Mondlandschaft am Harpener Hellweg: Von der Zeche zum Acker zum Spaß-Golfplatz

hzAmalia-Gelände

Ein Acker mit weitem Blick über Bochum: So kannte man das Gelände der Zeche Amalia in Lütgendortmund. Bis vor kurzem. Bald kann man dort Freizeitsport treiben und die Natur genießen.

Lütgendortmund

, 24.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Bochum ist die Entwicklung des Amalia-Geländes am Harpener Hellweg ein Politikum. In der vergangenen Woche war Bürgermeisterin Gabriela Schäfer sogar vor Ort, um sich zu informieren.

In Dortmund bekommt man die hohen Erwartungen an dieses Projekt nur am Rande mit. Die Lütgendortmunder Anwohner des Harpener Hellwegs allerdings erleben tagtäglich den Baustellenverkehr.

Und dieser ist der Beweis: Entgegen der Erwartung vieler Skeptiker nach großen Anlaufschwierigkeiten arbeitet die „Golf am Ruhrpark GmbH“ nun kontinuierlich an dem Projekt. Diesmal könnte es tatsächlich vollendet werden.

Ein komplett neugestaltetes Grundstück

Sichtbarstes Zeichen für diesen Fortschritt ist die komplett umgebaute Landschaft. Aus dem ebenen Feld ist durch enorme Aufschüttungen ein zerfurchtes Gelände geworden. Was wie riesige Gräben aussieht, werden die zukünftigen Golf-Bahnen sein. Auch den geplanten Teich kann man bereits erahnen.

Neben der Modellage einer Golflandschaft hat die Aufschüttung einen zweiten Zweck: Der aus der Industriezeit belastete Boden verschwindet unter den Erdmassen. Es wurde bislang soviel Erdreich angefahren, dass Bochumer Politiker im Oktober sogar fürchteten, jemand hätte illegal eine Deponie eröffnet.

Klassisches Golf und Super-Golf

Entstehen sollen dort ein Neun-Loch-Golfplatz mit besonderen Herausforderungen und ein Gebäude mit Gastronomie und Indoor-Angeboten. Es soll über den Harpener Hellweg erschlossen werden. Davon zeugen aber noch keine Spuren.

Auf der modernen Anlage kann man dann klassisch Golfen, Super-Golf spielen (mit drei Schlägern) oder zum Fußball-Golf antreten. Wann „dann“ ist, kann Inhaber Heiner Rogmann aber noch immer nicht sagen. Er will sich nicht mehr auf ein Datum festlegen lassen.

Schwieriger Start

Zwei der Gründe dafür sind die um Längen verpasste Eröffnung im Juli 2016 und die Insolvenz der Entwicklungsgesellschaft im August 2018. Und das waren nur die letzten Kapitel in einem jahrzehntelangen Streit um die Nutzung des Gebietes.

Was aber ist der Reiz des Geländes, dass Investoren so hartnäckig daran planen? „Wenn man auf dem Gelände steht“, so Heiner Rogmann, „dann ist man mitten im Ruhrgebiet, fühlt sich aber, als wäre man in der Eifel. Es ist hier wunderschön.“

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Schön soll es bleiben. Der Golfplatz wird nach ökologischen Gesichtspunkten geplant. Am Harpener Hellweg sollen sich nicht nur Menschen wohlfühlen, sondern auch Insekten, Vögel, Hunde und ihre Besitzer. Der Golfplatz soll weitgehend frei begehbar sein, also ein Park zur Naherholung auch für Nicht-Golfer.

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