Mitveranstalter sieht Dortmund als Ursprungsort des Corona-Ausbruchs in Hamm

hzFatale Großhochzeit

Nach der Superspreader-Hochzeit steigen die Corona-Zahlen in der Nachbarstadt Hamm weiter. Nun meldet sich der Mitveranstalter zu Wort. Die Stadt äußert sich zu Infektionsfällen in Dortmund.

von Franka Doliner

Dortmund

, 07.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Corona-Ausbruch in der Nachbarstadt Hamm nach einer Großhochzeit hat noch immer Folgen: Rund 300 inzwischen identifizierte Hochzeitsgäste aus Hamm mussten in Quarantäne. Mehr als 200 Corona-Infektionen stehen laut den aktuellen Angaben im direkten Zusammenhang mit der Hochzeit. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert, der die Corona-Neuinfektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner angibt, liegt in Hamm bei 96,6 (Stand: Dienstag, 6.10.). Zum Vergleich: In Dortmund liegt der Wert an diesem Tag bei 26,1.

Ersan Basel ist Besitzer der Leyla-Eventhalle in Hamm und Veranstalter der Auftaktveranstaltung der Hochzeit. Am 4. September hieß es dort: Damenparty beim sogenannten „Hennafest“. Dieser Junggesellinnenabschied der Braut fand in der Veranstaltungshalle von Basel in Hamm statt. Laut Recherchen der Bild-Zeitung sollen sich auf diesem Fest zwei mit Corona infizierte Frauen aufgehalten haben.

Den Ursprung für die hohen Infektionszahlen sieht der Veranstalter dennoch auf der Hauptveranstaltung, die später in Dortmund stattfand: „Das Problem soll in Dortmund gewesen sein“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Woher er das wissen will? Das spreche sich so herum.

Keine steigenden Infektionen durch die Hochzeit in Dortmund

In Dortmund selbst bleiben Infektionen in diesem Zusammenhang bisher allerdings aus. Wie Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund, mitteilt, könne keine Dortmunder Corona-Infektion mit der Hochzeit in Verbindung gebracht werden. Konkret bedeutet das aber nur, dass bei der Nachverfolgung der Infektionskette kein Dortmunder Infizierter die Veranstaltung als mögliche Ursache genannt hat.

Anzahl der Gäste in Dortmund weiter unklar

Da zu dem Zeitpunkt der Hochzeit Anfang September noch keine Anmeldung von Veranstaltungen nötig war, sei es auch nicht möglich, nachzuverfolgen, wie viele Gäste letztlich wirklich anwesend waren. Die Zahl der identifizierten Hochzeitsgäste in Hamm lässt aber darauf schließen, dass es bei der Feier in Dortmund mehr waren als die erlaubten 150 Personen.

In Dortmund kontrolliert das Ordnungsamt immer wieder Veranstaltungsorte. Eine Veranstaltung in der Halle, in der auch die besagte Superspreader-Großhochzeit stattgefunden haben soll, sei vorzeitig beendet worden. Den Betreiber erwarte jetzt ein Bußgeldverfahren. Am Dienstag (6.10.) bestätigte die Stadt, dass am Wochenende zuvor eine Hochzeit mit 380 Teilnehmern aufgelöst werden musste.

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