Mysteriöser Todesfall: 26-Jähriger hatte Angst, vergiftet zu werden – dann starb er

hzPolizeiliche Ermittlungen

Ein plötzlicher Tod, der Fragen aufwirft, beschäftigt die Dortmunder Polizei und Staatsanwaltschaft. Wurde ein 26-Jähriger vergiftet? Er hatte zu Lebzeiten diesen Verdacht geäußert.

Dortmund

, 22.10.2019, 07:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Umstände des Todes von Enes Ö. sind mysteriös. Der 26-jährige Dortmunder aus der Nordstadt ist in der Nacht zum 11. Oktober (Freitag) im Klinikum-Nord gestorben. „Todesursache ungeklärt“ steht auf dem Totenschein. Das ist bei einem 26-Jährigen zwar schon allein ungewöhnlich, aber in diesem Fall mit seiner besonderen Vorgeschichte Anlass für weitere Untersuchungen.

Zwei Tage vorher sei Enes Ö. morgens noch beim Sport gewesen, gab seine Schwester bei der Polizei zu Protokoll. Enes Ö. spielte Fußball. Dann habe ihr Bruder gefrühstückt. Kurz darauf habe er über Schwindel und Muskelschmerzen geklagt und sich mehrfach übergeben.

Wiederbelebungsversuche

In der folgenden Nacht habe dann die Mutter um 0.30 Uhr den Rettungsdienst gerufen, nachdem der junge Mann über Übelkeit und Schmerzen in der Brust geklagt hatte, berichtet Staatsanwalt Henner Kruse auf Anfrage. Unter laufenden Wiederbelebungsversuchen sei er dann ins Klinikum-Nord gebracht worden.

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Dort versuchten die Ärzte, seinen Stoffwechsel zu aktivieren. Es habe keine äußerlich sichtbaren Zeichen für eine Verletzung gegeben. Doch auf dem Körper zeigten sich „pustelartige Hautveränderungen“.

Seine Schwester hatte angegeben, dass Enes Ö. psychische Probleme gehabt habe und deshalb bei einem Neurologen in Behandlung gewesen sei. Er habe sich eingebildet, er würde vergiftet.

Giftnotzentrale kontaktiert

Auch die Assistenzärztin im Krankenhaus vermutete offenbar, dass eine Vergiftung – was für eine auch immer – vorliegen könnte; denn akute Vergiftungen manifestieren sich nicht selten auf der Haut. Die Medizinerin kontaktierte daraufhin die Giftnotzentrale für weitere Informationen. Doch auch dieser Weg führte letztlich nicht weiter. Um 0.38 Uhr des 11. Oktober konnten die Ärzte nur noch den Tod von Enes Ö. feststellen.

Laut Henner Kruse wurde der 26-Jährige aufgrund der ungeklärten Todesursache obduziert. Mit dem Obduktionsbericht rechnet die Staatsanwaltschaft Ende des Monats. Aufgrund der Vorgeschichte gab sie gleichzeitig toxikologische Untersuchungen in Auftrag, um zu klären, ob mehr dahintersteckt. Bis diese Untersuchungen abgeschlossen seien, werde es Monate dauern, so Staatsanwalt Kruse.

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