Nach Gewalttaten: Anlasslose Kontrollen in der gesamten Dortmunder Innenstadt

Redakteur
Schwerpunktkontrollen in der Dortmunder Innenstadt am 2. Oktober. Diese Art von Einsätzen soll fortgesetzt werden, kündigt die Polizei an. © Karsten Wickern
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Auf allen Straßen innerhalb des Wallrings in Dortmund darf die Polizei Personen kontrollieren. Das bereits häufiger eingesetzte Instrument der „strategischen Fahndung“ ist aktuell in der City sowie in der südlichen Nordstadt wieder in Kraft gesetzt.

Die Polizei begründet das mit einer „größeren Gewaltbereitschaft der Täter, die sehr aggressiv und auch bewaffnet auftreten“.

In der „strategischen Fahndung“ sind „räumlich und zeitlich begrenzt Sichtkontrollen auch ohne einen konkreten Anlass“ erlaubt. Grundlage dafür ist das nordrhein-westfälische Polizeigesetz.

Ziel der Kontrollen: „Straftaten von erheblicher Bedeutung verhindern.“

„Die strategische Fahndung zielt darauf ab, Straftaten von erheblicher Bedeutung zu verhindern. Darüber hinaus kann die Polizei damit auch Täterstrukturen aufhellen“, schreibt die Polizei in einer von dieser Redaktion angefragten Lage-Analyse von Freitag (7.10.).

Seit 2019 war dieses Instrument in Dortmund mehrfach eingesetzt worden, zuletzt im April/Mai 2022 in der City oder zuvor in der Nordstadt und gegen die Raser-Szene auf dem Wall.

Schwerpunkteinsätze haben bereits begonnen

Dass sich in der Dortmunder Innenstadt etwas verändert hat, war bereits am zurückliegenden ersten Oktober-Wochenende zu bemerken. Bei Schwerpunkteinsätzen in zwei Nächten waren zahlreiche Polizeibeamte an der Kampstraße und an weiteren Orten in der Innenstadt präsent.

Personalien-Überprüfungen und Durchsuchungen von Taschen und Fahrzeugen waren eine Reaktion auf mehrere Vorfälle in kurzer Zeit. Am Freitag macht die Dortmunder Polizeibehörde deutlich: In der gesamten Dortmunder Innenstadt ist die Lage gerade außergewöhnlich.

Zwar sei die Zahl der Raubüberfälle und Körperverletzungs-Delikte in der Dortmunder Innenstadt in den Sommermonaten Juli, August und September im Vergleich zu den gleichen Monaten im Jahr 2019 vor der Pandemie annähernd auf dem gleichen Niveau geblieben.

Täter gehen zum Teil brutal vor

Doch Polizeidirektor Thomas Pierenkämper sagt: „Das zum Teil brutale Vorgehen mancher Täter ist erschreckend und macht schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei notwendig. Deshalb setzen wir unsere Schwerpunktkontrollen in den nächsten Wochen fort.“

Seit Juli registrierte die Polizei 21 Raubüberfälle innerhalb des Wallrings. 2019 waren es drei mehr. Polizeisprecher Peter Bandermann sagt: „Bei diesen Taten fällt die hohe Gewaltbereitschaft der Täter auf.“

Dies gelte auch für die Körperverletzungsdelikte, bei denen die „ausnahmslos jungen Täter – Jugendliche und Heranwachsende – teilweise auch bewaffnet vorgehen, unter anderem mit Messern.“ Dabei falle immer wieder auch ein hoher Alkoholisierungsgrad auf.

Kampstraße ist kein Schwerpunkt

Ein räumlicher Schwerpunkt sei dabei nicht erkennbar. „Die Straftaten wurden auf verschiedenen Straßen innerhalb des Walls – darunter auch, aber nicht überwiegend, in der Kampstraße – sowie in der südlichen Nordstadt begangen“, heißt es im Lagebild der Polizei.

Erkennbar sei ein Zusammenhang zur Öffnung von Clubs und Diskotheken. „Die Täter nutzen die Angebote, die Besucherströme und die Infrastruktur der Großstadt, um Straftaten zu begehen“, sagt Peter Bandermann.

Dortmunds Polizeipräsident: „Schnell Ergebnisse erzielen.“

Aus Sicht von Polizeipräsident Gregor Lange ist dies nicht hinnehmbar. „Unser Ziel ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt unbekümmert die City besuchen können – auch in den Abend- und Nachtstunden, wenn sie ausgelassen in den Clubs feiern möchten. Wir müssen deshalb schnell Ergebnisse erzielen, Täter identifizieren und so für mehr Sicherheit sorgen“, sagt Gregor Lange.

Dies erfolge in enger Abstimmung mit der Stadt Dortmund und anderen Institutionen, so der Polizeipräsident.

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