Mann war kein Einzeltäter

Polizist als Zeuge: Zahlreiche weitere Fälle von Betrug mit gefälschten EC-Karten

19.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Der Prozess gegen den mutmaßlichen EC-Karten-Fälscher (56) vor dem Landgericht (wir berichteten) ist möglicherweise nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Ein Polizeibeamter sagte gestern als Zeuge aus: «Der Angeklagte kann definitiv nicht allein gehandelt haben.» Wie es aussieht, war vor drei Jahren in Dortmund eine professionell organisierte Bande von Fälschern und Betrügern unterwegs. Waren die Ganoven einmal in Besitz einer fremden EC- oder Kreditkarte gelangt, dauerte es offenbar nicht lange, ehe sie den Magnetstreifen auf gleich mehrere Karten-Rohlinge kopiert hatten und zum Einkaufen ausschwärmten. An manchen Tagen liefen die Umsätze auf den Konten der Betrugs-Opfer im Minutentakt auf - um 14 Uhr in Wambel und nur eine Minute später in Kley. Der Kommissar: «Das kann natürlich einer alleine nicht geschafft haben.» Eine der «Brutstätten» des Betruges war dabei offenbar ein Hotel im Dortmunder Süden. Hier sollen die Ganoven die Daten von Kunden «abgegriffen» und kopiert haben. Allein der Schaden, der dem jetzt angeklagten Mann zur Last gelegt wird, beläuft sich auf 25 000 Euro. Der Angeklagte hält sich dennoch für weitgehend unschuldig. Vielleicht zwei- oder dreimal will er mit einer fremden Karte tanken gefahren sein, gibt er zu. Allerdings unwissend, dass es sich dabei um einen Betrug handelte. Er hatte die Karte und den Tank-Auftrag angeblich von einem Bekannten erhalten. In den weiteren mehr als 50 Fällen der Anklageschrift hält ihn die Staatsanwaltschaft durch die Unterschriften auf den Belegen für überführt. Am Montag wollen die Richter eine Gutachterin vernehmen: Kommt diese zu dem Ergebnis, dass tatsächlich der Angeklagte geschrieben hat, sieht es schlecht für ihn aus. von

Lesen Sie jetzt