Müll und Lärm auf Dortmunder Schulhöfen: Hilfe naht

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Dortmunder Schulhöfe sind beliebte Jugendtreffs. Lautstärke und Müll sind dabei jedoch oft ein Ärgernis für die Anwohner. Doch: Neue Angebote für Jugendliche sind geplant.

Huckarde

, 18.12.2019, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laute Musik, Müll und Sachbeschädigung – das sind die häufigsten Vorwürfe von Anwohnern der Dortmunder Schulhöfe und Spielplätze. Manche klagen sogar über Schlafmangel, wenn sich Jugendliche bis spät in die Nacht dort aufhalten.

Doch was ist mit Jugendfreizeitstätten und anderen Angeboten für Jugendliche und Kinder: Werden die weniger genutzt?

„Wir wissen, dass sich Kinder und Jugendliche an Schulen treffen“, sagt Ramona Meis als Gemeindepädagogin der evangelischen Miriam-Gemeinde. Sie koordiniert den Jugendkeller Huckarde und die Teiloffene Tür Erpinghoffstraße.

Dass sich Kinder und Jugendliche weniger in Einrichtungen wie denen der Gemeinde als im öffentlichen Raum aufhalten, beobachte sie jedoch nicht, so Meis.

Jugendfreizeitstätte Rahm ist gut besucht

„Unser Haus ist immer gut besucht“, bestätigt auch Andrea Kohls, Leiterin der Jugendfreizeitstätte (JFS) Rahm. „Was die Jugendlichen nach unseren Öffnungszeiten machen, wissen wir allerdings nicht unbedingt.“

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In der Jugendfreizeitstätte gebe es feste Regeln. Beispielsweise dürfen Jugendliche erst ab 18 Jahren rauchen – und das auch nicht auf dem Gelände der JFS. Dasselbe gelte für den angrenzenden Abenteuerspielplatz, so Einrichtungsleiter Klemens Möller.

„Hier sind die Regeln und Grenzen klar – manche suchen sich dann dafür vielleicht andere Orte“, sagt Andrea Kohls. Und das sind offenbar in vielen Fällen Schulhöfe und Spielplätze.

Treffen auf Spielplätzen sind gewollt

„Jugendliche haben ein Recht darauf, sich auch im öffentlichen Raum aufzuhalten“, sagt Stadt-Pressesprecherin Katrin Pinetzki auf Anfrage. Und das sei auf den stadtweit mehr als 350 Spielplätzen auch so gewollt.

„Es gibt zahlreiche Spielplätze, die alle Altersklassen nutzen dürfen – und es wird immer Jugendliche geben, die sich lieber im öffentlichen Raum aufhalten“, erklärt Pinetzki. „Leider gibt es dort dann auch immer wieder Probleme mit Müll.“ Der werde allerdings regelmäßig entfernt.

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Wenn Anwohner oder Spielplatzbesucher Müll, Scherben oder gar Spritzen melden, werde der Platz sofort gereinigt. Ein Problem für die Jugendfreizeitstätten und andere Angebote durch die Treffen auf Schulhöfen und Spielplätzen sieht die Stadt nicht.

Attraktives Programm lockt Kinder und Jugendliche

Denn dort gebe es ein attraktives Programm, das viele Kinder und Jugendliche anlocke. „Im Laufe des nächsten Jahres werden zudem fast alle JFS mit WLAN ausgerüstet sein“, sagt Katrin Pinetzki.

Klemens Möller stellt allerdings auch immer wieder fest, dass Jugendlichen Angebote in der Natur guttun. „Das hier ist ein gesicherter Ort, wo sie runterkommen können – und manche eben am besten auf dem Moon Car.“

In der JFS Rahm gestalten die Besucher das Programm mit. „Wir sind demokratisch“, erklärt Andrea Kohls. Derzeit seien beispielsweise der Toberaum und die Carrera-Bahn beliebt.

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Die Angebote der Miriam-Gemeinde werden ebenfalls regelmäßig an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angepasst. „Im Vordergrund stehen Kreativ-, Sport-, Spiel- sowie Bildungsangebote“, sagt Ramona Meis.

Sowohl in der Miriam-Gemeinde als auch in der JFS sind auch gemeinsames Kochen und Backen wichtige Bestandteile der Jugendarbeit. Die Vielfalt an Möglichkeiten und Angeboten sei das A und O, so Meis.

Müll und Lärm auf Dortmunder Schulhöfen: Hilfe naht

Andrea Kohls, Erwin Fischer und Klemens Möller (v.l.) sind von den Jugendangeboten ihrer Einrichtungen und in ganz Huckarde überzeugt. Probleme oder weniger Publikum gebe es hier nicht. © Carolin West

„Dazu werden auch die JFS und der Kindertreff, die im Bereich der Kokerei Hansa geplant sind, sorgen“, sagt Erwin Fischer, Fachreferent Kinder- und Jugendförderung der Stadt Dortmund. So gebe es ein breiter aufgestelltes zentrumsnahes Angebot für Kinder und Jugendliche, das die sieben bestehenden rundherum ergänze.

Zudem sei derzeit in Planung, die aufsuchende Jugendarbeit stadtweit zu verstärken, so Fischer. „Das könnte auch den Anwohnern von Schulhöfen und Spielplätzen helfen.“ Zudem rate er, in Extremfällen die Polizei zu rufen. Auch, um herauszufinden, ob es sich bei den „Randalierern“ tatsächlich um Jugendliche handele. „Manchmal sind das nämlich auch Erwachsene.“

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