Ministerin Scharrenbach als CDU-Kandidatin für die Sierau-Nachfolge? Das ist dran an den Gerüchten

hzOB-Kandidatur

Wen schicken Dortmunds Parteien für die OB-Wahl im Herbst 2020 ins Rennen? Ina Scharrenbach wird seit Tagen heftig als CDU-Kandidatin kolportiert. Wir sind dem Gerücht nachgegangen.

Dortmund

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Gut ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2020 hat in Dortmunds CDU die Suche begonnen, wer der SPD den OB-Posten streitig machen soll. 2014 schickten die Christdemokraten Annette Littmann ins Feld, die sich in der Stichwahl gegen den amtierenden SPD-OB Ullrich Sierau geschlagen geben musste. Sierau holte im zweiten Wahlgang 51,6 Prozent der Stimmen, Littmann kam auf 48,4 Prozent. Ein gutes Omen, erneut eine Frau ins Rennen ums höchste Amt der Stadt zu schicken?

Dazu wird in Dortmund seit Tagen ein Name hartnäckig kolportiert: Angeblich gebe es Gespräche, Ina Scharrenbach (CDU), NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, zu einer Kandidatur zu bewegen. Scharrenbach ist in Unna geboren und hat an der Dortmunder Fachhochschule ihren Abschluss als Diplom-Betriebswirtin gemacht. Seit 2011 ist sie Vize- Vorsitzende des Unnaer CDU-Kreisverbandes. „Nach einer solchen Kandidatin würde ich mir die Finger lecken“, sagt Dortmunds Parteivorsitzender Steffen Kanitz auf Anfrage.

Gespräche mit "fünf bis sechs Personen"

Im selben Atemzug betont Kanitz, dass es sich lediglich um ein Gerücht handele: „An der Personalie ist nichts dran.“ Es würden in dieser Sache keine Gespräche mit Ministerin Scharrenbach geführt. Den Ursprung der Personalie vermutet Kanitz bei einer Veranstaltung im Westfälischen Industrieclub am Alten Markt: Dort hielt Scharrenbach am 3. Juni einen Vortrag zum Thema „NRW baut Zukunft“. Einer der Besucher nutzte die Gelegenheit, der Ministerin wegen einer möglichen OB-Kandidatur auf den Zahn zu fühlen. Ihre Antwort: Die Frage stelle sich nicht.

Die CDU habe eine Findungskommission einberufen und sei „mit fünf bis sechs möglichen Bewerbern im Gespräch“, sagt Kanitz. Zu Namen wollte er sich zum naturgemäß nicht äußern. Die CDU werde jemanden aufbieten, der über Parteigrenzen hinweg auch für Anhänger aus anderen Lagern wählbar sei. Das CDU-Parteibuch sei von Vorteil, „aber kein Muss“, so Kanitz. "Wichtig ist, dass der Bewerber (bzw. die Bewerberin) kommunikativ ist und sich sowohl mit Partei- als auch mit Verwaltungsarbeit auskennt." Darüber hinaus werde von einem Kandidaten erwartet, dass er ein Bild „vom Dortmund der nächsten zehn bis 15 Jahre“ habe.

Im Herbst soll es soweit sein. „Dann werden wir unseren Kandidaten bzw. Kandidatin vorstellen“, sagt Dortmunds CDU-Parteichef. Anders als bei der Wahl 2014 wird es 2020 keinen zweiten Wahlgang zwischen den beiden Bestplatzierten geben – die Stichwahl ist abgeschafft. Ins OB-Amt zieht ein, wer im ersten Anlauf die meisten Stimmen holt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt