Rund 400 Personen der gruppe über 60 Jahren haben am Ostersonntag auf Phoenix-West ihre Impfung bekommen. © Kevin Kindel (Archiv)
Corona-Impfung in Dortmund

Nach Termin-Ansturm: Hunderte Dortmunder über 60 am ersten Tag geimpft

Kurzfristig hat Dortmund tausende neue Impfdosen bekommen. Auf die neuen Termine für Personen ab 60 Jahren hat es einen Ansturm gegeben - ein gutes Zeichen, sagt der Leiter des Impfzentrums.

Die kurzfristig buchbaren Corona-Impfungen der Gruppe der Personen ab 60 Jahren sind in Dortmund am Ostersonntag (4.4.) gestartet – mehrere Hundert Personen dieser Altersgruppe bekamen an diesem Tag im Impfzentrum bereits ihren Stich.

„So ungefähr 400“ seien es in Dortmund, die ihre Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca an diesem Tag bekämen, sagt Impfzentrumsleiter Dr. Reinhard Büker am Nachmittag im Gespräch mit dieser Redaktion. Dortmund hatte kurzfristig mehr als 13.000 Dosen des Impfstoffs bekommen, die an über 60-Jährige zu vergeben waren.

„Wir fahren heute unter Volllast“, sagt er aber auch. Allein am Ostersonntag werden insgesamt circa 2200 bis 3000 Menschen im Impfzentrum auf Phoenix-West geimpft. Ein durchschnittlicher Tag liege eigentlich bei 2000.

Mehr Warteschlangen vor dem Impfzentrum als gewohnt

Neben der Gruppe der über 60-Jährigen, die von dem kurzfristig erhaltenen Impfdosen-Sonderkontingent profitieren, ging auch der reguläre Betrieb am Dortmunder Imfpzentrum weiter. Dadurch bildete sich auch die ein oder andere Warteschlange mehr als üblich.

Das habe auch mit der Kurzfristigkeit des plötzlich verfügbaren Sonderkontingents zu tun, meint Büker. Denn erst am Mittwoch (31.3.) hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann angekündigt, dass das Land NRW unerwartet 380.000 Astrazeneca-Impfdosen bekommt.

„Das mal eben innerhalb von wenigen Tagen zu stemmen… dass Leute da draußen stehen und es etwas mehr Schlangenbildung gibt, ist nicht verwunderlich“, sagt Reinhard Büker.

Alle Termine an neue Gruppe bereits vergeben

Die Terminbuchung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) für die neuen Termine ist am Samstag gestartet – mit einem Ansturm mit Ansage.

Es dauerte nur etwas mehr als 24 Stunden und das Sonderkontingent war komplett vergeben. „Alle Impftermine mit Astrazeneca für Ü60 in Westfalen-Lippe vergeben“, vermeldete die KVWL am Sonntagnachmittag. Das betrifft insgesamt rund 167.000 Menschen. In Dortmund eben 13.620.

Ansturm auf Termine – „was wollen wir mehr?“

Dass es durch diesen Ansturm bei einigen Personen auch einigen Frust gegeben hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Hier waren Leitungen belegt, da kamen Bestätigungsmails verzögert. Und auch den virtuellen Warteraum dürften viele Menschen jetzt bestens kennen.

Viele Menschen wollten gleichzeitig die vergleichsweise wenigen Termine haben, die es „aus heiterem Himmel“ gab, wie Dr. Reinhard Büker es formuliert.

Doch das, meint der Dortmunder Impfzentrumsleiter, sei ein gutes Zeichen. „Das zeigt: Die Leute wollen das, die haben sich bewusst für Astrazeneca entschieden“, sagt er. Insgesamt sei die Terminvergabe mit einem neuen System noch „erstaunlich gut verlaufen“, meint er.

„Die Termine sind gebucht, was wollen wir eigentlich mehr? Man stelle sich vor, wir schalten die Termine frei und nur wenige werden gebucht“, sagt Büker. Solche Befürchtungen hatte es gegeben, nachdem der Impfstoff von Astrazeneca abermals in die Kritik geraten war.

„Bis September könnten wir tatsächlich durch sein“

„Der Impfstoff ist kaputtgeredet worden“, meint Impfarzt Büker, und positioniert sich klar: „Der Weg zum Impfzentrum ist gefährlicher als der Impfstoff.“ Nur ganz wenige Leute vor Ort versuchen zu diskutieren, ob sie nicht doch einen anderen Impfstoff bekommen könnten.

Doch Büker und seine Mitarbeiter kämpfen weiter dafür, „dass diese Pandemie endlich vorbei ist“. Wann das soweit sein kann?

„Meine Prognose ist: Wenn noch zwei, drei Impfstoffe dazukommen und die Hausärzte mit dabei sind, dann wird die Post abgehen. Bis September könnten wir tatsächlich durch sein“, schätzt der Leiter des Dortmunder Impfzentrums.

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Baujahr 1993, gebürtig aus Hamm. Nach dem Germanistik- und Geschichtsstudium in Düsseldorf und dem Volontariat bei Lensing Media in der Stadtredaktion Dortmund gelandet. Eine gesunde Portion Neugier und die Begeisterung zum Spiel mit Worten führten zum Journalismus.
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