Metropolradruhr will freie Abstellzonen in Dortmund - Irritationen bei neuen Rädern

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Metropolradruhr modernisiert seine Leihrad-Flotte in Dortmund. Die neuen Räder verleiten einige Kunden dazu, sie abseits der Stationen abzustellen. Doch das ist nicht erlaubt – noch nicht.

Dortmund

, 28.11.2019, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unternehmen Nextbike hat seine Metropolradruhr-Flotte in Dortmund mit 380 neuen Rädern modernisiert. Bis kommenden März sollen die insgesamt 500 Leihräder vollständig ausgetauscht sein.

Die neuen Räder sind nach Angaben des Unternehmens gut ein Kilo leichter als die alten. Die wesentlichste Veränderung ist aber das smarte Rahmenschloss, das sich bei der Ausleihe über die App automatisch öffnet. Es hat einen GPS-Sender, der den Abruf des Standortes in Echtzeit ermöglicht.

Metropolräder müssen weiter in Stationen abgestellt werden

Bei einigen Nutzern des Bike-Sharingdienstes ist durch dieses Schloss der Eindruck entstanden, man könne die Räder nun wie die E-Scooter überall abstellen. Allerdings ist Metropolradruhr in Dortmund weiterhin ein stationsbasiertes System, erklärt Nextbike-Sprecherin Mareike Rauchhaus.

Das heißt, trotz der smarten Schlösser müssen die Nutzer die Räder weiterhin an den dafür vorgesehenen Stationen abgeben. Über 80 davon gibt es auf dem Dortmunder Stadtgebiet. Machen die Nutzer das nicht, kostet das 20 Euro.

Das habe das Unternehmen so auch kommuniziert, sagt Rauchhaus. "Beim ersten Mal sind wir da aber kulant. Da gibt es nur eine Ermahnung." Beim zweiten Mal werde dann die Gebühr fällig. "Die Nutzer haben aber jeweils die Möglichkeit, das Rad erneut auszuleihen und es zu einer Station zu fahren", erklärt Rauchhaus. "Dann bekommen sie das Geld zurückgebucht."

Flexzonen sind auch eine Idee für das Ruhrgebiet

In anderen Städten gibt es bereits Flexzonen, also bestimmte Areale, in denen die Nutzer ihre Räder überall abstellen können. Dieses System gibt es auch bei den E-Scootern.

In Düsseldorf sind die Flexzonen in der Innenstadt schon umgesetzt, allerdings gibt es dort - anders als bei den E-Scootern - zwei verschiedene Zonen, eine pinke und eine blaue. Stellen die Fahrer ihr Rad in der pinken Zone ab, kommt zum Ausleihpreis ein Euro hinzu, in der blauen Zone ist das Abstellen umsonst.

Diese Idee gibt es auch für das Ruhrgebiet. "Der große Vorteil des Fahrrads ist ja, dass man nah an sein Ziel heranfahren kann", sagt Rauchhaus. Das Unternehmen befinde sich deshalb in Gesprächen mit den Städten. Wann es die Zonen in Dortmund gibt, sei allerdings noch nicht absehbar.

Eine Kooperation mit der Stadt und den Stadtwerken gibt es in Dortmund aber schon länger. Bereits seit mehreren Jahren arbeiten DSW21 und Nextbike zusammen. DSW-Abokunden bekommen bereits Sonderkonditionen. Außerdem befinden sich die meisten Ausleihstationen für die Räder in unmittelbarer Nähe der Stadtbahnlinien, sodass ein direkter Umstieg möglich ist.

Metropolräder sollen in DSW21-App angezeigt werden

"Wir sehen in den Leihrädern eine sinnvolle und vor allem klimafreundliche Ergänzung zu unserem bestehenden ÖPNV-Angebot", sagt Stefan Ganslmayer, Leiter des Verkehrsmarketings bei DSW21. "Fahrgäste können im Sinne miteinander vernetzter Wegketten so noch lückenloser und bequemer von A nach B gelangen."

Geplant ist deshalb auch eine Einbindung von Nextbike in die DSW21-App. "Der Umstieg aufs Rad wird für unsere Fahrgäste dadurch noch ein Stück weit einfacher", sagt Ganslmayer. Ab dem nächsten Frühjahr bekommen die App-Nutzer die Standorte der Räder in Echtzeit angezeigt, außerdem können sie diese auch über die App buchen und bezahlen.

Verdoppelung der Nutzungszahlen

Im Oktober 2019 wurden die Leihräder in Dortmund laut Nextbike mehr als 30.000 Mal ausgeliehen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung. Häufige Nutzer sind die Studierenden der FH und TU Dortmund, mit deren Asten ebenfalls seit längerer Zeit ein Kooperationsvertrag besteht. Die Studierenden radeln daher die ersten 60 Minuten jeder Fahrt gratis.

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