Mit geeigneter Therapie ist Depression heilbar

Ev. Krankenhaus: Bald neue Methode

17.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Lütgendortmund Durch moderne Behandlungskombinationen aus Medikamenten und/oder Psychotherapie haben sich die Erfolgsaussichten, eine Depression dauerhaft zu heilen, in den letzten Jahren erheblich verbessert. «Bei Erstdiagnose einer Depression kann diese durch geeignete Therapie völlig abklingen», erläuterte Dr. Thomas Finkbeiner (Foto) jetzt den mehr als 60 Besuchern des Gesundheitsforums im Evangelischen Krankenhaus Lütgendortmund. «50 Prozent der Menschen haben nur einmal in ihrem Leben eine behandlungsbedürftige Depression und dann nie wieder, wenn angemessen behandelt wird», weiß der Psychiater. Genau hier aber liege das Problem, denn da Depressionen häufig nicht festgestellt würden, könnten sie auch keiner Therapie zugeführt werden. «15 Prozent der Menschen mit Depressionen begehen Suizid», so Finkbeiner. «Damit sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen durch Selbstmord als im Straßenverkehr.» Dr. Finkbeiner ging auch auf die biologischen Behandlungsformen ein. Dazu zählt z.B. die Lichttherapie, die nur unter fachärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte. Auch ein ganz neues Verfahren, das vor allem bei therapieresistenten Depressionen zur Anwendung kommt, erläuterte der Chefarzt. Es handelt sich um die Vagus-Nerv-Stimulation, einen kleinen Eingriff, der mit der Implantation eines Herzschrittmachers vergleichbar ist. An den Vagus-Nerv, der im Halsbereich verläuft, wird dabei ein kleiner Stimulator mit Elektroden eingebracht, die den Nerv elektrisch reizen. Dieses Verfahren wird bei Epilepsie-Patienten eingesetzt. Aus den USA kommen mehrere Studien, die eine sehr erfolgreiche Wirkung versprechen. Als eine der ersten Kliniken in Westfalen wird die Vagus-Nerv-Stimulation ab Mitte 2007 auch im Evangelischen Krankenhaus Lütgendortmund angeboten.

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