Das sagen Dortmunder Schüler zur Maskenpflicht im Unterricht

hzCorona und Schule

Im neuen Schuljahr herrscht Maskenpflicht auf dem Schulgelände und im Klassenzimmer. Beschwerden von Eltern über diese Maßnahme werden lauter. Auch die Schüler sehen Verbesserungsbedarf.

Dortmund

, 24.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade in den ersten zwei Wochen nach den Sommerferien mussten Schülerinnen und Schüler in Dortmund hinter ihrem verpflichtenden Mundschutz im Unterricht schwitzen.

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Zuletzt wurden immer wieder Stimmen von Eltern laut, die sich eine Alternative für die Maskenpflicht in der Schule wünschen. Wir haben bei zwei Schulen nachgefragt, was die Schülerschaft selbst von ihrer momentanen Schulsituation hält.

Masketragen wird zur Gewohnheit

Harriet Eser (17) ist Schülersprecherin am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Dortmund. „Gerade die ersten Tage waren anstrengend, weil es auch sehr heiß war draußen“, sagt Eser. „Nach acht Schulstunden waren die Schüler wirklich fertig.“

Harriet Eser ist Schülersprecherin am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Dortmund.

Harriet Eser ist Schülersprecherin am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Dortmund. © Schule

Mittlerweile sei es für sie und den Großteil ihrer Mitschüler aber in Ordnung, den Mundschutz im Unterricht und auf dem Schulgelände zu tragen. „Man gewöhnt sich schnell an das Masketragen“, sagt die Schülersprecherin.

Auch sei das Verständnis für die Einführung der Maskenpflicht da: „Die Schüler verstehen, dass es zum Schutz ihrer Mitschüler wichtig ist, einen Mundschutz zu tragen.“

Schülerschaft wünscht sich Maskenpflicht für Lehrer

Einige Schüler am „Käthe“ seien sogar mit dem Wunsch auf die Schülervertretung zugekommen, dass auch die Lehrer zum Masketragen verpflichtet werden sollen. Bisher sind Lehrer von der Maskenpflicht befreit, da sie vorne an der Tafel meist den Mindestabstand zu den Schülern einhalten können.

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„Es trägt etwa die Hälfte der Lehrerschaft aus Solidarität mit den Schülern eine Maske“, sagt Eser. Bei der nächsten Lehrerkonferenz möchte die Schülervertretung dieses Anliegen der Schüler vortragen. „Mehr als unsere Lehrer höflich bitten, können wir jedoch nicht“, sagt Eser.

Insgesamt beschreibt die Schülersprecherin des Gymnasiums die Stimmung der Schüler als positiv: „Die meisten Schüler sind super glücklich, dass der Präsenzunterricht wieder stattfindet. Wir brauchen die Struktur und auch das soziale Umfeld. Trotzdem wäre es gerade an heißen Tagen schön, wenn der Unterricht digital stattfinden würde.“

Verständnis für Maskenpflicht am Berufskolleg

Tobias Bläser (17) und Tristan Schöning (24) sind Schülersprecher am Robert-Bosch-Berufskolleg in Dortmund. Einige ihrer Mitschüler beschweren sich über die Maskenpflicht.

„Es wird auf Dauer schon ziemlich warm unter der Maske“, sagt Bläser. Trotzdem sei das Verständnis für eine Maskenpflicht bei den Mitschülern sehr hoch.

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Die Schülersprecher berichten, dass sich auf dem Schulgelände alle an die Maskenpflicht halten würden. „Sobald die Schüler jedoch das Schulgelände verlassen, nutzen sie die erste Gelegenheit, sich die Maske vom Gesicht zu reißen und sammeln sich dann in größeren Gruppen direkt vor dem Schulgelände“, sagt Bläser. „Das verfehlt natürlich den eigentlichen Sinn der Maskenpflicht.“

Schulleitung offen für Anliegen der Schüler

Dieses Problem hat die Schülervertretung bereits ihrer Schulleitung dargelegt. „Die Schule will sich jetzt mit der Stadt in Verbindung setzen, um für das Problem eine Lösung zu finden“, sagt Schöning.

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Außerdem sollen die Klassenlehrer gebeten werden, erneut an die Schüler zu appellieren, zu große Gruppenbildungen auch außerhalb des Geländes vermeiden.

Trotz Maske glücklich über stattfindenden Unterricht

Die Schüler des Berufskollegs haben ein weiteres Anliegen an die Schulleitung gebracht: „Wir wünschen uns mehr Unterricht draußen“, sagt Schöning. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen könne man draußen mehr frische Luft schnappen als im heißen Klassenzimmer.

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Insgesamt seien die Schüler froh, dass der Präsenzunterricht wieder stattfindet. „Ich persönlich finde es sehr angenehm, wieder in der Schule zu sein. Mir haben ein fester Tagesablauf, die sozialen Kontakte und auch der schnelle Austauch mit den Lehrern bei Nachfragen gefehlt“, sagt Tobias Bläser.

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