Mehr Bienenweiden für Brackel: Bald gibt’s kostenloses Saatgut

Natur und Umwelt

Der Stadtbezirk Brackel ist in Sachen Bienenweiden ein Vorreiter in Dortmund. Nach dem Erfolg im vorigen Jahr wollen die Initiatoren sich auch in diesem Jahr für die Bienen einsetzen.

Brackel

, 13.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Brackeler SPD-Bezirksvertreter Holger Knöpker setzt sich für Bienenweiden und Insektenhotels ein

Der Brackeler SPD-Bezirksvertreter Holger Knöpker setzt sich für Bienenweiden und Insektenhotels ein. © Andreas Schröter

Ein Projekt, das im vorigen Jahr zum großen Erfolg geworden ist, geht weiter: der Einsatz der Bezirksvertretung Brackel für mehr Bienenweiden. Am 28. März ab 10 Uhr verteilen die Politiker vor der evangelischen Kirche wieder kostenloses Saatgut für gebietstypische Pflanzen.

Einer, der sich bei der SPD für dieses Thema besonders engagiert, ist der Bezirksvertreter Holger Knöpker (49): „Ich weiß noch, als wir im vorigen Jahr bei einer ähnlichen Aktion sehr unsicher waren, ob sich dafür überhaupt jemand interessiert, und dann haben uns die Leute das Saatgut fast aus der Hand gerissen.“ 25.000 Quadratmeter Insektenweiden seien 2019 realisiert worden.

So sah die Bienenweide am Schulzentrum Grüningsweg im vorigen Jahr aus

So sah die Bienenweide am Schulzentrum Grüningsweg im vorigen Jahr aus. © Karl-Heinz Czierpka

Schön sei, dass dieser Einsatz auch zur Folge gehabt habe, dass andere auf das Thema aufmerksam geworden und ihrerseits aktiv geworden seien. Beispielsweise habe die Stadt bei der Sanierung des Stadtteilparks in Wambel eine solche Wildblumenwiese am Wambeler Pilz angelegt. Anwohner, die sich zunächst über das in ihren Augen ungepflegte Stück Grün aufgeregt hatten, seien sehr einsichtig gewesen, wenn man ihnen den Sachverhalt erklärt habe.

Hobbyimker kennt die Befindlichkeiten von Bienen

Holger Knöpker ist selbst seit sechs Jahren Hobby-Imker und kennt sich insofern mit den Befindlichkeiten der Tiere aus. Problem sei, dass wegen des Klimawandels die relevanten Blumen immer früher im Jahr blühen und dass deswegen im Sommer/Herbst eine Zeit entstehe, in der kaum noch etwas blühe, das für Bienen und Hummeln interessant sei. Für die Bienen, die von einem Imker betreut werden, ist das weniger problematisch, da der Imker in einem solchen Fall zufüttern könne. Anders sehe das bei Wildbienen aus.

Es gibt zwei Arten von Insektenhotels, die demnächst in Brackel zu sehen sein werden. Die größeren gehen an Schulen, die kleinen sind für 40 Euro käuflich zu erwerben

Und so sieht ein komplett eingerichtetes Insektenhotel aus. © Bezirksvertretung Brackel

Die Initiatoren wollen in diesem Jahr ihr Engagement um das Projekt „Insektenhotels“ bereichern. Alte Gerüstbohlen dienen dabei als Grundlage. Die Füllung unterscheide sich deutlich von denen gekaufter Hotels, es gebe kein Heu, Stroh, keine Sägespäne, Holzschnitzel oder Tannenzapfen. Das alles locke Ohrenkneifer an. Und das seien natürliche Feinde der Bienen.

Bei der Auswahl der richtigen Inneneinrichtung habe der Imkerverein Husen-Kurl mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Die größeren Insektenhotels sollen den Schulen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich gibt es einfachere und kleinere Gebäude (Arbeitsbegriff: „Absteigen“), die in begrenzter Stückzahl beim Aktionstag für 40 Euro angeboten werden.

Der Brackeler Tischler Joachim Jäger zimmert die Insektenhotels zusammen

Der Brackeler Tischler Joachim Jäger zimmert die Insektenhotels zusammen. © Andreas Schröter

Mit dabei sind unter anderem die Tischlerei Jäger als Hersteller der Hotelgebäude sowie Gerüstbau Bönninger als Lieferant der alten Bohlen. Für das gesamte Informations- und Werbematerial zeichnet das RK-Designbüro Kreutner verantwortlich.

Jetzt lesen
Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt