Nazi-Schmierereien an Dortmunder Kirche: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

hzKatholische Kirche

„Hitler“, falsch herum gezeichnete Hakenkreuze und andere Schmierereien verschandeln die Außenwände einer Dortmunder Kirche. Ein spezielles Kommissariat der Polizei ermittelt nun.

Kirchlinde

, 12.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Buschwerk rund um die Kirche hat die Gemeinde bereits Anfang dieses Jahres entfernen lassen – aus Sicherheitsgründen. Anwohner sollen so leichter und schneller entdecken, wenn junge Erwachsene die Kirche mit Graffiti beschmieren und ihren Müll auf dem hinteren Teil des Rundweges entsorgen.

Kondome, volle Windeln, Spritzen und anderen Unrat finden die Gemeindemitglieder dort regelmäßig. Die St. Josefs-Kirche in Kirchlinde scheint für manche eine „Müllhalde“ zu sein.

„Weil der hintere Teil der Kirche jetzt besser einsehbar ist, hoffen wir, dass Anwohner, wenn sie etwas bemerken, sofort die Polizei rufen“, sagte Pfarrer Michael Ortwald im Gespräch mit dieser Redaktion. „Man muss die Leute auf frischer Tat ertappen.“

Die Gemeinde hat Anzeige erstattet

Sonst sei eine Anzeige eher schwierig, so Ortwald. Eine Sache hat jetzt allerdings die Gemeinde selbst angezeigt: die aktuellsten Nazi-Schmierereien auf den Außenwänden der St. Josefs-Kirche. „Das mussten wir der Polizei einfach melden“, erklärt der Pfarrer.

Denn, dass „Hitler“ an der Kirchenwand stehe und dort regelmäßig falsch herum gezeichnete Hakenkreuze auftauchen sei womöglich eine politisch motivierte Tat. Ältere derartige Graffiti hat die Gemeinde bereits überpinselt. Die derzeit noch sichtbaren Schmierereien seien vermutlich am 19. Januar hinzugekommen.

Nazi-Schmierereien an Dortmunder Kirche: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Hitler- und Hakenkreuz-Schmierereien sind an der St. Josefs-Kirche keine Seltenheit. © Carolin West

Nur drei Tage später wurden sie sogar noch ergänzt. „Danach ist aber erst einmal alles ruhig geblieben“, berichtet Pfarrer Michael Ortwald am 12. Februar.

„Die rechten Symbole an den Kirchenwänden wurden uns am 29. Januar gemeldet“, erzählt Sven Schönberg von der Polizei-Pressestelle. „Die Anzeige wurde persönlich auf der Wache im Stadtbezirk aufgegeben.“

Staatsschutz kümmert sich um die rechten Schmierereien

Die Ermittlungen hat jetzt jedoch der Staatsschutz eingeleitet. Dieses Kommissariat der Polizei Dortmund sei auf derartige Fälle spezialisiert, so Schönberg. Der Staatsschutz befasst sich mit verfassungswidrigen Kennzeichen wie Hakenkreuzen und politisch motivierter Kriminalität.

Das Wichtigste sei es deshalb, zunächst herauszufinden, ob die Graffiti einen rechten Hintergrund haben oder ein „Dummer-Junge-Streich“ seien, so der Polizei-Pressesprecher. Die Ermittlungen dauern an.

Ob die Polizeiwache Huckarde nach der Anzeige am 29. Januar ihre Kontrollen im Bereich der St. Josefs-Kirche an der Dasselstraße verschärft hat, ist unklar.

„Die Tat lag zum Zeitpunkt der Anzeige bereits zehn Tage zurück“, erklärt Sven Schönberg. „Allerdings sind die Kollegen beim Thema Rechtsextremismus sensibilisiert und kontrollieren gerade an Orten, die bekannt für solche Vorkommnisse sind, häufiger.“

Zumindest vorerst kann die Gemeinde also offenbar durchatmen.

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