„Mein Plan für Dortmund“: Was OB-Kandidat Hollstein (CDU) verbessern will

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Unsere Online-Umfrage zur Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung hat auch den OB-Kandidaten wichtige Erkenntnisse gebracht. Dr. Andreas Hollstein (CDU) zieht folgende Schlüsse daraus.

Dortmund

, 22.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Ob zum Zustand der Straßen, zu Bussen, Bahnen und Baustellen, zu Kitas und Kulturangeboten, zu Sicherheit und Sauberkeit, zu den Bürgerdiensten, Schulen und Wohnen – die Ergebnisse unserer Online-Umfrage zur Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung haben auch für die Oberbürgermeister-Kandidaten wichtige Erkenntnisse gebracht.

Sie entscheiden zwar nicht allein, aber sie haben – sollten sie in das höchste Amt der Stadt gewählt werden – Einfluss auf das, was geplant und umgesetzt wird. Wir haben die Kritik und Wünsche der Dortmunder in zehn Fragen zusammengefasst und die Kandidaten gefragt, wie sie damit umgehen wollen.

Das ist der Plan von Dr. Andreas Hollstein, OB-Kandidat der CDU:

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie dafür sorgen, dass künftig in Dortmund ausreichend bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen?

Immer mehr Menschen wollen nach Dortmund und gleichzeitig ziehen viele Familien ins Umland. Dieses Problem anzugehen, ist eine dringende Aufgabe für mich, um die ich mich persönlich kümmern werde. Wir brauchen in allen Bereichen des Wohnungsbaus bezahlbare Angebote. Dafür müssen wir jährlich 2.500 neue Wohneinheiten schaffen, möglichst 1.000 davon für junge Familien. Flächenbevorratung, schnellere Baugenehmigungen und die Intensivierung der Gespräche mit den Akteuren sind notwendig. Daneben müssen zusätzlich Dachgeschoss-Ausbauten und Aufstockungen ermöglicht werden.

Unsere Bürger halten die Stadt für viel zu schmutzig. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Sauberkeit erhöht wird?

Die Sauberkeit unserer Stadt ist ausbaufähig. Gerade die beliebten Parks und Plätze haben hier ein Problem. Hier muss durch verstärkte Reinigungsintervalle angesetzt werden, aber auch Sensibilisierung ist wichtig. Müllhalden und Verunreinigungen sind zügig zu beseitigen, Verstöße konsequent zu ermitteln und zu ahnden. Teilweise kann Begleitgrün auch in Wildblumenwiesen umgestaltet werden. Dies sieht gut aus, erhöht die Sauberkeit und ist positiv für die Natur.

Über 80 Prozent der Dortmunder finden, dass Bauarbeiten an öffentlichen Gebäuden und Straßen viel zu lange dauern, fast genau so viele bemängeln eine miserable Koordination. Wie wollen Sie das ändern?

Bauarbeiten behindern immer. Doch das Management kann deutlich verbessert werden. Ich möchte in der Verwaltung eine digitale Plattform einführen, die in Hamburg bereits im Einsatz ist und die Bauträger permanent sowie besser koordiniert. Mit ein bis zwei Stellen möchte ich insbesondere die Kommunikation zu den Bürgerinnen und Bürgern verbessern. Hierzu soll u. a. eine „Hotline“ eingerichtet werden. Vor Ort soll man wissen, was kommt. An verkehrswichtigen Stellen muss zudem mehr mit zeitlichen Befristungen gearbeitet werden.

Mehr als die Hälfte der Dortmunder fühlen sich nicht sicher, vor allem in der Innenstadt. Wie wollen Sie das ändern?

Ich möchte die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei ausbauen, die sich bewährt hat. Die unbesetzten Stellen im Stellenplan sind endlich zu besetzen. Der Ordnungsdienst muss verstärkt und in allen Stadtbezirken sichtbar sein. Da auch die Präsenz bei Veranstaltungen und eine gute Erreichbarkeit in den Randzeiten sichergestellt werden müssen, sind hier zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Daneben beseitigen neue Beleuchtungskonzepte Angsträume in unserer Stadt. Ich möchte eine zentrale Ansprechperson für die Bürgerschaft in der Ordnungsverwaltung schaffen.

Der schlechte Zustand der Dortmunder Straßen ist seit Jahren für viele Bürger das Ärgernis Nummer 1. Wie wollen Sie das Problem endlich lösen?

