Mobilfunkmast überragt Häuser

Anwohner verärgert: Keinerlei Informationen / BI spricht von Wildwuchs

17.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Brechten Der Wulberingweg ist eine kleine idyllische Sackgasse in Waldnähe mit Einfamilienhäusern. Selbst ?Einheimische? müssen manchmal überlegen, wenn sie nach dem Weg dorthin gefragt werden. Doch der Bekanntheitsgrad der Straße ist sprungartig gestiegen: Seit feststeht, dass am Wulberingweg 2 bald ein fast 35 Meter hoher Mobilfunkmast mit Technikkabine installiert wird, der die schmucken maximal zweigeschossigen Eigenheime weit überragen wird. ?Wir sind entsetzt?, bringt es Dieter Krause auf den Punkt. Mit Nachbarin Ursula Fadgyas und Mieter Bertold Schinzel ist er sich einig: ?Wir sind überhaupt nicht informiert und schon gar nicht nach unserer Meinung gefragt worden, wir haben erst aus den Ruhr Nachrichten davon erfahren.? ?Wenn das so weitergeht, hat Brechten bald mehr Türme als Babylon?, meint der Sprecher der 2001 gegründeten ?Bürgerinitiative gegen Elektrosmog?, Erol Özkan (Foto). ?Wir sind nicht generell gegen Anlagen, aber dem Wildwuchs muss durch einen koordinierten Bau im Sinne der Gesundheit der Menschen und Elektrosmog-Reduzierung entgegengewirkt werden.? Özkan kritisiert ebenfalls die fehlende Informationspolitik, die schließlich ein wesentliches Element der Selbstverpflichtung der Mobilfunkbetreiber sei. Geradezu hanebüchen findet er aber die Begründung der Bezirksregierung, die nach der ursprünglichen Ablehnung durch das Bauordnungsamt für den Standort im Widerspruchsverfahren grünes Licht gegeben hat. Dort heißt es u.a.: ?Mobilfunkanlagen gehören mittlerweile in allen Baugebieten zum täglichen Erscheinungsbild. Daran haben sich die Bürger gewöhnt.? ?Das stimmt nun wirklich nicht?, meinen die Anwohner, die nur einen Katzensprung entfernt künftig auf den Stahlrohr-Mast schauen. ?Es gibt hier doch genügend Freiflächen außerhalb der Wohnbereiche.? Erol Özkan würde sich für Dortmund wünschen, dass die Idee des Landrates Erich Pipa aus Hanau umgesetzt wird. Der hatte die Empfehlung ausgesprochen, dass Kommunen und Städte in die Offensive gehen und Standorte aussuchen sollten, unabhängig von aktuellen Anfragen eines Netzbetreibers. Lobenswert wäre nach seiner Ansicht dabei die Analyse professioneller Gutachter, die darüber Auskunft geben könnten, wo in Zukunft bei einem maximalen Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung Sendemasten aufgestellt werden könnten. fro

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