Seit Anfang Mai gibt es Probleme mit dem Wasser, mit Kakerlaken noch länger. Mieter der Heimbaustraße werfen dem Verwalter RT Facility Management Untätigkeit vor – jetzt soll sich etwas tun.

Innenstadt-Ost

, 06.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Kakerlaken, Wasserschaden und nur lauwarmes Wasser – Mieter der Gebäude in der Heimbaustraße in der östlichen Innenstadt klagen über einige Probleme und das schon länger. Dem Unternehmen RT Facility Management, das seit dem 1. August 2013 für die Verwaltung der Wohnungen zuständig ist, werfen sie Untätigkeit beim Beheben von Mängeln vor.

Einer der Mieter ist Christian Kemming. Der 55-Jährige wohnt seit etwa acht Jahren in seiner Erdgeschosswohnung in der Heimbaustraße. Auf RT Facility Management, den konzerneigenen Betreiber des Gebäude-Inhabers Brack Capital Properties (BCP), ist er mächtig sauer, weil sich die Verwaltung um die Probleme im Haus nicht kümmert, wie er findet.

Eins der Probleme ging vor etwa zwei Monaten los. „Beim Duschen hatte ich kein heißes Wasser mehr“, sagt Christian Kemming. Das war Anfang Mai. Eine Woche habe Kemming gewartet, ob sich das Problem von selbst löst, dann rief er bei RT an. Dort hieß es, man würde sich kümmern.

Firma habe nichts feststellen können

Doch Kemming hörte erst mal nichts. Als er wieder anrief, habe man ihm gesagt, es sei eine Firma da gewesen. Diese habe aber nichts feststellen können. Bei Kemming bleibt das Wasser weiter lauwarm. Zwei Wochen später habe er deshalb wieder nachgefragt, was mit dem Wasser ist, behauptet der 55-Jährige. „Als Antwort habe ich bekommen, dass mich eine Firma angerufen hätte, um Weiteres mit mir zu klären“, sagt Kemming. „So einen Anruf gab es aber nicht.“

Kakerlaken und nur lauwarmes Wasser – Mieter der Heimbaustraße sauer auf Gebäudeverwalter

Zum Spülen erhitzt Christian Kemming das Wasser im Wasserkocher. © Lukas Wittland

Im Juni wird das Wasser immer noch nicht richtig warm. „Da habe ich dann noch mal Theater gemacht“, sagt Kemming. Noch am gleichen Tag sei eine Firma vorbeigekommen. „Die meinten, sie müssten gucken, ob am Kessel alles in Ordnung ist. An dem konnten sie dann aber nichts machen, weil der alarmgesichert ist.“ Dann kam niemand mehr. Er habe noch mehrmals angerufen, passiert sei nichts, sagt Kemming. Deshalb hat er sich an die Ruhr Nachrichten gewendet.

„Informationen haben uns ein Stück weit alarmiert“

“Die Informationen darüber, dass es in der Heimbaustraße Probleme mit dem Wasser gibt, haben uns natürlich ein Stück weit alarmiert“, sagt Hans-Ulrich Mies, Geschäftsführer von RT Facility Managemen auf Anfrage unserer Redaktion.

„Dass es in den Wohnungen kein warmes Wasser gibt, geht nicht. Da sind wir für verantwortlich“, sagt er und kündigt an: „Wir werden am Montag (8. Juli) jemanden schicken, der die Anlage prüfen wird und auch bei Herrn Kemming werde jemand nachsehen, ob das Volumen des Warmwasserspeichers ausreiche.“

Insgesamt seien 40 Wohnungen an der Heizungs- und Warmwasseranlage angeschlossen. Eine Firma sei drei Mal vor Ort gewesen, habe aber keine Ausfälle feststellen können, so Mies. Beschwerden anderer Mieter seien ihm nicht bekannt. Dabei sagen andere Anwohner, sie haben die gleichen Probleme. So wie Sven Thomann, der im Haus neben Kemming wohnt, und Carsten Literski, der in einer anderen Häuserreihe der Heimbaustraße lebt. Auch sie sagen, sie haben sich mehrfach beschwert.

Kakerlaken und nur lauwarmes Wasser – Mieter der Heimbaustraße sauer auf Gebäudeverwalter

Eine Häuserreihe der Siedlung an der Heimbaustraße. Mehrere Mieter haben hier Probleme mit dem Wasser. © Lukas Wittland

Kakerlaken in Hausflur, Keller und Wohnung

Auch Astrit Weihrauch habe das getan, sagt sie. Die 56-Jährige wohnt im selben Haus wie Kemming im zweiten Obergeschoss. Seit Anfang des Jahres gebe es im Hausflur, im Keller und in ihrer Wohnung Kakerlaken. Kemming hat ebenfalls Ungeziefer in seiner Wohnung gefunden. Die Beschwerden dazu hätten nichts gebracht, sagen beide.

Weihrauch habe seitdem extrem abgenommen. „Ich mag in meiner Wohnung nichts mehr essen, weil ich mich so ekle. Das Ungeziefer sei auch in ihren Schränken. „Ich spüle immer alles noch einmal extra ab, bevor ich davon esse.“

Hans-Ulrich Mies bestätigt auf Anfrage der Redaktion, dass es Kakerlaken im Haus gibt. Bei einer Begehung des Hauses am Donnerstagmorgen (4. Juli) habe man das festgestellt. „Ein Schädlingsbekämpfer kommt jetzt", verspricht er und ergänzt: „Ungeziefer tritt allerdings nie grundlos auf. Man muss die Tiere schon einladen. Die Ursachen dafür liegen nicht beim Vermieter", sagt Mies. „Wir wollen aber nicht, dass in unseren Häusern Schädlinge sind. In diesem Fall übernehmen wir die Kosten.“

Hausmeister wollte feuchte Wände überstreichen

Weihrauch hat aber noch ein weiteres Problem: In der Wohnung über ihr gab es einen Wasserschaden. Das Wasser lief entlang der Rohre auch in ihr Bad. Drei Wochen nachdem der Schaden augetreten ist, ist die Tapete noch immer klamm. Ein Raumentfeuchter sei nicht aufgestellt worden. „Der Hausmeister sagte zu mir, dass er mir einen Eimer Farbe geben könne, damit ich die Stelle überstreichen kann“, erzählt Weihrauch.

Kakerlaken und nur lauwarmes Wasser – Mieter der Heimbaustraße sauer auf Gebäudeverwalter

Mitte Juni trat bei Astrid Weihrauch ein Wasserschaden an der Decke ihres Badezimmers auf. Sie habe den Hausverwalter darauf aufmerksam gemacht. Noch immer ist Tapete leicht feucht. © Lukas Wittland

„So eine Aussage ist natürlich nicht in Ordnung", sagt Mies zu diesem Vorfall. „Wenn ein Schaden entsteht, den der Mieter nicht zu verantworten hat, kümmern wir uns darum.“ Die Mieterin solle sich melden, damit das Problem behoben werden kann.

Christian Kemming ist skeptisch, ob bald wirklich alle Probleme gelöst sind: „Ich bin froh, dass etwas passiert, aber das ist ja auch, weil ich denen gesagt habe, ich habe die Zeitung eingeschaltet. Die haben Muffe, dass das noch weitere Kreise zieht“, sagt er und ergänzt: „Ich glaube das erst, wenn wieder alles vernünftig läuft.“

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