Nahverkehrsmuseum feiert am Mooskamp ein Doppel-Jubiläum

hzNahverkehrsmuseum Nette

Das Nahverkehrsmuseum am Mooskamp in Nette feierte den 1. Mai auf seine Weise: Buntes, Originelles, Oldtimer-Fahrten, einstimmiger Gesang und zwei Jubilare luden zum Verweilen ein.

Nette

, 02.05.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Groß war der Andrang am Tag der Arbeit im Nahverkehrsmuseum am Bahnhof Mooskamp. Wohl dem, der mit dem Öffentlichen Nahverkehr oder per Fahrrad anreiste oder zu Fuß auf das Gelände des ehemaligen Betriebshofs „Mooskamp“ der Ruhrkohle Bahn- und Hafenbetriebe, gekommen war. Autofahrer mussten ob des großen Andrangs mitunter weitere Fußwege in Kauf nehmen.

Erst Nebel, dann Fülle

Nachdem sich der Nebel am 1. Mai gelichtet hatte, füllte sich das Areal merklich. Aus gutem Grund. Denn das, was der Verein „Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke“ unter seinem Vorsitzenden Jens Petersmann auf die Beine gestellt hat, war vieler Ehren wert.

„La Paz“ am Mooskamp

Die Straßenbahnfreunde nutzten die Aufmerksamkeit und präsentierten zwei Jubilare. Mit den Gelenkwagen Nummern 13 und 87 zeigte man den Besuchern gleich zwei Dortmunder GT8. Der als „La Paz“ bekannt gewordene, schwarz lackierte Gelenktriebwagen, der lange auf der Kampstraße stand, ist erst seit November 2018 im Museum. Aber der Wagen wird wie schon in der Innenstadt gastronomisch betrieben. Hier ist es ein urgemütliches Café, das zu Kaffee, Kuchen und Waffeln einlud.

Drei aktuelle beziehungsweise ehemalige DSW21-Mitarbeiterinnen bewirten die Gäste schon jetzt. Doch alles soll noch besser werden. „Unsere Männer“, sagen die drei Damen, die namentlich nicht genannt werden möchten, „werden die Küche überarbeiten, die Sitze erneuern und alles verschönern.“

Speisen unterm Maibaum

Wer indes die Frühlings-Sonne genießen wollte, der nahm an den Tischen unter dem Maibaum Platz, verzehrte dort Speisen und Getränke oder plauschte mit Bekannten und anderen Freunden des Nahverkehrs.

Themen gab es genug. Neben dem Gelenktriebwagen 8, der seit nunmehr 60 Jahren im Einsatz ist, feierte auch der N8C ein „rundes“ Jubiläum. Ihn gibt es seit 40 Jahren. Einst fuhren 54 Exemplare in Dortmund, ehe alle nach Polen verkauft wurden. „Dort verrichten sie in Danzig weiterhin zuverlässig ihren Dienst“, erzählte Jens Petersmann. „Der N8C hat einmal das Dortmunder Stadtbild geprägt“, betonte der Vorsitzende die Bedeutung der Bahn. Er selbst hat ein Exemplar des Bautyps in Essen erstanden. Derzeit wird die Bahn auf den „Dortmunder Look“ umgestaltet.

138-Jahre bewegte Geschichte

Bunt ging es bei den Angeboten für die Jüngsten zu. Kinder ließen sich fantasievoll schminken oder spielten ausgelassen auf dem weitläufigen Gelände.

Nahverkehrsmuseum feiert am Mooskamp ein Doppel-Jubiläum

Reinhard Raschke führte kurzweilig und kenntnisreich über das Gelände des Nahverkehrsmuseums. © Dietmar Bock

Erwachsene ließen sich bei Führungen durch 138 Jahre bewegter Nahverkehrsgeschichte von Reinhard Raschke die diversen Fahrzeuge näherbringen oder entspannten sich bei Musik: Der gemischte Stadtwerke-Chor sang Schlager wie „Michaela“ von Bata Illic, Musical-Hits wie „Der ewige Kreis“ aus „König der Löwen“ und Volkslieder wie „Hoch auf dem gelben Wagen“.

Nahverkehrsmuseum feiert am Mooskamp ein Doppel-Jubiläum

Der Chor der Dortmunder Stadtwerke bot ein buntes musikalisches Programm. © Dietmar Bock

Hoch auf alten Schienenfahrzeugen mitfahren konnten Alt und Jung auch, der Fahrbetrieb mit Oldtimerbahnen über die Museumsstrecke machte es möglich. Wer sich indes fahrende Oldies nur ansehen wollte, konnte dies bei der Modell-Straßenbahn tun. Und für all jene, die das Nahverkehrsmuseum finanziell unterstützen mochten, gab es ausgefallene Spendenboxen wie einen orangefarbenen Ex-Fahrscheinentwerter.

Nahverkehrsmuseum feiert am Mooskamp ein Doppel-Jubiläum

Früher Fahrscheinentwerter, heute Spendenbox. © Dietmar Bock

Museum zum Erleben

Das „Museum zum Anfassen und Erleben“, wie es Bürgermeisterin Birgit Jörder (SPD) bei ihrem kurzen Grußwort nannte, überraschte in jeder Hinsicht. Vor allem mit seinem umfangreichen Angebot. „Was hier geschaffen worden ist, ist einfach nur klasse“, würdigte Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch das Museum. Er möchte, dass diese Einrichtung im Städteprojekt „Nordwärts“ weiter gefördert wird.

Das scheint geboten zu sein, denn: „Zum Erstaunen vieler wächst und wächst das Museum immer weiter“, sah DSW21-Betriebsleiter Heinz Pohlmann längst nicht ausgeschöpfte Potenzial am Bahnhof Mooskamp.

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