Der Pleckenbrinksee: Wickeder Oase für viele Vögel

hzUnsere Naherholungsgebiete

Vielleicht entdecken wir in dieser Corona-Krise, wie schön es oft direkt vor unserer Haustür ist. Zum Beispiel am Pleckenbrinksee im Wickeder Norden. Entstanden ist der See durch einen Zufall.

von Tobias Weskamp

Wickede

, 25.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Von zahlreichen Vögeln umlagert, liegt der Pleckenbrinksee in der wärmenden Mittagssonne. Das Gewässer im nördlichen Wickede, angrenzend zum Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz, befindet sich idyllisch in Sichtweite einiger vereinzelt stehender Wohnhäuser. Im Hintergrund sind Stromtrassen zu sehen, die das Bild aber nicht wirklich stören – genauso wenig wie vereinzelte Flugzeuge, die, wenn sie die Corona-Krise nicht gerade davon abhält, vom Flughafen abheben oder dort landen.

Viel Natur im Wickeder Norden

Auf einem Weg, der rund um den von Sträuchern gesäumten See führt, kann man die Natur erkunden. Man kommt durch den Wald und sieht viele Vögel. Direkt an den See kann man nicht, da dieser von einem schützenden Zaun umgeben ist.

In normalen Zeit sind stets mehrere Menschen rund um den See unterwegs. Detlef Ewers beispielsweise geht hier mit seiner Hündin Amira spazieren. „Hier kann man gut spazierengehen, auch mit einem Hund“, erzählt der Wickeder. „Den sollte man aber nicht auf die Wiese lassen, damit die Vögel ihre Ruhe haben.“

Rund um den Pleckenbrinksee erstreckt sich ein schönes Naherholungsgebiet, das viele Wickeder zu schätzen wissen.

Rund um den Pleckenbrinksee erstreckt sich ein schönes Naherholungsgebiet, das viele Wickeder zu schätzen wissen. © Grafik Dittgen

Heide und Brigitte haben sich bei den frühlingshaften Temperaturen auf den Weg gemacht, um die Buschwindröschen zu bewundern. „Wir freuen uns, trotz Corona draußen sein zu können“, sagen die 70-Jährigen. „Auch die Wege durch den Wald lohnen sich.“

Diese schätzt auch Jens Wolf, der mit seinem E-Bike unterwegs ist. „Hier draußen in der Natur ist man sicherer vor dem Virus“, findet er. „Ich fahre hier überall durch die Wälder.“

Anbindung wird gelobt

Die Anbindung findet Detlef Ewers gut. „Hier kommt man gut hin“, sagt er. Er ist zu Fuß gekommen, aber auch mit dem Auto könne man den See über die Straße Pleckenbrink gut erreichen. Bei schönem Wetter hat Ewers einen Spaziergang bis nach Husen zum Naturschutzgebiet Alte Körne im Sinn.

Erreichbar ist der Pleckenbrinksee vom Wickeder Hellweg über die Straße Pleckenbrink und von der Massener Straße in Unna aus über die Wasserkurler Straße. Parken kann man im Bereich der Kreuzung Pleckenbrink/Wasserkurler Straße. In der Nähe halten mehrere Buslinien, unter anderem der 428 (Haltestelle Meylantstraße).

Entstanden ist der See vor rund 13 Jahren. Schon in den 1930ern gab es an der Stelle eine Geländesenke, in der sich ein Gewässer bildete. Dies wurde durch ein Drainagesystem und eine Pumpe unter Kontrolle gebracht. Allerdings fielen diese 2007 aus. 2010 erfolgte eine einstweilige Sicherung des Sees, da dort seltene Vögel vorkamen.

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Auch Radfahrer nutzen die Strecke am Plettenbrinksee gerne. © Schaper

„Ich bin hier groß geworden“, erzählt Adolf Hußmann. Der 83-Jährige, der mit seinem Hund Caspa unterwegs ist, erinnert sich daran, dass es früher noch einen weiteren See gab, der vom Heimbach gespeist wurde. Er wurde aber zugeschüttet.

Stadt pflegt das Gebiet um den See

Das Gebiet um den See wird von der Stadt gut gepflegt. Zweimal im Jahr erfolgt eine Mahd. Zeitweise weiden Schafe auf der Fläche. Der See ist etwa 5,6 Hektar groß, das gesamte Gelände circa 13,5 Hektar. Durch den Naturschutzbund (NABU) werden die Flora und Fauna im und um den See regelmäßig beobachtet. Eine große Infotafel erklärt, was für Tiere es gibt.

An dem See wurde auch schon eine Hochstaudenflur für Schmetterlinge und andere Insekten eingesät. Um den See ist eine große Fläche für Brutvögel freigeschnitten. Dort sieht man immer wieder Kanadagänse, die in großen Ansammlungen zusammenstehen und aufgeregt schnattern.

„Am Pleckenbrinksee wurden bisher circa 150 Vogelarten nachgewiesen“, erklärt Ornithologe Dr. Erich Kretzschmar in seinem Buch „Dortmunder Vogelwelt“, das der NABU herausgegeben hat. Dazu gehören auch Höckerschwäne, Nilgänse, Stockenten und Zwergtaucher. „Die besten Beobachtungsmöglichkeiten für Wasservögel sind auf der Westseite von der Straße Pleckenbrink aus und von dem Waldweg am Nordufer“, so Dr. Kretzschmar.

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Auf einer Infotafel können sich Besucher über den See informieren. © Schaper

Bänke für Senioren fehlen

Was der Wickeder Detlef Ewers etwas bemängelt, sind fehlende Sitzmöglichkeiten. „Vor allem im Bereich des Waldes wären Bänke gut, vor allem für Ältere“, erklärt er. „Da hat man teilweise eine sehr gute Aussicht und kann schöne Fotos machen.“ Hußmann bemängelt, dass es zu wenig Parkmöglichkeiten gibt. „So können ältere Leute schlechter hier hinkommen.“ Ein möglicher Weiterbau der L663n würde zwar am See vorbeiführen, könnte aber auch die Idylle deutlich stören.

Vor allem im Bereich des Waldes könnte der Weg besser freigeschnitten sein, findet Adolf Hußmann. „Der Weg wird da nicht gepflegt. Er existiert nur deshalb, weil die Leute dort regelmäßig langgehen.“

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