Gegen den Corona-Frust: Musikschullehrer covert Highway to Hell (im Video)

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Corona und kein Ende – für die Künstler, die als Dozenten in der Musikschule Brackel tätig sind, bedeutet die Krise einen massiven Verdienstausfall. Immerhin können sie online unterrichten.

Brackel

, 21.04.2020, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Brackeler Einrichtung, deren Alltag die Corona-Krise ebenfalls stark verändert hat, ist die Musikschule Brackel. „Unsere schönen Räume am Brackeler Hellweg 128 stehen leer“, sagt Inhaber Urs Balzereit-Engelbert (43). „Stattdessen sitzen unsere Dozenten zu Hause am Laptop und geben Online-Unterricht.“

Aber immerhin: Durch den Unterricht per Skype und Facetime fließt noch immer einiges an Geld. Und das helfe, die Miete zu bezahlen. Viel schwieriger sei es für die Dozenten selbst, die oft einen Teil ihres Lebensunterhaltes mit Konzerten verdienen. Und die entfallen momentan komplett.

Oft seien das bis zu 60 Prozent der Einnahmen, die ein Künstler habe. „Wenn zum Beispiel 3000 Euro für einen Auftritt in Dubai wegfallen, dann fehlt einfach was“, so Balzereit-Engelbert. Auch er selbst könne derzeit nicht mit seiner Band „Sara’s Wohnzimmer“ auftreten.

Die Musikschule Brackel, die trotz der Namensgleichheit nichts mit der städtischen Musikschule Dortmund zu tun hat, existiert seit 2004 – zunächst war sie eine reine Gitarrenschule. Später kamen andere Instrumente wie Schlagzeug, Klavier, E-Bass, Querflöte, Geige und Cello hinzu.

So sieht's im Schlagzeug-Raum in der Musikschule Brackel am Brackeler Hellweg 128 aus

So sieht's im Schlagzeug-Raum in der Musikschule Brackel am Brackeler Hellweg 128 aus. © Andreas Schröter

Mittlerweile beschäftigt Urs Balzereit-Engelbert knapp 20 Dozenten. Zweigstellen gibt‘s am Dortmunder U und in Schwerte (Tonart). Dort existiert auch eine kleine Bühne, die momentan ebenfalls nicht genutzt werden kann.

Online-Unterricht wegen Zeitverzögerung schwierig

Auch der Musikschul-Inhaber selbst, der Gitarre spielt, seit er sechs Jahre alt ist, gibt momentan seinen Unterricht von zu Hause aus. Das heißt: Nicht ganz – manchmal gehe er dafür in den Wohnwagen, denn in der Wohnung sei das mit zwei Kindern und Hund nicht immer ganz einfach.

Das Problematischste am Online-Unterricht sei übrigens das Zusammenspiel. Weil die gängigen Kommunikations-Softwares den Klang mit einer kleinen Zeitverzögerung übertragen, sei das kaum möglich. Allein schon deshalb freue er sich, wenn der Lockdown auch für seine Schule aufgehoben sei.

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Hinzu komme: Seit fünf Wochen habe es in der Musikschule nur zwei Neuanmeldungen gegeben. Momentan lebe er von den Schülern, die bereits vorhanden seien. Aber das sei kein Dauerzustand. Auch gebe es natürlich einige Senioren, die einfach keine Lust auf Online-Unterricht haben und sich wieder abgemeldet hätten.

Einziger Vorteil der gegenwärtigen Situation sei wohl, dass einige jüngere Schüler viel konzentrierter bei der Sache seien als zuvor: „Die finden das mit dem Unterreicht per Skype hochspannend“, sagt Balzereit-Engelbert.

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