Nach dem Feuer in der „Tränke“: So schildert Wirt Rolf Oehme die Brandursache

hzGroßbrand in Bodelschwingh

Ende September wütete ein Feuer in der Bodelschwingher Gaststätte „Tränke“. Der Schaden am und im Gebäude ist immens. Drei Wochen nach der Katastrophe spricht der Wirt über die Brandursache.

Bodelschwingh

, 16.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Telefon klingt Rolf Oehme relativ gefasst. „Wir haben uns wieder berappelt“, sagt der 69-jährige Wirt drei Wochen nach dem verheerenden Feuer in der Gaststätte „Tränke“. Die Flammen haben große Teile des Gebäudes zerstört, auch das Löschwasser hat erhebliche Schäden angerichtet.

Von einer Minute auf die andere verloren Rolf Oehme und seine Frau Annegret alles: ihr Bodelschwingher Restaurant, für das sie vor 38 Jahren den Pachtvertrag unterschrieben hatten, und ihre Wohnung, die sich im selben Gebäude befindet.

Zur Schadenssumme kann Rolf Oehme nichts sagen, die würde noch durch die Versicherung ermittelt. Offen spricht der 69-Jährige über die Brandursache: „Eine kleine Flamme auf dem Gasherd in der Küche hat sich entzündet. Das hat ein Gutachter ermittelt“, so Oehme.

Und weiter: „Wir saßen nebenan beim Mittagessen, als es in der Küche zweimal geknallt hat.“ Er habe sofort versucht, die Flammen mit dem Feuerlöscher zu ersticken. Seine Frau habe währenddessen die Feuerwehr gerufen.

Bei der Brandursache handele es sich also glücklicherweise nicht um grobe Fahrlässigkeit, so Oehme, die Versicherung werde zahlen.

Die Oehmes bleiben in Hombruch

Unterschlupf fanden die Oehmes noch am Tag des Brandes bei ihrer Tochter in Hombruch. Ab November wird das Wirtepaar wieder eine eigene Wohnung haben. „Wir bleiben hier in Hombruch, in der Nähe von unseren Kindern und Enkelkindern“, so Rolf Oehme.

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Mit dem Thema Gaststätte hätten sie definitiv abgeschlossen. „Im März 2020 wollten wir ja ohnehin Schluss machen“, sagt der beliebte Wirt, der sich somit mit seiner Frau im wohlverdienten Ruhestand befindet.

Davon merken die beiden momentan allerdings noch nicht viel. Denn seit dem Brand müssen sie vieles regeln. Momentan lassen sie durch eine Spezialfirma prüfen, was von ihrem Hausrat und ihrer Kleidung nach dem Feuer und den Löscharbeiten noch brauchbar ist.

Nach dem Feuer in der „Tränke“: So schildert Wirt Rolf Oehme die Brandursache

Ein Bild aus besseren Tagen: Rolf und Annegret Oehme, die 38 Jahre lang die Gesichter des beliebten Restaurants "Tränke" waren. Der Großbrand im September hat alles zerstört. © privat

Manchmal seien es Kleinigkeiten, die ihn furchtbar aufregen würden, erzählt Oehme: „Ich wollte zwei Kohlensäure-Flaschen zurückgeben, doch weil die Quittungen, die ja verbrannt sind, fehlten, wurden sie nicht angenommen“, erzählt er. Das sei ärgerlich, immerhin ginge es um 150 Euro.

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Zukunft des stark beschädigten Gebäudes ist noch ungewiss

Und was werden die Oehmes machen, sobald Ruhe in ihr Leben eingekehrt ist? „Auf jeden Fall öfter verreisen, auch in unsere zweite Heimat Österreich, und vielleicht einen 450-Euro-Job übernehmen.“ Wichtig für beide sei auch, die guten Kontakte in Bodelschwingh weiterhin zu pflegen.

Was mit dem Gebäude, dessen Dachstuhl weitestgehend zerstört wurde, passieren wird, steht in den Sternen. Laut Eigentümer Gisbert Westermann sei noch alles offen, weil die Versicherungen den Fall bislang nicht abgeschlossen hätten. Ob die Versicherungssumme einen Neubau decken wird, wisse er deshalb noch nicht. Genauso wenig sei entschieden, ob es an diesem Standort zukünftig wieder ein Restaurant geben werde.

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