Marodes Bahnhofsgebäude in Kurl: Verkauf kommt nun doch nicht zustande

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Ein Sorgenkind der örtlichen Politik ist seit Langem der Bahnhof Kurl an der Mühlackerstraße. Neben einem großen Problem gibt es nun zumindest eine gute Nachricht.

Kurl

, 26.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein vollkommen marodes, aber denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude, ein unattraktiver Vorplatz, (zum Teil rechtsradikale) Graffiti-Schmierereien allüberall – die Probleme am Bahnhof Kurl an der Mühlackerstraße sind vielfältig. Demgegenüber steht ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der von vielen Menschen – unter ihnen viele Pendler – täglich frequentiert wird.

Bürgerintiative will nicht aufgeben

Seit rund acht Jahren versucht die Bürgerinitiative zum Erhalt des Kurler Bahnhofs die Situation zu verbessern – mit mäßigem Erfolg. Immerhin ist es ihr gelungen, so Mitinitiator Claus Peiler, den Zugang zu den Gleisen mittels einer Rampe barrierefrei zu gestalten.

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Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Für eine wirkliche Barrierefreiheit fehlt noch der Aufzug, der schon längst hätte installiert werden sollen. Laut Deutsche Bahn soll das nun im Juni 2020 geschehen.

Keinen guten Eindruck macht seit vielen Jahren der denkmalgeschützte Bahnhof Kurl. Nun hat die Bahn auch noch den Eingang verrammelt - es gibt links neben dem Gebäude einen anderen Zugang zu den Gleisen

Keinen guten Eindruck macht seit vielen Jahren der denkmalgeschützte Bahnhof Kurl. Nun hat die Bahn auch noch den Eingang verrammelt - es gibt links neben dem Gebäude einen anderen Zugang zu den Gleisen. © Andreas Schröter

Die Hoffnungen der Bürgerinitiative ruhten bislang auf der Schwerter Firma Fensterbahnhof Westhofen, die das Gebäude für einen symbolischen Preis von der Bahn kaufen möchte, um es danach zu sanieren, sodass später eine Bäckerei oder andere Gastronomie einziehen könnte.

Das hat sich jedoch zerschlagen, wie Rolf Hohmann von der Firma Fensterbahnhof jetzt auf Anfrage erklärt. Knackpunkt ist das Rückkaufrecht, das die Bahn fordert. „Wir sanieren doch nicht das Gebäude für 1 Million Euro, nur um es wenig später wieder an die Bahn zurückgeben zu müssen.“ Inzwischen habe sein Unternehmen komplett Abstand von diesem Vorhaben genommen.

Verhandlungen stecken in der Sackgasse

In der Sackgasse stecken auch die Verhandlungen zwischen Bahn und Stadt, was den Bahnhofsvorplatz betrifft. Stadtsprecher Christian Schön erklärt nun auf Anfrage, die Bahn habe Gesprächsbereitschaft signalisiert, was den Verkauf des Geländes für den P+R-Platz betrifft.

Graffiti-Schmierereien im Umfeld des Kurler Bahnhofs stellen seit vielen Jahren ein großes Problem dar

Graffiti-Schmierereien im Umfeld des Kurler Bahnhofs stellen seit vielen Jahren ein großes Problem dar. © Andreas Schröter

In Sachen Graffiti appelliert SPD-Bezirksvertreter Herbert Niehage an die Anwohner, jede Beobachtung sofort an die Polizei oder das Ordnungsamt zu melden. Der Bahnhof Kurl hat das Problem - wie es übrigens auch der S-Bahnhof Brackel hat -, bei Dunkelheit schlecht einsehbar zu sein.

Eine gute Nachricht im Zusammenhang mit der Umgebung des Kurler Bahnhofs gibt es nun doch: Die Verwaltung hat zwei Straßenlaternen aufgestellt, um den kleinen Fußweg durch die Grünanlage an der Mühlackerstraße besser zu beleuchten.

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Dieser Fußweg durch die Grünanlage dient vielen Fahrgästen der Deutschen Bahn als Abkürzung zwischen dem Bahnhof und der Kurler Straße in Richtung der Bahnunterführung.

Die Bezirksvertretung Scharnhorst hatte das im November 2019 auf SPD-Antrag beschlossen und dazu 30.000 Euro aus eigenen Mitteln bereitgestellt.

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