Motocross-Talent Mika (10) aus Dortmund fährt am Wochenende in der Westfalenhalle

hzMotocross-Meisterschaft

Der zehnjährige Mika Plaas war bereits Meister des ADAC Nordrhein MX-Cups. In diesem Jahr tritt er erneut bei der Meisterschaft an. Sein sportliches Hobby ist nichts für Nervenschwache.

von Jana Niehoff

Saarlandstraßenviertel, Westfalenhalle

, 08.01.2020, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Sekunden vor dem Rennstart muss Mika Plaas mentale Stärke beweisen. Die Gelassenheit des Zehnjährigen ist gefragt, der Start entscheidet oft über den Verlauf des Rennens. Dann ertönt das Signal, der Motor heult auf und die Fahrt beginnt.

„Seine Leidenschaft hat im Januar 2016 begonnen“, erzählt sein Vater, Stefan Grey. Damals war die Familie, die im Saarlandstraßenviertel wohnt, beim „ADAC Supercross“ in Dortmund. „Mika war begeistert“, berichtet Stefan Grey.

Mit zehn Jahren Meister des ADAC Nordrhein MX-Cups

Nach einem erneuten Besuch 2017 durfte Mika an einem Motocross-Schnupperkurs des ADAC-Motocross-Clubs teilnehmen. Damals war er sieben Jahre alt. Nur ein Jahr später, im Januar 2018, gewann der junge Dortmunder den ADAC Nordrhein MX-Cup – und wurde damit Meister seiner Kubikklasse bei dem Wettkampf, der seine Begeisterung für den Sport geweckt hatte.

Motocross-Talent Mika (10) aus Dortmund fährt am Wochenende in der Westfalenhalle

Die jungen Fahrer warten auf das Startsignal beim Motocross. © Stefan Grey

Seit diesem ersten großen Erfolg hat Mika sein Können bei diversen Wettbewerben unter Beweis gestellt. Ob Indoor oder Outdoor; Rennen in Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden - mit dem Motorrad ist der junge Fahrer schon viel herumgekommen.

Mittlerweile ist Mika Mitglied im ADAC-Förderkader für Motocross und gehört zu einem von Sponsoren zusammengestellten Rennteam. „Motocross ist ein konstenintensiver Sport“, sagt Grey. „Der ADAC-Förderverein bezahlt Trainingseinheiten und -locations, das erleichert die Finanzierung enorm.“

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„Mika liebt alles, was mit Bikes zu tun hat“

Um Erfolg zu haben, geht Mika mindestens zwei Mal in der Woche für zwei bis drei Stunden trainieren. Immer dabei ist sein Vater. „Das Training gestaltet sich abhängig davon, wie das Gelände des nächsten Wettbewebs aussehen wird“, sagt Grey.

„Bei Sand trainieren wir in Grevenbroich; bei Hartboden in Vosswinkel.“ Die Zeit für Mika kann sich Stefan Grey nehmen, weil er selbstständig ist: In einer Werkstatt repariert er – was auch sonst – Motorräder.

Ob so viel Aufwand für Mika ein Problem darstelle? „Nein“, sagt Grey. „Mika würde am liebsten den ganzen Tag auf dem Motorrad verbringen“. Das scheitert aber an Mikas anderen Aktivitäten: Er spielt Fußball und geht zwei Mal in der Woche Schwimmen. Der Motocross hat für ihn aber höchste Priorität. „Für Motocross würde ich meine anderen Hobbys aufgeben“, sagt Mika.

Motocross-Talent Mika (10) aus Dortmund fährt am Wochenende in der Westfalenhalle

Der erst Zehnjährige Mika posiert mit seinem Motorrad. © Stefan Grey

„Mein Sohn muss Bewegung haben, er ist sonst nicht ausgeglichen“, sagt Grey. Bewegung ist aber nicht das Einzige, was der Zehnjährige an dem Sport liebt: „Mir gefällt am besten die Geschwindigkeit und dass man springen kann“, erzählt Mika.

Wobei Geschwindigkeit nicht automatisch „Rasen“ heißt: „Beim Motocross kommt es auf taktisches und vorausschauendes Fahren an“, erklärt Grey. Eine Stärke Mikas sei, die Rennen konstant schnell zu fahren. „Er bremst nicht unkontrolliert ab und fährt auch die Kurven und Sprünge sehr konzentriert“, sagt Grey stolz.

Mit Glücksbringer am Lenkrad zu den Meisterschaften

Schnelle Motorräder, unebenes Gelände und Sprünge: Motocross ist kein ungefährlicher Sport. Des Risikos sind Mikas Eltern sich bewusst. „Sobald er losfährt hoffen wir, dass er nicht fällt“, gesteht Grey. „Aber für seine Persönlichkeit und sein Selbstbewusstsein ist dieses Hobby Gold wert“. Das überwiege die Bedenken.

Motocross-Talent Mika (10) aus Dortmund fährt am Wochenende in der Westfalenhalle

Motocross ist kein ungefährlicher Sport: Helm und Schoner schützen Mika vor Verletzungen. © Stefan Grey

Am Wochenende nimmt Mika zum dritten Mal an der Dortmunder Meisterschaft „ADAC Supercross“ in der Westenfalenhalle teil. „Wie weit Mika schon gekommen ist, macht mich stolz“, sagt sein Vater.

Für Mika selbst ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, Motocross-Profi zu werden, sagt er: „Ja, na klar.“ Und schiebt eine rhetorische Frage hinterher, die die meisten Menschen wohl ganz anders beantworten würden als er: „Wer möchte das nicht?“

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