Für die Bundes- und Landesstraßen sehe ich es als meine Aufgabe, die Verhandlungen mit dem Land NRW zu intensivieren, um mehr und schnellere Erneuerung zu erreichen. Auch für die kommunalen Straßen gilt: Hier besteht viel Nachholbedarf. Gerade da, wo auch Fahrradstreifen im Straßenquerschnitt angelegt sind, besteht vordringlicher Handlungsbedarf. Hierfür ist ein digitales Straßenzustandskataster zu erstellen. Die Straßeninstandsetzung soll mit mindestens 35 Mio. € jährlich (Höhe der Abschreibungen) im Haushalt verankert werden.

Über 60 Prozent der Dortmunder sind unzufrieden mit den Bürgerdiensten. Vor allem Wartezeiten, unfreundliche Mitarbeiter und schlechter Service werden kritisiert. Wie sieht Ihr Konzept aus, um den Bürgerservice zu verbessern und die Zufriedenheit zu erhöhen?

Die Wartezeiten bei den Bürgerdiensten sind nicht akzeptabel. Hier müssen auch die Prozesse auf den Prüfstand. Mit stärkeren digitalen Angeboten und mit mehr Personal möchte ich die berechtigten Kritikpunkte der Bürgerschaft beseitigen.

Viele Dortmunder bemängeln die schlechte IT-Ausstattung der Schulen, gerade auch nach den Erfahrungen in der Corona-Pandemie. Wie wollen Sie die IT-Infrastruktur der Schulen verbessern und dauerhaft auf einem aktuellen Stand halten?

In der Zeit von Corona haben wir gesehen, wie wichtig digitale Möglichkeiten für die Schulen heute sind. Durch Förderprogramme ergeben sich viele Möglichkeiten. Alle Schulen brauchen einen Breitbandanschluss und in den Gebäuden zeitgemäße Netze und Endgeräte (auch Whiteboards). Um Schülerinnen und Schülern einen gleichberechtigten Zugang zu digitaler Bildung zu ermöglichen, müssen alle ein digitales Endgerät nutzen können. Insoweit begrüße ich das Sofortprogramm der Landesregierung, das die Förderung von Leihgeräten für Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwächeren Familien ermöglicht.

Viele Dortmunder wünschen sich eine lebendigere freie Kulturszene, mehr Open-Air-Veranstaltungen und ein attraktiveres Ausgeh-Angebot. Mit welchen Maßnahmen werden Sie die freie Szene und die Ansiedlung von Tanz- und Gastronomiebetrieben fördern?

Unsere Stadt hat ein Kulturangebot von höchster Qualität. Bürgerschaftliches Engagement in der Kultur ist daneben ein wichtiger Baustein und muss gefördert werden. Auch die alternative Gastronomie, die Club-, Musik-, Kunst- und Theaterszene muss stärker unterstützt werden. Gute Ideen für Open-Air-Veranstaltungen sollen, nicht nur nach Corona, auf eine Ermöglichungskultur im Rathaus treffen. Dazu möchte ich einen Gesprächskreis „Junges und lebendiges Dortmund“ einrichten. Um mit Betreibern und Anwohnerinnen und Anwohnern im dauerhaften Austausch zu bleiben, will ich eine Ansprechperson („Nachtbürgermeister(in)“) schaffen. Von einem bürgerschaftlich organisierten Gründungsfond für gewerbliche Angebote erhoffe ich mir weitere Dynamik.

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Fast 90 Prozent der Dortmunder wünschen sich, mehr ihrer Anliegen digital erledigen zu können. Wie werden Sie die digitale Verwaltung in den nächsten fünf Jahren ausbauen?

Die gesetzliche Vorgabe für die Stadt sieht vor, bis 2022 alle Akten digital zu führen. Natürlich ist es dabei auch mein Ziel, dass die Bürgerinnen und Bürger so viele Vorgänge wie möglich digital von zu Hause aus erledigen können. Wichtig ist dennoch, dass für Menschen ohne digitale Zugänge auch weiterhin ein analoges Angebot vorgehalten wird.

Insgesamt zeigt sich, dass die Arbeit der Verwaltung für fast die Hälfte der Dortmunder verbesserungswürdig ist. Welche der Punkte gehen Sie in Ihrer Amtszeit mit Priorität an?

Alle bereits beschriebenen Aufgaben sind wichtig, um Dortmund fit für die Zukunft zu machen. Besondere Bedeutung haben für mich die Themen Wohnen, Mobilität und Sicherheit. Entscheidend ist dabei, dass ich die Aufgaben gemeinsam mit der Verwaltung, aber insbesondere auch den Bürgerinnen und Bürgern angehen möchte. Mein Motto „Dortmund. Gemeinsam. Anpacken.“ ist mein zentrales Anliegen.

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