Männer suchten nach käuflicher Liebe und wurden eiskalt bestohlen

hzProzess am Landgericht

Zwei Angeklagte stehen in Dortmund vor Gericht. Zusammen mit einer Frau sollen sie mehrere Freier ausgenommen haben. Tatorte waren die Wohnungen der Männer oder Hotels.

Dortmund

, 26.06.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Dortmunder Landgericht hat am Freitag (26.6.) der Prozess gegen zwei 23 und 24 Jahre alte Männer aus Hagen begonnen. Zusammen mit einer in diesem Prozess noch nicht angeklagten Komplizin sollen sie im Dezember 2019 mehrere Opfer bestohlen hatten, die im Internet nach käuflicher Liebe suchten.

Angeklagte wollen sich äußern

Zu Beginn der Verhandlung wollten sie sich noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Ihre Verteidiger ließen jedoch durchblicken, dass sich das an einem der nächsten Verhandlungstage ändern soll. Grundsätzlich seien ihre Mandanten zur Aussage bereit, hieß es am Freitag.

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Laut Staatsanwaltschaft liefen die kriminellen Machenschaften so ab: Auf einer Internet-Plattform für Kleinanzeigen schaltete die Frau ein Inserat, in dem sie sich als Gelegenheits-Prostituierte ausgab und sexuelle Dienstleistungen anbot.

Äußerte ein Freier sein Interesse, verabredete sie sich mit dem Mann in dessen Wohnung oder in einem Hotel. Dann ließ sie sich von den Angeklagten zum Tatort fahren.

Inserat im Internet

Als die Frau mit dem Freier alleine war, soll sie zunächst die Übergabe des vereinbarten Lohnes gefordert und den Mann dann unter die Dusche geschickt haben. Und nachdem dieser schließlich im Badezimmer war, soll die angebliche Prostituierte mit dem Geld und stellenweise auch noch mit weiteren Wertsachen des Freiers die Flucht ergriffen haben.

Lange Haft droht

Offenbar liefen die Trickdiebstähle aber nicht immer reibungslos ab. Das ist der Grund, warum die beiden 23 und 24 Jahre alten Männer unter anderem auch wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung angeklagt sind.

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Erweisen sich alle Vorwürfe als richtig, droht beiden eine mehrjährige Haftstrafe.

Ein Freier, der die Flucht der Frau bemerkte, soll diese festgehalten und zur Rückgabe des Geldes aufgefordert haben. Laut Anklage ließ er ihr aber immerhin noch die Gelegenheit, die beiden vor der Tür wartenden Komplizen zu informieren. Diese sollen ihm dann den Arm gebrochen haben.

Drohungen am Telefon

Und auch ein Freier in einem Hotel am Burgwall bekam es laut Staatsanwaltschaft mit den beiden Angeklagten zu tun. Die Männer sollen ihn nämlich nach der Flucht ihrer Komplizin kontaktiert und bedroht haben: „Wenn Du nicht willst, dass wir Fotos von Dir veröffentlichen und dann alle wissen, dass Du zu Prostituierten gehst, überweise uns weitere 450 Euro.“ Der Mann zahlte.

Insgesamt sollen die Angeklagten bei Taten in Wuppertal, Essen, Witten und Dortmund einen vierstelligen Betrag erbeutet haben. Mit dem Geld, so steht es in der Anklageschrift, finanzierten sie ihren Lebensunterhalt.

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