Nach Mauerfund in der Silberstraße steht früheres Dominikanerkloster im Fokus

hzDenkmal des Monats

Bei Arbeiten in der Silberstraße entdeckten Bauarbeiter nur Zentimeter unter dem Asphalt Fundamente einer Klostermauer. Das frühere Dominikanerkloster ist nun Denkmal des Monats im April.

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, 29.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer, wenn in der Innenstadt Erdarbeiten notwendig werden, steht auch die Stadtarchäologie der Denkmalbehörde bereit. Nachdem bei Kanalarbeiten Teile des früheren Dominikanerklosters freigelegt wurden, stellt die Denkmalpflege nun das Kloster als Denkmal des Monats April vor.

Die Fundamente einer zweischaligen Natursteinmauer, zusammengehalten von dem im Mittelalter üblichen weichen Mörtel aus Kalk und Sand, lagen nur wenige Zentimeter unter dem Asphalt. Vermutlich handelt es sich um Fundamente eines Torhauses, das an dieser Stelle Einlass in das geschlossene Klostergebiet gab, vor allem zum seit 1507 hier bestehenden Krankenhaus und zum Gasthaus für Pilger. Darauf weisen auch in der Nähe entdeckte Scherben von Krügen und Bechern hin – übliche Gebrauchsware aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Klostergründung mit „Anlauf“

Einfach war die Gründung des Dortmunder Klosters für die Dominikaner nicht. Zwar hatten Kaiser und Papst bereits 1310 ihre Erlaubnis erteilt, aber sowohl der Rat der Stadt als auch der Klerus der anderen Stadtkirchen waren dagegen. Dreimal wurden die Dominikaner aus der Stadt vertrieben, bevor sie schließlich 1330 – 20 Jahre später – durch eine List in Dortmund sesshaft werden konnten.

Mit dem Kölner Weihbischof, der selbst Dominikaner war, hatten sie heimlich die nötigen Baumaterialien auf dem vorgesehenen Grundstück zusammengetragen. So konnten sie in einer Nacht eine provisorische kleine Kirche inklusive Glocke errichten, in der sie am Morgen direkt die Messe feierten. Den geweihten Bau mussten die Dortmunder respektieren, und in den folgenden Jahren konnten die Dominikaner ihr Kloster ausbauen.

Einzige „überlebende“ Klosterkirche in Dortmund

Das Dortmunder Dominikanerkloster bestand bis 1816. Wie viele andere Klöster in dieser Zeit wurde es von der Obrigkeit aufgehoben, doch nur von dieser Einrichtung sind noch Gebäude im Stadtgebiet zu finden, da die ehemalige Klosterkirche als katholische Pfarrkirche der Innenstadt überlebte. Sie ist eine der vier erhaltenen historischen Innenstadtkirchen, die allerdings – im Gegensatz zu St. Reinoldi, St. Marien und St. Petri – nicht direkt am Hellweg steht.

Das Klosterareal selber ist wenige Meter südlich des Hellwegs als großer Innenhof zwischen dem Katholischen Zentrum und der Propsteikirche mit ihrem kleinen Dachreiter gut nachzuvollziehen. Hier befand sich früher der Klostergarten mit verschiedenen Gebäuden, neben dem Konvent unter anderem Brauhaus, Bäckerei und Mühle.

Inzwischen gehen die Kanalarbeiten weiter – nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Funde ergeben.

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