Unbekannte beschmieren Festi-Ramazan-Zelte mit Nazi-Symbolen

hzFestival im Fastenmonat

Die Aufbauarbeiten haben begonnen, jetzt geht es zielstrebig auf die Eröffnung zu: Die Stadt hat die Bauarbeiten fürs Festi Ramazan genehmigt. In der Nacht waren Vandalen auf dem Gelände.

Dortmund

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die muslimische „Festi Ramazan“ im Fastenmonat Ramadan kann wie geplant am 3. Mai um 18 Uhr auf dem Parklatz E am Remydamm beginnen. Der Veranstalter hat am Dienstagvormittag (30. April) die Baugenehmigung erhalten. Spätestens am Eröffnungstag besichtigt die Dortmunder Verwaltung des Gelände für eine Bauabhnahme.

„Wir halten die Genehmigung in unseren Händen“, sagte der Sicherheitsberater Patrick Arens. Jetzt geht es darum, die hohen Auflagen zu erfüllen. Die Veranstalter müssen ein Lärmschutz- und ein Verkehrskonzept realisieren, um Anwohner der Joseph-Scherer-Straße und der Brünninghauser Straße vor Belastungen vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu schützen. Diese Themen waren auf einer Informationsveranstaltung für Anwohner am 17. April thematisiert worden.

Welche Auflagen der Veranstalter erfüllen müssen, steht in diesem Artikel:

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Nachdem Unbekannte bereits mehrere Festivalzelte mit Kot beschmiert haben, waren Unbekannte auch in der Nacht zu Dienstag auf dem Gelände am Remydamm aktiv. Sie haben Bauzaunplanen großflächig mit mindestens fünf Hakenkreuzen beschmiert. Der Veranstalter hat das am Dienstagmorgen entdeckt und bei der Polizei angezeigt.

Anwohner reagierten am Vormittag darauf mit einer Stellungnahme. Sie lautet: „Die Anwohner der Joseph-Scherer-Straße und der Brünninghauser Straße möchten sich hiermit ausdrücklich von sämtlichen, teils widerlichen Aktionen der rechten Chaoten distanzieren. Es war niemals in unserem Sinn, gegen das Festi Ramazan aus fremdenfeindlichen oder religiösen Gründen vorzugehen.“

Thema war das Festi Ramazan am Dienstagmittag auch im Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund:

Die Voraussetzungen für die Veranstaltung sind erfüllt, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Nicht nachvollziehen kann er die Diskussion um den Aufbau ohne Baugenehmigung: „Der Aufbau war genehmigungsfrei.“ Erst für die Umzäunung wurde eine Genehmigung nötig. Bei deren Erteilung habe man nun die verschiedenen Anliegen nach bestem Wissen und Gewissen abgewogen und versucht, den Stress für die Anwohner zu begrenzen.

Sierau betont, dass man für die Anliegen der Anwohner ein sehr offenes Ohr habe. So habe es nach den Infoveranstaltungen und Gesprächen weitere Verbesserungen beim Verkehrskonzept gegeben, etwa um Ruhe und Erreichbarkeit der Wohnbereiche sicherzustellen. Während der Veranstaltungen seien zwei Beschwerdetelefone eingerichtet – vom Veranstalter und von der Stadt. Sie seien von 18 bis 1 Uhr geschaltet. Auch die Zahl der Dixie-Toiletten sei erhöht worden.

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Generell gelte das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme, sagt Sierau. Sollte es etwa zu Ruhestörungen bei der Abreise kommen, könne das Ende der Veranstaltung von bislang 24 Uhr auch nach vorne – auf 23.30 Uhr oder 23 Uhr - verlagert werden.

Sierau stellte klar, dass das Fest zum letzten Mal auf der Fläche am Remydamm stattfinden kann. „Es ist völlig klar, dass nach diesem Fest auf diesem Standort kein Festi Ramazan mehr durchgeführt werden wird“, sagte Sierau. Das hänge allein schon damit zusammen, dass es bei den im Jahreskalender nach vorn rückenden Ramadan-Terminen in den nächsten Jahren zu noch mehr Konflikten mit BVB-Spielen käme.

Der Veranstalter muss jetzt nach einem alternativen Standort suchen. Die ausgeguckten Flächen auf dem HSP-Gelände und der Westfalenhütte mit privaten Eigentümern und entsprechenden Entwicklungskonzepten hält der OB allerdings für wenig wahrscheinlich.

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