird, enthält der Entwurf den Plan für eine schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens. Allerdings ist die Öffnung abhängig von der Infektionsentwicklung.

Hatte die Bund-Länder-Kommission vor drei Wochen noch beschlossen, weitere Öffnungen erst ab einer stabilen 7-Tages-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche zu machen, ist sie nach dem langen Shutdown inzwischen wieder davon abgerückt. Nach der neuesten Beschlussvorlage sollen Lockerungen für Regionen bereits ab einem höheren Schwellenwert möglich werden.

Gelockert werden könnte danach etwa durch Öffnung verschiedener Einzelhandelsbranchen sowie bei den Kontakten, aber nur in Regionen, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 stabil unterschritten wird. Begründet wird die Kehrtwende mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie Schnell- und Selbsttests.

Seit Wochen unter einer Inzidenz von 100

Dortmund läge zurzeit deutlich unter diesem Schwellenwert von 100. Die 7-Tage-Inzidenz liegt für die Westfalenmetropole laut Robert-Koch-Institut am Mittwoch (3.3.) bei 63,4 und ist gegenüber dem Vortag um einen halben Prozentpunkt gestiegen.

Über 100 lag die 7-Tages-Inzidenz in Dortmund laut Stadtverwaltung zuletzt im Zeitraum vom 23. Oktober bis 23. Januar; seitdem nicht mehr. Am 7. November war sie mit 235,8 am höchsten. Vom 11. bis 16. Februar lag sie mit 47, beziehungsweise 49 wieder bei unter 50, pendelt aber seit dem 20. Februar wieder um die 60 mit leicht steigender Tendenz.

Da der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März bestehen bleibt und die angedachte bundesweite Öffnung der Blumengeschäfte bereits in NRW gilt, würde sich für Dortmund auch mit den Lockerungen, sollten sie beschlossen werden, nur wenig ändern. Allerdings könnten laut Beschlussvorlage noch die Buchhandlungen folgen und eingeschränkte Öffnungen des Einzelhandels mit festen Einkaufsterminen.

Lockerung der Kontaktbeschränkungen

Auch die möglichen Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich könnten gelockert werden. Ab Montag, 8. März, sollen sich bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten wieder treffen können, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Beim Unterschreiten bestimmter Inzidenzwerte sollen dann noch größere private Treffen möglich sein.

Die Öffnungsschritte sollen durch die massive Anwendung von Corona-Schnelltests im öffentlichen Leben abgesichert werden. Für eine „Notbremse“ wie sie in der Bund-Länder-Runde bei steigenden Infektionszahlen im Gespräch ist, gäbe es, gemessen an den zurückliegenden Wochen, in Dortmund keinen Anlass.

Laut Deutscher Presseagentur (dpa) soll die Notbremse gezogen werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Mit der „Notbremse“ würden etwaige Öffnungen sowie Lockerungen der Kontaktbeschränkungen regional wieder rückgängig gemacht.

Nächste Lockerung bei Inzidenz von unter 35

Der nächste Lockerungsschritt soll nach dem Beschlussentwurf des Kanzleramtes greifen, wenn der Inzidenzwert stabil unter 35 sinkt. Dann sollen der Einzelhandel, Kultureinrichtungen wie Theater, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos und Sportstätten unter Auflagen wieder öffnen dürfen.

Wenn sich nach dem dritten Öffnungsschritt die Inzidenz zwei Wochen lang nicht verschlechtert, soll die vierte Stufe folgen – die Öffnung der Außengastronomie und der Wegfall mancher Auflagen für den Einzelhandel.

Den Schwellenwert von 35 hat Dortmund zuletzt am 9. Oktober mit 31,4 unterschritten, am 15. September lag er sogar bei nur 7.3.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt