Wie hier auf der Kronenburg sind in Dortmund in den vergangenen Jahren bereits neue Wohnungen entstanden. Ob sich das schon bei Neuvermietungen auf den Mietpreis ausgewirkt hat, hat sich der Mieterverein jetzt mal angeschaut. © Archiv
Immobilien

Mietpreise: Dortmund verzeichnet die höchste Steigerungsrate im Revier

Der Mieterverein legt einen Vergleich der Mieten-Entwicklung in NRW-Städten vor. Konkret geht es darum, wo die Mieten bei Neuvermietungen von Bestandswohnungen am stärksten gestiegen sind.

Seit Jahren kennt die Entwicklung der Immobilienpreise in Dortmund nur eine Richtung: nach oben. Auch die Mieten steigen kontinuierlich. Der Mieterverein für Dortmund und Umgebung hat jetzt die Mietpreis-Entwicklung in mehreren nordrhein-westfälischen Städten verglichen.

„Wir haben uns die Mietpreisdaten der bundesweiten Mietenstopp-Kampagne angesehen“, sagt Tobias Scholz vom hiesigen Mieterverein. „Danach sind in der Region die Mieten in Dortmund seit 2016 am stärksten gestiegen.“

Nach den Zahlen der Preisdatenbank des Forschungs- und Beratungsinstituts Empirica auf Basis der Value-Marktdaten zahlt, wer heute eine Bestandswohnung (keine Neubauwohnung) in Dortmund neu anmietet, 25 Prozent mehr Miete als noch 2016. Das ist mehr als in Essen (23 Prozent), Bochum (22 Prozent) oder Duisburg (21 Prozent).

Dortmunder Wohnungsmarkt ist „sehr angespannt“

In Dortmund lag die Miete für eine Bestandswohnung 2016 im Schnitt noch bei 6,30 Euro/qm. Ein Vermieter, der eine Wohnung im ersten Quartal 2021 neu vermietet hat, verlangte dafür im Schnitt 7,89 Euro/qm. In Essen waren dies vergleichsweise 7,59 Euro/qm, in Bochum 7,40 Euro/qm.

„Das hat sich so abgezeichnet“, sagt Tobias Scholz, „bei einer Leerstandsquote von nur rund zwei Prozent ist der Wohnungsmarkt in Dortmund einfach sehr angespannt.“

Die geringsten Steigerungsraten werden für Schwerte (12 Prozent) und Hagen (15 Prozent) festgestellt. In Schwerte wurden bei der Neuvermietung einer bestehenden Wohnung zu Beginn des Jahres durchschnittlich 6,73 Euro/qm (2016: 6 Euro) verlangt. Relativ stark steigende Mieten gibt es dagegen in Lünen (23 Prozent), dennoch liegt dort aber die durchschnittliche Miete bei Neuvermietungen bei nur 6,60 Euro – also unter der in Schwerte.

In Köln ist der Preisanstieg geringer als in Dortmund

Stärkere Mietpreis-Steigerungen als in Dortmund erzielten Vermieter seit 2016 nur außerhalb des Ruhrgebiets. Etwa in Bielefeld, wo Bestandswohnungen bei einer Neuvermietung 2021 um 26 Prozent teurer geworden sind – von 6,60 auf 8,33 Euro/qm.

Selbst in Köln oder Münster ist die Entwicklung nicht so stark wie in Dortmund. Dort war das Mietpreis-Niveau allerdings auch 2016 schon deutlich höher. In Köln stiegen die Preise bei Neuvermietungen von 10 Euro auf inzwischen 12,20 Euro/qm (plus 22 Prozent), in Münster von 9,02 Euro auf 11,11 Euro/qm.

Glaubt man dem aktuellen Mietkompass des Immobilienportals Immowelt, dann zeichnet sich für Dortmund und das Ruhrgebiet gerade ein Ende des Preisanstiegs ab. Immowelt hat sich allerdings die Angebotsmieten angeschaut – nicht die tatsächlich vereinbarten Mieten und auch nicht nur die für neu vermietete Bestandswohnungen.

Immowelt-Mietkompass sieht Stagnation bei den Mieten

Danach gab es im Ruhrgebiet im dritten Quartal 2021 kaum Preisveränderungen nach oben oder unten. In Dortmund bleiben laut Immowelt die Mietpreise auf dem Niveau des Vorquartals – und damit bei 6,64 Euro/qm (minus 1 Prozent).

Ob sich damit schon ein Trend abzeichnet, lässt sich noch nicht sagen. Dafür ist es noch zu früh. Eventuell deutet die Stagnation darauf hin, dass die Dortmunder Wohnraum-Offensive schon etwas greift. Genaueres wird aber erst der Wohnungsmarktbericht der Stadt Dortmund im nächsten Jahr verraten.

Und offen ist auch, darauf weist der bundesweite Mieterschutzbund mit Sitz in Recklinghausen hin, ob wichtige Schritte in der Umweltpolitik, wie die Einführung der CO2-Bepreisung, demnächst vollständig auf die Mieter abgewälzt werden oder nicht.

Der Immowelt-Mietkompass erscheint einmal im Quartal und bildet die Entwicklung der Mietpreise von Wohnungen in den 14 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern ab.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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