Nach Böller-Explosion in der Thier-Galerie: Zehn Jugendliche angeklagt

hzThier-Galerie

Für ein Youtube-Video wollten sie die Besucher der Thier-Galerie in Angst versetzen. Die Staatsanwaltschaft hat nun die mutmaßlichen Täter des Böller-Vorfalls im Dezember angeklagt.

Dortmund

, 08.08.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den Schock folgte großes Unverständnis: Am 15. Dezember, mitten im Weihnachtsgeschäft, zündeten Jugendliche in der Thier-Galerie einen Böller, um ein Video von dem Streich später auf Youtube hochzuladen. Viele Hundert Menschen, die zu dem Zeitpunkt im Einkaufszentrum Einkäufe erledigten, bekamen Angst, verfielen teilweise in Panik, als sie den Knall hörten.

24 Menschen wurden verletzt, als die Besucher zu den Ausgängen stürzten, ungewiss, ob sie gerade vor einem Bombenanschlag oder einem Amokläufer davon rennen. Dass die Besucher ein schlimmes Gewaltverbrechen fürchten, gehörte angeblich zum Plan der Jugendlichen.

Youtuber plante die Tat

Die Empörung war groß, als sich rausstellte, dass hinter dem ganzen ein böser Scherz steckte. Der Youtuber Jounes A. aus Wolfsburg soll an dem Tag in Dortmund Jugendliche angestiftet haben, in der vollen Thier-Galerie einen Böller zu zünden und so zu tun, als sei es ein Anschlag. A., zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt, und ein Freund filmten, wie ein junger Dortmunder den Feuerwerkskörper entzündete. Und auch als danach die Panik ausbrach, hielten sie die Kamera drauf.

A. und der 18-jährige Freund müssen sich dafür bereits ab nächster Woche vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Vor einigen Monaten hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens wegen Androhung von Straftaten erhoben. Der Prozess gegen die zwei beginnt am 14. August.

Zehn Dortmunder wurden angeklagt

Nun wurden auch die Jugendlichen aus Dortmund angeklagt, die sich von A. anstiften ließen. Im Untergeschoss der Thier-Galerie sollen sie einen extra lauten Böller gezündet haben und dann weggerannt sein, um Passanten glauben zu machen, es werde gerade ein Anschlag verübt.

Zehn sind es insgesamt, Jungs und junge Männer zwischen 14 und 16 Jahren, gegen die die Dortmunder Staatsanwaltschaft Klage erhoben hat, ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung und Störung des öffentlichen Friedens.

Bisher gibt es nur eine Anklageschrift. Das heißt, dass es auch nur ein Gerichtsverfahren geben wird, in dem alle zehn Jugendlichen gemeinsam angeklagt werden. Wie Staatsanwältin Sonja Frodermann erklärt, könne sich das bis zu Prozessbeginn aber noch ändern.

Auch wegen des logistischen Aufwands, den ein Prozess mit zehn Angeklagten bedeutete, werde aktuell noch geprüft, ob das Verfahren am Amts- oder Landgericht stattfinden wird. Der Prozess selbst wird laut Frodermann wohl erst gegen Ende des Jahres starten.

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