Randale und Pöbeleien: Polizei will Auge auf Aplerbeck behalten

hzAplerbecker Ortskern

Vor einigen Wochen sorgten jugendliche Randalierer für Unruhe im Aplerbecker Ortskern. Es gab Pöbeleien und Raubüberfälle. Die Polizei zeigte Präsenz – mit Erfolg, wie sie sagt.

Aplerbeck

, 13.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht war es durch Corona bedingt, dass einige Jugendliche aus einer 40-köpfigen Gruppe heraus straffällig wurden. Allein im Mai gab es elf Straftaten, was ungewöhnlich hoch für Aplerbeck ist. Dabei kam es zu Pöbeleien, und auch Handys und Geld wurden geraubt. Besonders die Emschergasse war wohl ein „Hotspot“.

Schnelle Reaktion der Polizei

„Wir haben schnell und massiv Maßnahmen ergriffen“, erläutert Polizeipräsident Gregor Lange nach einem Rundgang, auf dem er sich mit dem zuständigen Inspektionsleiter, Polizeidirektor Johannes Schulte, und einem Bezirksbeamten der Polizeiwache Aplerbeck, Polizeihauptkommissar Andreas Landwehr, den Wachbereich zeigen ließ. Beim Rundgang sei nichts aufgefallen, was sich auch mit der Statistik decke.

„Es gab Pöbeleien, die die Bürger eingeschüchtert haben“, beschreibt Polizeipressesprecherin Dana Seketa. So wurde ein 13-Jähriger aufgefordert, Geld zu geben. Dabei wurde ihm seine Schutzmaske heruntergerissen und ihm gesagt, man werde sich wiedersehen. Andere Jugendliche wurden mit einem Schlagstock bedroht oder sogar einem Messer, um Geld oder Kopfhörer zu übergeben.

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Lange lobte die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Ordnungsamt, dem Haus des Jugendrechts und der Jugendarbeit. „Wichtig war auch die Zusammenarbeit innerhalb der Polizei“, ergänzt Schulte. Der Haupttäter konnte festgenommen werden. Der Aplerbecker Ortskern habe eine hohe Lebensqualität und zähle zu den sichersten Standorten in Dortmund, was man auch erhalten wolle.

Haupttäter konnte festgenommen werden

„Wir haben die Präsenz vor Ort verstärkt“, beschreibt Landwehr. Unter anderem gab es eine mobile Wache am Marktplatz. Die Festnahme des Haupttäters habe auf die anderen Jugendlichen wohl Eindruck gemacht. „Sie haben sich zurückgezogen.“

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„Falsche Vorbilder können schnell zu falschem Verhalten führen“, so Schulte. „Jugendliche scheinen ‚abziehen‘ für ein Kavaliersdelikt zu halten.“ Es sei aber nun mal eine Straftat. Generell seien Jugendliche aber kein besonders großes Problem aus Sicht der Polizei.

Verschiedene Maßnahmen haben laut Polizei Wirkung gezeigt. Auf dem Marktplatz wurden Poller entfernt, damit ein Streifenwagen die Täter bei Bedarf besser verfolgen könne. Aber auch die Jugendarbeit helfe, Probleme mit Teenagern in den Griff zu bekommen. Die Mitarbeiter seien regelmäßig vor Ort, so Landwehr.

Polizei will Aplerbeck im Blick behalten

Die Polizei will den Bereich nach eigenen Aussagen weiter im Auge behalten. „Wir behalten beide Möglichkeiten – sanktionieren und vorbeugen – im Blick“, erklärt Lange. Sanktionen dienten der Abschreckung, Vorbeugen helfe, kriminelle Karrieren zu unterbinden. Dazu zähle auch das Programm „Kurve kriegen“.

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