Museen in Dortmund planen bereits ihre Wiederöffnung

hzCoronavirus

Viele Geschäfte und Schulen öffnen langsam wieder. Jetzt hoffen auch die ersten Kultureinrichtungen auf einen Neustart. Den Anfang sollen die Museen machen. Ein Konzept dazu ist in Arbeit.

Dortmund

, 27.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mitte März ruht das Kulturleben in der Stadt komplett. Kulturdezernent Jörg Stüdemann sprach am Montag von der „größten Herausforderung der letzten 40 Jahre“ und „gravierenden Erschütterungen“, freute sich angesichts viele Hilfsangebote und Solidaritätsaktionen aber auch über eine „positive Wertschätzung unseres Kulturlebens“.

Die Soforthilfe des Landes für freie Kulturschaffende müsse nun aber weitergehen, forderte Stüdemann. Und es gelte, auch für den Kulturbereich „Exit-Strategien“ zu entwickeln. Denn für eine „Renormaliserung“ brauche man ausreichend zeitlichen Vorlauf.

Konzept für Museumsbetrieb

Während Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech auf eine Wiederaufnahme von kleineren Konzerten noch im Juni und das Theater auf einen Saisonstart im September hofft, richten sich die Museen auf eine möglichst baldige Wiedereröffnung möglichst im Mai ein.

„Wir bereiten die Museen darauf vor, wie wir die Häuser wieder öffnen können“, kündigte der geschäftsführende Direktor der städtischen Kulturbetriebe Stefan Mühlhofer an. Bis Mitte dieser Woche soll dem städtischen Corona-Krisenstab dazu ein Konzept vorgelegt werden - dabei geht es etwa um Zugangsbeschränkungen und Wegeführungen. Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Wiedereröffnung liege ohnehin beim Land, betont Mühlhofer.

Familienausstellung verlängert

Fest steht: Das Kindermuseum Adlerturm wird wegen der räumlichen Enge nicht öffnen können, so lange die strengen Abstandsregeln gelten. Dafür verlängert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) seine Familienausstellung „Robin Hood“, die eigentlich bis Mitte April geplant war, bis 20. September.

Auch das Dortmunder U ist wegen der Corona-Krise geschlossen.

Auch das Dortmunder U ist wegen der Corona-Krise geschlossen. © Stephan Schütze

Das Dortmunder U kann die ab 14. August geplante Ausstellung „Studio 54“ in diesem Jahr nicht zeigen: Die Schau über den legendären Nachtclub soll am derzeitigen Ausstellungsort, dem Brooklyn Museum in New York, aufgrund der Schließung der Museen länger laufen als geplant.

Jetzt lesen

Bereits bekannt war, dass die Wiedereröffnung des Naturkundemuseums von Juni auf September verschoben und auf ein großes Eröffnungsfest verzichtet wird.

Viele digitale Angebote

Viele Kultureinrichtungen sehen die Corona-Krise aber auch als Chance, sich digital zu präsentieren. „Alle Einrichtungen der Kulturbetriebe haben in Sachen Digitalität einen großen Sprung gemacht“, stellt Mühlhofer fest.

So finden Sprachkurse der VHS und der Unterricht der Musikschule online statt. Auf dem Youtube-Kanal der Kreativ-Etage UZWEI im U-Turm geben die Workshop-Leiter ausgefallener Kurse Online-Tutorials. Das Kindermuseum Adlerturm hat einen Instagram-Kanal gestartet, das Museum Ostwall, MKK und der Comic-Schauraum haben für Social Media mehrere Videos mit Kurzführungen produziert.

Lesen Sie jetzt

Theater und Konzerthaus haben alle Vorstellungen bis Mitte April abgesagt. Auch darüber hinaus hat das Coronavirus weitreichende Konsequenzen im Kultur- und Freizeitbereich. Ein Überblick. Von Oliver Volmerich

Lesen Sie jetzt