Dramatischer Übergriff eines Messer-Täters in Dortmund: Nach dem Urteil dankt er Gott

hz„Allahu Akbar“-Rufe

Er rief „Allahu Akbar“ und bedrohte einen Vater und dessen Sohn mit einem Messer. Nach dem Urteil des Richters sendete der 47-Jährige Angeklagte ein Dankgebet zum Himmel.

Dortmund

, 25.03.2020, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Landgericht hat einen 47-jährigen Mann aus der Nordstadt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Beschuldigte hatte bereits 2018 in einer Grünanlage an der Oestermärsch für Aufsehen gesorgt und einen Vater und dessen Sohn mit einem Messer bedroht. Das Gericht wertete die Tat jedoch nicht als versuchte gefährliche Körperverletzung, sondern als Nötigung.

Der 56-jährige Zeuge hatte vor Gericht einen nicht undramatischen Übergriff geschildert. Er sei an diesem Tag mit seinem Sohn unterwegs gewesen, der eine körperliche Beeinträchtigung habe. Auf dem schmalen Weg der Grünanlage sei ihm dann der Beschuldigte auf dem Rad entgegengekommen. Und als er den Radfahrer dann bitten wollte, Platz zu machen, sei die Situation eskaliert.

Angreifer fuchtelte mit der Waffe rum

„Er rief immer wieder Allahu Akbar“, erinnerte sich der Zeuge in seiner Aussage vor Gericht. Dann habe der Angreifer auch noch ein Messer aus der Tasche gezogen und mit der Waffe in der Luft herumgefuchtelt. Um seinen Sohn zu schützen, hielt der 56-Jährige damals zum Glück ausreichend Abstand. Und nachdem es ihm gelungen war, mit seinem Mobiltelefon die Polizei zu alarmieren, sei der Spuk auch schnell vorbei gewesen.

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Die Richter hatten in dem Prozess vor allem eine Frage zu beantworten: Muss der 47-Jährige wegen einer bestehenden psychischen Erkrankung nicht nur zu einer Strafe verurteilt, sondern darüber hinaus für unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden? Am Ende entschieden sie sich dagegen. Der vom Gericht hinzugezogene psychiatrische Sachverständige diagnostizierte bei dem Mann zwar eine paranoide Schizophrenie. Der 47-Jährige sei jedoch bei weitem nicht so gefährlich, als dass die Allgemeinheit vor ihm geschützt werden müsse.

Beschuldigter gab sich fromm und gläubig

Diesen Eindruck hatte der Beschuldigte während des Prozesses auch immer wieder vermittelt. Zwar hatte er den Zeugen während dessen Vernehmung ständig unterbrochen, allerdings nur, um ihm zu versichern, er habe gar nicht „Allahu Akbar“ gerufen, sondern dem Kind nur „Gute Besserung“ auf Arabisch gewünscht. Darüber hinaus hatte er immer wieder seine Frömmigkeit betont und darauf hingewiesen, wie viel besser die Menschen miteinander auskommen könnten, wenn sie doch nur alle so gläubig und gottesfürchtig wie er wären.

Als Bewährungsauflage legten die Richter fest, dass der 47-Jährige einen gesetzlichen Betreuer bekommt und seine psychische Krankheit bei einem niedergelassenen Arzt behandeln lassen muss. Den Umstand, dass er nicht unbefristet in die Psychiatrie muss, nutzte der Mann dann umgehend, um noch einmal lautstark Gott zu danken.

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