Mysteriöser BMW ist jetzt verschrottet – aber wer trägt die Kosten?

hzOrtskern Mengede

Ein halbes Jahr ärgerte ein BMW die Anwohner im Mengeder Ortskern. Erst als er demoliert war, schleppte die Stadt ihn ab und ließ ihn verschrotten. Spannend war der Blick in den Kofferraum.

Mengede

, 10.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monatelang ärgerte ein BMW 316ti die Anwohner der Mengeder Rigwinstraße. Irgendwann Anfang Juli 2019 dort abgestellt, verblieb er dort. Am 3. Januar ließ ihn das Ordnungsamt abschleppen. Kurz vor Silvester hatten Unbekannte die Scheiben eingeschlagen. Vor Weihnachten fehlten schon die polnischen Kennzeichen. Der mysteriöse Fall ist nun beendet.

Nicht nur bei den direkten Anwohnern hinterließ der verlassene BMW viele Fragen. Bereits im Spätsommer vermuteten die Anwohner gar einen Zusammenhang mit einer versuchten Geldautomaten-Sprengung in der Mengeder Commerzbank-Filiale am Markt. Dieser Verdacht könne aber ausgeschlossen werden, erklärte mehrfach die Polizei auf Nachfragen dieser Redaktion.

Halter sollte Entscheidung über weitere Verwendung treffen

Der BMW landete auf einem – in Behördendeutsch – „Sicherstellungsgelände“. Dort verblieb er auch – auf den Tag genau einen Monat. Wie angekündigt, ließ die Stadt den BMW am 3. Februar verschrotten und ordnungsgemäß entsorgen. Der Halter hatte sich nicht gemeldet.

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Schon im Herbst – das erklärten Stadt und Polizei unisono – war der polnische Halter ermittelt worden. Ergebnis: Das Auto war ordentlich im Kreis Zaganski im Verwaltungsbezirk Lubuskie angemeldet. Nach EU-Recht durfte es bis zu einem Jahr auch am deutschen Straßenverkehr teilnehmen – also auch in Mengede parken.

Solange keine Gefahr von dem geparkten BMW ausging. Das änderte sich nach dem Einschlagen der Scheiben und mit dann vorstehenden Glassplittern.

Wer trägt Kosten für die Entsorgung?

Nun also die Schrottpresse. Erst kurz davor hat die Stadt noch den Kofferraum des Wagens geöffnet. „Der Kofferraum war leer“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön nun knapp. Damit ist eine in Mengede verbreitete Mutmaßung widerlegt: Im Kofferraum lagen weder Diebesgut noch Einbruchswerkzeug.

Bleibt die Frage nach den Kosten für die Entsorgung. Da sich der Halter in all den Monaten nicht um den BMW gekümmert hat, ist die Stadt realistisch: sie will jetzt „im Rahmen ihrer Möglichkeiten nichts unversucht lassen“, die entstandenen Kosten ersetzt zu bekommen. Das schreibt Stadtsprecher Christian Schön. Also Vollstreckung?

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Schwer möglich: „Soweit kein Aufenthaltsort des Verantwortlichen im Inland ermittelt werden kann, ist die Vollziehung eines Leistungsbescheides als schwierig einzustufen, da kein Vollstreckungsabkommen mit Polen besteht.“ Eine Verschrottung auf Staatskosten also – besser: zu Lasten der Steuerzahler.

Wenn der mysteriöse BMW die Mengeder auch lange über eine Räuberpistole spekulieren ließ, beruhigt vielleicht eines. Christian Schön schreibt: „In den letzten Jahren sind derartige Fälle in Dortmund nur selten aufgetreten.“

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