Marodes Bahnhofsgebäude in Kurl: Verkauf stockt wegen Bahn-Wunsch nach einem Rückkaufrecht

hzKurler Bahnhof

Er wolle nicht eine Million Euro für den Bahnhof Kurl ausgeben, nur um ein paar Jahre später wieder an die Bahn zurückgeben zu müssen, sagt ein Investor. Doch es gibt neue Hoffnung.

Kurl

, 31.05.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Menschen aus Kurl und Umgebung fragen sich, wie es eigentlich beim maroden Kurler Bahnhof weitergeht. Bahnsteig und Beleuchtung hat die Bahn im Zuge des RRX-Ausbaus auf einen modernen Stand gebracht, und links vom Hauptgebäude ist eine behindertengerechte Rampe entstanden. Einzig das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude ist nach wie vor in einem erbarmungswürdigen Zustand.

Bekanntlich möchte die Firma Fensterbahnhof Westhofen aus Schwerte das Gebäude - möglichst zu einem symbolischen Preis - kaufen, um es dann zu sanieren. Anschließend soll dort eine Bäckerei und/oder Gastronomie untergebracht werden. Vor fast genau einem Jahr - im Mai 2018 - hatte Geschäftsführer Michael Pfingsten die Hoffnung geäußert, mit dem Umbau bereits in diesem Jahr beginnen zu können.

Marodes Bahnhofsgebäude in Kurl: Verkauf stockt wegen Bahn-Wunsch nach einem Rückkaufrecht

Der Bahnsteig selbst macht seit der Sanierung einen deutlich freundlicheren Eindruck. © Andreas Schröter

Davon ist bislang nichts zu sehen. Wir haben bei Michael Pfingsten nachgefragt. Seine Antwort: „Die Verhandlungen mit der Bahn gestalten sich schwierig.“ Die Bahn habe bislang auf einem Rückkaufrecht bestanden. Das jedoch komme für ihn keinesfalls in Frage, so Pfingsten. „Wir sanieren doch nicht das Gebäude für eine Million Euro oder mehr, nur um es wenig später wieder an die Bahn zurückgeben zu müssen.“ Erst in jüngster Vergangenheit komme etwas Bewegung in die Sache, sodass er nun die Hoffnung habe, die Verhandlungen doch noch zu einem guten Abschluss bringen zu können. Nach wie vor sei seine Firma bereit, die ursprünglichen Pläne umzusetzen.

Marodes Bahnhofsgebäude in Kurl: Verkauf stockt wegen Bahn-Wunsch nach einem Rückkaufrecht

Neben dem Empfangsgebäude ist eine Rampe entstanden. © Andreas Schröter

Auch wollte die Stadt der Bahn den Bahnhofsvorplatz (den Mühlackerplatz) abkaufen, um daraus einen Park & Ride-Platz zu machen. Das ist ebenfalls noch nicht abgeschlossen. Dazu Stadtsprecher Christian Schön: „Konkrete Grundstücksverhandlungen zwischen der DB-AG und der Stadt sind noch nicht aufgenommen worden, da die Verhandlungen zwischen der DB-AG und einem potenziellen Investor für das Bahnhofsgebäude zunächst abgewartet werden sollten.“ Gemeint ist der Fensterbahnhof Westhofen. Es werde nun überlegt, ob der von der Stadt geplante Kauf hiervon entkoppelt wird. Das sei aber noch nicht entschieden.

Der Fensterbahnhof Westhofen ist eine Firma für Haustüren, Rollläden, Fenster, Markisen etc., die ihren Betrieb seit 2002 im über 100 Jahre alten Bahnhof in Schwerte-Westhofen hat.

Marodes Bahnhofsgebäude in Kurl: Verkauf stockt wegen Bahn-Wunsch nach einem Rückkaufrecht

Und so sieht das denkmalgeschützte Empfangsgebäude von außen aus. © Andreas Schröter

Problem in Kurl seien die Denkmalschutzauflagen. Von außen möchten sie das Gebäude so erhalten, wie es ist. Aber innen wären schon einige Änderungen nötig, damit dort etwas Zeitgemäßes entstehen könne – zum Beispiel Dachfenster für mehr Licht.

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