Marsch gegen «Murks»

1000 demonstrierten gegen geplante Auflösung der Versorgungsämter

30.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Einer von ihnen war Klaus Domanski (75), der sich als Inhaber eines Behindertenausweises beim Versorgungsamt bislang gut aufgehoben fühlt. Und nicht nur deshalb sauer über die Pläne des Landes ist, die elf Versorgungsämter aufzulösen und ihre Aufgaben auf die Städte und Gemeinden zu übertragen. «Da geht es um hunderte von Arbeitsplätzen. Und ich leide auch als Dortmunder Bürger, wenn die Stadt wieder zusätzlich belastet wird», sagt Domanski. Damit lag er auf einer Linie mit den Rednern der Protestkundgebung nach dem Demonstrationsmarsch zu Füßen des monumentalen Versorgungsamtsgebäudes an der Rheinischen Straße. Die Wut der Beschäftigten - in Dortmund sind es 260 - mischte sich hier mit den Sorgen der betroffenen «Kunden». «Die Zersplitterung der Versorgungsverwaltung führt unweigerlich zu schlechteren Service-Leistungen, von denen vor allem die mehr als zwei Millionen Behinderten besonders betroffen sind», rief die Landesvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland (SOVD) Marianne Saarholz. Das Ergebnis sei «nicht Bürokratieabbau, sondern Qualitätsabbau.» Mehr als 65 000 Unterschriften haben die 30 Organisationen, die sich zum «Bündnis für den Erhalt der Versorgungsverwaltung» zusammengeschlossen haben, deshalb schon gegen die Pläne des Landes gesammelt. Für Marianne Saarholz ein Zeichen, dass die Regierungspläne dem erklärten Bürgerwillen widersprechen. Zudem habe auch der Landesrechnungshof bescheinigt, dass die Versorgungsverwaltung effektiv und kostengünstig arbeite und es mit der Verlagerung der Aufgaben auf die Kommunen sogar teurer würde, wie der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses Hans-Willi Körfges (SPD) hervorhob. Sein Fazit: «Da wird an der verkehrten Stelle gespart.» Die Gewerkschaften, die gemeinsam mit dem Aktionsbündnis zu der Demonstration aufgerufen hatten, sehen es genauso. «Wir wehren uns nicht gegen Reformen», betonte Günther Wierling von der Gewerkschaft der Versorgungsverwaltung. «Aber das, was das Land hier vor hat, ist Murks.» Oli Nachrichten

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