Annette Schröer war fast ein halbes Jahrhundert für Kinder in Asseln da

hzEv. Familienzentrum Asseln

Annette Schröer ist schon so lange Erzieherin, dass sie sogar schon manche Mütter von heutigen Kindergartenkindern betreut hat. Nun freut sie sich auf ihren Ruhestand.

Asseln

, 29.06.2020, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annette Schröer (64) geht nach 46 Jahren im evangelischen Familienzentrum Arche, einer Kindertagesstätte am Asselner Hellweg 163, in den Ruhestand. Seit 1981 war sie dort Leiterin. Redakteur Andreas Schröter hat mit ihr gesprochen.

Hallo Frau Schröer, hat sich in der ganzen Zeit viel verändert?

Ja, seit 1981 bieten wir einmal im Jahr ein Familienwochenende in Eversberg an, für das wir immer 90 bis 100 Anmeldungen haben, seit 1984 nehmen wir auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf auf, seit 1991 nach einem Umbau sind wir Tagesstätte und seit 2007 sind wir zertifiziertes Familienzentrum.

Und die Kinder?

Auch die Kinder haben sich verändert, weil sich auch die gesamten gesellschaftlichen Strukturen verändert haben. Die Eltern sind ja heute meist beide berufstätig. Das war früher nicht der Fall. Auch ist eine Kindertagesstätte heute fast so etwas wie ein kleines Wirtschaftsunternehmen. Wir müssen mit dem Geld, das uns zugeteilt wird, auskommen. Und es gibt viel mehr Formalitäten als früher. Wir müssen zum Beispiel die allgemeine Entwicklung eines jeden Kindes verschriftlichen. Damals war auch die pädagogische Arbeit ganz anders. Die Kinder waren einer Gruppe zugeteilt und blieben in ihrem Raum. Heute gibt es ja das offene Konzept, dass die Kinder sich die Räume aussuchen dürfen, in denen sie spielen wollen.

Zur Einrichtung

86 Kinder zwischen vier Monaten und sechs Jahren besuchen derzeit das Evangelische Familienzentrum Asseln. Sie werden von 13 Frauen und 2 Männern betreut. Nachfolgerin von Annette Schröer als Leiterin wird Britta Holtheuer.

Ist das gut oder schlecht?

Gut. Die Kinder können mehr selbstständig entscheiden. Das fördert ihre Eigenständigkeit.

Freuen Sie sich auf Ihren Ruhestand?

Ja. Ich habe meinen Job wirklich gerne gemacht. Auch die Lautstärke, die in einer Kindertagesstätte manchmal herrscht, konnte ich immer ganz gut ausblenden. Aber irgendwann habe ich entschieden, jetzt aufzuhören.

Obwohl sie noch ein paar Tage zu arbeiten hat, wurde Annette Schröer bereits jetzt offiziell von der Evangelischen Kirchengemeinde Asseln verabschiedet - hier mit Pfarrer Johannes Ruschke.

Obwohl sie noch ein paar Tage zu arbeiten hat, wurde Annette Schröer bereits jetzt offiziell von der evangelischen Kirchengemeinde Asseln verabschiedet - hier mit Pfarrer Johannes Ruschke. © Britta Holtheuer

Bei der langen Zeit, die Sie im Kindergarten waren, könnten Sie sogar die Kinder von ehemaligen Schützlingen betreut haben.

Ja, das ist auch schon passiert. Das ist komisch, wenn Mütter und ihre Kinder dieselbe Kindergärtnerin haben beziehungsweise hatten. Erst neulich habe ich eine Karte von einer Mutter bekommen, deren Kind wir in die Schule verabschiedet haben. Sie stammt von 1986 und zeigte den eigenen Abschied der Mutter aus ihrer Kindergartenzeit bei uns.

Was machen Sie künftig mit Ihrer Zeit? Netflix-Serien gucken und auf dem Sofa Pralinen essen?

(Sie lacht) Ja, das auch. Ich habe absolut keine Angst davor, dass mir langweilig werden könnte. Ich lese gerne, fahre gerne Fahrrad und Ski und treffe mich gerne mit Freunden.

Wann ist Ihr letzter Arbeitstag?

Am 24. Juli. Danach macht der Kindergarten zwei Wochen Sommerpause.

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