Nach 300 Aufführungen: Tochter von Loriot verbietet Theater-Abende in Dortmund

hzRoto Theater

Seit acht Jahren sind die Loriot-Abende die absoluten Publikumslieblinge im Roto Theater. Nun gibt’s Ärger mit der Erbin.

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, 05.12.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Barbara Kleyboldt vom Roto Theater hält fest: „Jeder kennt ihn und jeder mag ihn.“ Sie lässt die letzten Jahre noch einmal Revue passieren: Gut 200 Aufführungen des ersten Loriots-Abends mit zwölf Sketchen und weitere 100 Aufführungen des neuen Loriot-Abends mit zehn Sketchen, der ab 2017 lief. Nach 8 erfolgreichen Jahren und 300 Aufführungen wird es am 31. Januar den letzten Loriot-Abend im Roto Theater geben.

Beide Formate sind Publikumsmagneten und zählen zu den erfolgreichsten und besucherstärksten Aufführungen in dem Theater. „Für uns ist das finanziell einschneidend, weil Loriot der Renner bei uns ist“, so Rüdiger Trappmann, der mit Kleyboldt das Roto Theater leitet.

Entzug der Rechte zur Aufführung

Doch nun hat Susanne von Bülow, die mit dem „Studio Loriot“ die Rechte an den Sketchen ihres Vaters Vicco von Bülow verwaltet, ihnen die Rechte entzogen. Die Aufforderung hierzu wurde schon einmal gestellt, was das Roto mit dem Hinweis auf damit einhergehende, existenzielle Probleme aber abwiegeln konnte und woraus sich dann der neue Loriot Abend entwickelte.

Nach 300 Aufführungen: Tochter von Loriot verbietet Theater-Abende in Dortmund

Susanne von Bülow, die Tochter von Vicco von Bülow, möchte nicht mehr, dass die Loriot-Abende in Dortmund stattfinden. © dpa

„Wir sollten damals schon eine zweijährige Pause machen, weil sich angeblich zu sehr Routine einspielen würde“, erklärt Trappmann.

Für ein Interview stand Susanne von Bülow nicht zur Verfügung. Sie erklärte aber in einer E-Mail: „Meiner Meinung nach müssen die Schauspieler nach so vielen Jahren Loriot mal eine Pause machen, sonst verselbstständigt sich das Ganze. Es handelt sich ja nur um höchstens zwei Jahre Unterbrechung.“

Das stößt beim Roto-Theater auf Unverständnis und Enttäuschung. „Eine Wiederaufnahme nach zwei Jahren hieße für uns, mit dem Abend von vorne anzufangen“, sagt Trappmann. Zudem möchte man ja das Erbe Loriots aufrechterhalten.

Das sind die letzten Termine

Die letzten Termine des neuen „Loriot Abends“:
  • 7. Dezember um 19.30 Uhr
  • 11. Januar um 19.30 Uhr
  • 31. Januar um 19.30 Uhr

    Weitere Informationen und das Gesamtprogramm des Roto Theaters, Gneisenaustraße 30, gibt es unter Tel. 42 27 79, per E-Mail: rototheater@rototheater.de oder www.rototheater.de

Ensemble spielt im Sinne Loriots für die Menschen

Dazu halte man sich bei den Vorführungen strikt an das Original. „Wir lieben einfach Werktreue, das ist uns ganz wichtig“, sagt Kleyboldt. Zumal Frau von Bülow die Inszenierung nie persönlich gesehen habe und sogar noch finanziell davon profitiere. Denn pro Aufführung fließen gut 100 Euro an Tantiemen an sie. Verhandlungen und Nachfragen zur möglichen Weiterführung des Loriot-Abends waren bis dato erfolglos.

Das Theater erklärt nun den vielen Loriot-Fans: „Das Ensemble ist untröstlich und würde so gerne im Sinne Loriots weitermachen“, sagt Trappmann. Aktuell sieht es aber nicht danach aus, dass es eine Weiterführung nach dem 31. Januar gibt. Somit plant das Roto bereits, ein Stück über den Komiker Karl Valentin für das Frühjahr 2020 zu schreiben. Auch neue Literaturformate über Nelly Sachs oder Thomas Mann seien denkbar.

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