Meister des brillanten Tons schuf Kristallklänge

13.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Meister des brillanten Tons schuf Kristallklänge

<p>Ariel Zuckermann. Foto</p>

Erst seit 2007 ist Ariel Zuckermann Chefdirigent des Georgischen Kammerorchesters. Und mit seinem genauen Dirigat ist der 34-Jährige dabei, bei dem Ingolstädter Ensemble neue Maßstäbe zu setzen - auch gestern in der Matinee der Mozart-Gesellschaft im Konzerthaus.

Routiniers sind die Musiker des Orchesters; das unterscheidet sie von Ensembles, die mit jüngeren Musikern und einem frischem, unbekümmerten Spiel bei der Mozart-Gesellschaft aufgetrumpft haben. Zum Solisten, dem russischen Pianisten Boris Giltburg, hätte etwas mehr Spontaneität gut gepasst. Einen glockenklaren Anschlag hat der 23 Jahre junge Stipendiat der Mozart-Gesellschaft, frisch und lebendig spielte er Mozarts 15. Klavierkonzert KV 450 - mit kristallklaren Tönen im 1. Satz, einem sehr klar auf die Tasten getupften musikalischen Pointillismus im Rondo und vielen Nuancen im Anschlag im langsamen Variationensatz. Als Meister des brillanten Tons wird man Giltburg in Erinnerung behalten.

An dem arbeitet Zuckermann mit seinem genauen Dirigat noch. Rokokohafte Grazie entlockte er seinen Musikern in Mozarts Sinfonie Nr. 34 KV 338 - noch etwas mehr von dem überschwänglichen Geist und Spiel, das aus dem Finale klang, hätte man der Sinfonie gewünscht.

Haydns letzte Londoner Sinfonie hatte diesen Esprit im Finale. In den anderen Sätzen imponierten mehr die sorgsame musikalische Ausarbeitung des Orchesters und Zuckermanns kluge dynamische Schattierungen. Auch wenn der letzte Funke, der die Musik zum Zünden bringt, noch fehlte: Mit seinem genauen Dirigat kann Zuckermann das Orchester noch weiter entwickeln. JG

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