Gleich 72 positive Corona-Fälle hat es in den vergangenen zwei Wochen im Knappschaftskrankenhaus in Brackel gegeben. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Nächster Corona-Ausbruch in einem Dortmunder Krankenhaus

Erneut hat es einen Corona-Ausbruch in einem Krankenhaus in Dortmund gegeben. Laut Stadt handelt es sich um mehr als 70 Fälle, darunter viele der britischen Mutation.

Insgesamt 72 positive Tests habe es im Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel geben. Das teilte die Stadt auf Anfrage mit. Betroffen seien nach aktuellem Stand 45 Patienten und 27 Mitarbeiter.

In 26 Fällen wurde die britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen, die sich allgemein auf dem Vormarsch befindet und vermutlich die klassische Version des Coronavirus verdrängt. Diese 26 Fälle teilen sich auf in je 13 Mitarbeiter und Patienten.

Ausbruch zieht sich seit Mitte Februar hin

„In Absprache mit dem Gesundheitsamt werden weiterhin engmaschig Tests durchgeführt und alle erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens ergriffen“, so Stadtsprecherin Anke Widow.

Das Knappschaftskrankenhaus selbst betont, neu sei das Infektionsgeschehen nicht. Es habe seinen Ursprung bereits Mitte Februar genommen.

Seinerzeit war allerdings in erster Linie davon die Rede, dass es zwei Fälle der britischen Mutation im Krankenhaus gegeben habe. Positive Befunde von Mitarbeitern gebe es nicht, hieß es seinerzeit.

„Infektionszahlen gehen seit Tagen zurück“

Von Mitte Februar bis Anfang März gab es 56 Fälle, innerhalb dieser Woche nun 14 weitere. Krankenhaussprecher Klaus-Peter Wolter unterstreicht denn auch: „Die Infektionszahlen bei den Patienten gehen seit mehreren Tagen zurück, auch in der Mitarbeiterschaft wurden zuletzt trotz umfassender Testungen und Typisierungen keine neuen Corona-Befunde festgestellt.“

Um allerdings „jedes Risiko auszuschließen“ seien mehrere Stationsbereiche isoliert worden. Dort habe man keine weiteren Patienten aufgenommen. Patienten und Mitarbeiter in diesen Bereichen seien wiederholt abgestrichen worden.

Erster größerer Ausbruch im Januar: 63 Fälle

Bereits im Januar hatte es im Knappschaftskrankenhaus einen Corona-Ausbruch gegeben. Seinerzeit waren innerhalb weniger Wochen 63 Fälle aufgetreten. Auch dieser Fall war erst spät öffentlich geworden. Seinerzeit hatte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Frank Renken, auf einer Pressekonferenz davon gesprochen.

Der neuerliche Ausbruch habe seinen Ursprung aber tatsächlich im Februar, so Stadtsprecherin Widow auf Nachfrage. Eine Zusammenhang zu den Fällen im Januar gebe es nicht, so auch Krankenhaussprecher Wolter.

Bei beiden Ausbruchsgeschehen zusammen kam es bisher zu mindestens 135 Infektionen.

Stationen sollen nächste Woche wieder freigegeben werden

Er verweist darauf, dass das Klinikum Westfalen – also der Krankenhaus-Verbund, zu dem das Knappschaftskrankenhaus in Brackel gehört – „im eigenen Labor die Möglichkeit der Typisierung auf Mutationsformen installiert hat, um schnell Ergebnisse bekommen zu können.“

Was man im Labor herausgefunden habe: Die britischen Mutante sei „in den insgesamt zu erwartenden Anteilen“ aufgetreten. In der nächsten Woche sollen Stationsbereiche wieder freigegeben werden – „wiederum in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt“.

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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