Spritzen, Flaschen und Exkremente auf dem Schulhof - Mengeder Schulen kämpfen gegen Müll

hzMüllproblem

Nach dem Wochenende gleicht der Schulhof der Mengeder Haupt- und Grundschule einem Schlachtfeld. Nun haben die Schulen einen Antrag auf öffentliche Reinigung gestellt.

Mengede

, 16.09.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Antrag war schon in der Tagesordnung der Mengeder Bezirksvertretung. Doch reicht das für den Ernst der Lage? Nein. In der Einwohnerfragestunde melden sich Grundschüler der Overberg-Grundschule zu Wort. Die Bezirksvertreter komplett versammelt, die Zuhörerreihen rappelvoll, Berichterstatter sind auch noch da. Das flößt Respekt ein, aber keine Furcht.

„Unser Schulhof ist ganz dreckig“, berichtet die Schülerin. „Die Wände wurden bemalt und morgens sind ganz viele Scherben da. Wir können gar nicht viel spielen und sind immer traurig.“ Kinder lernen Demokratie, verschaffen sich Gehör. Eine Sternstunde. Ein Mitschüler steht auf. Denn eines muss er noch klar stellen: „Wir behaupten nicht, dass das die Hauptschüler waren.“ Sie sitzen schließlich in einem Boot.

Nach dem Wochenende bietet sich ein Bild des Grauens

„Manchmal fragen wir uns, ob wir die Schule überhaupt öffnen können, weil der Schulhof für die Kinder nicht sicher ist. Wir finden Spritzen im Rindenmulch, es wurde auf den Schulhof gepinkelt, überall liegen Scherben und Müll und neuerdings erledigen die Fremdnutzer auch ihr großes Geschäft auf dem Schulhof“, erzählt Britta Oestreicher, Rektorin der Hauptschule. Nach dem Wochenende böte sich häufig ein Bild des Grauens. Dann muss der Hausmeister erst einmal Großreinemachen, bevor er sich seinen eigentlichen Aufgaben widmen kann. Der Grad der Verschmutzung hänge stark vom Wetter ab. Nach dem Michaelisfest sei der Zustand des Schulhofes besonders katastrophal gewesen. Die Overberg-Grundschule und die Jeanette-Wolff-Hauptschule am Mengeder Markt teilen sich einen Schulhof und einen Hausmeister. Da der nun an seine Grenzen stößt, haben die Schulen einen Antrag auf regelmäßige Reinigung durch die EDG gestellt. Das Urteil der Stadt steht noch aus.

Der Hausmeister ist keine Reinigungskraft

„Der Hausmeister ist für die Belange der Schüler da und nicht als Reinigungskraft für die Menschen von außerhalb. Für seine eigentlichen Aufgaben bleibt kaum Zeit, wenn er auch noch die ganzen Spuren des Wochenendes beseitigen muss. Sein Arbeitstag hat schließlich auch nur acht Stunden“, so Oestreicher.

Bis Mai hatte er noch zwei Hilfskräfte vom Arbeitsamt an seiner Seite. Da diese Maßnahme aber ausgelaufen ist, wurden die Stellen gestrichen und er muss sich alleine um beide Schulen und den großen Schulhof kümmern. Auf dem Gelände gibt es viele Pflanzen, die gepflegt werden müssen. Schulen mit einer größeren Innenfläche werden weiterhin mit Hilfskräften versorgt.

Das Müllproblem gäbe es schon immer. Seit dem Umbau des Schulhofes im vorletzten Herbst habe es sich jedoch noch einmal verstärkt. Durch neue Sitzmöglichkeiten sei in den Abendstunden nun mehr Betrieb auf dem Schulhof. „Wir können das Gelände nicht komplett verriegeln, das ist klar und auch in Ordnung so. Aber dann sollte das öffentliche Gelände auch durch die Stadt gereinigt werden“, findet Oestreicher.

Nach dem Wochenende soll geschrubbt werden

Die Schulen wünschen sich eine Reinigung durch die EDG nach dem Wochenende: „Die könnten mit ihren Schrubberwagen über den Schulhof fahren, so wie sie es auch auf dem Marktplatz machen“, schlägt die Rektorin der Hauptschule vor.

Auch der Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch hofft auf eine baldige Besserung der Zustände. „Wir haben gemeinsam mit den Schulleiterinnen Petra Kahle und Britta Oestreicher einen Antrag auf den Weg gebracht. Wie lange sich die Bearbeitung hinzieht, liegt nun an der Stadtverwaltung. Ideal wäre eine Begehung der Flächen durch Wachleute, damit die Verschmutzung erst gar nicht entsteht. Dieser Vorschlag wurde aber bereits abgelehnt. Auf unsere kurzfristige Anfrage zum Status des Antrages hat die Stadt sich noch nicht geäußert.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt