Neubauprojekt verbindet barrierefreies Wohnen mit einer Kita

hzMehrgenerationenhaus

Kein gewöhnliches Mehrfamilienhaus wächst da nahe des Hörder Neumarkts heran, sondern ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt. Es richtet sich an Menschen mit Sinn für Gemeinschaft.

Hörde

, 14.05.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch ist der große Komplex in der Straße Am Heedbrink in Hörde eingerüstet und von Baustellenabsperrungen umgeben. Ende des Jahres aber soll das stattliche Gebäude fertig werden. Und dann wird es nicht einfach nur ein Neubau sein, wie Boris Deuter, Vorstandschef von der gws-Wohnen Dortmund-Süd eG, betont. Sondern ein letzter großer Baustein für ein neues, schönes Quartier.

Mit einem besonderen Konzept will die Bauherrin das Viertel aufwerten: Der Komplex mit Wohnungen für Singles, Zwei- und Drei-Personen-Haushalte soll Nachbarschaft und generationsübergreifendes Miteinander fördern. Auch eine Kindertagesstätte gehört zu dem Mehrgenerationenhaus.

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Auf dem Nachbargrundstück hat die gws-Wohnen bereits ein Seniorenwohnheim fertiggestellt. Das gesamte Viertel sei in den vergangenen Jahren modernisiert worden, so Boris Deuter. Das Projekt mit 51 Wohnungen auf der Ecke Am Heedbrink/Ermlinghofer Straße bilde den „letzten Lückenschluss“. Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris (SPD) begrüßt das Vorhaben, es sein ein Gewinn für Hörde.

Boris Deuter, Vorstand der gws-Wohnen Dortmund-Süd eG

Boris Deuter, Vorstand der gws-Wohnen Dortmund-Süd eG © Markus Steuer Fotografie

„Wir möchten mit diesem Projekt vor allem Menschen ansprechen, die in nachbarschaftlichen Strukturen wohnen möchten, nicht in Anonymität“, sagt Boris Deuter.

Wenn Anfang nächsten Jahres die Mieter einziehen, sollen sie sich möglichst schon kennen und Lust haben auf gemeinsame Veranstaltungen, Feiern und Unternehmungen. Dann ergibt sich gegenseitige Unterstützung ganz von allein, so ein Grundgedanke.

Moderatorin organisiert das Kennenlernen im Vorfeld

Damit das alles gelingt, hat die Wohngenossenschaft bereits im Vorfeld eine Moderatorin für den Prozess eingebunden. Birgit Pohlmann hat für die neuen Mieter und Interessenten schon etliche Zusammenkünfte und Quartiersrundgänge organisiert. „So können die zukünftigen Bewohner schon einmal das Viertel und ihre neuen Nachbarn kennenlernen“, sagt die Diplom-Ingenieurin.

Zurzeit ruhen die Aktivitäten wegen der Corona-Krise allerdings weitgehend. „Das ist sehr schade, denn bei einem so jungen Projekt ist es schwieriger, wieder anzuknüpfen.“ Sie hofft, dass die Treffen bald wieder stattfinden können, notfalls virtuell.

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Mehr als die Hälfte der Interessenten komme aus der Umgebung. Vor allem die älteren Mieter suchten ein neues Zuhause ohne Treppen, in dem sie lange wohnen können. „Die Barrierearmut spielt für viele eine große Rolle.“

Entscheidend sei aber auch die Gemeinsamkeit: „Zu wissen, mit wem man zusammenwohnt, auch einfach mal beim Nachbarn klingeln und sich austauschen zu können, ist wichtig“, sagt die Nachbarschaftslotsin.

Ende des Jahres soll der Neubaukomplex fertig sein.

Ende des Jahres soll der Neubaukomplex fertig sein. © Susanne Riese

Weil das Projekt vom Miteinander lebt, gibt es einen Gemeinschaftsraum für Aktivitäten, Feiern und Treffen, ebenso einen kleinen Gemeinschaftsgarten im Innenhof. Den größten Teil der Außenfläche wird die Kita nutzen.

20 Interessenten haben bereits fest zugesagt.

Alle 51 Wohnungen sind barrierearm, über einen Aufzug erreichbar und haben einen Balkon oder eine Terrasse. Sie sind zwischen 42 und knapp 100 Quadratmeter groß. Ein Laubengang auf der Vorderseite verbindet die Eingänge, eine Tiefgarage unter dem viergeschossigen Komplex bietet Platz für rund 50 Pkw.

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Die Mietpreis für die frei finanzierten Wohnungen soll bei rund 10 Euro pro Quadratmeter liegen, im Obergeschoss werden laut Boris Deuter fünf bis sechs Wohnungen mit großen Dachterrassen zu einem Preis von 12,30 Euro pro Quadratmeter angeboten.

In das Erdgeschoss zieht der Katholische Kindergarten Herz-Jesu aus der Ermlinghofer Straße ein. Der Träger, die Kath. Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet gGmbH, war schon länger auf der Suche nach neuen Räumen.

Die gws-Wohnen

  • Die gws-Wohnen Dortmund-Süd eG hat eine Geschäftsstelle Am Schallacker 23 in Hörde.
  • Informationen unter Tel. (0231) 9 41 31 40, E-Mail gws@gws-wohnen.de
  • Die gws-Wohnen hat 3650 Wohnungen in Dortmund, rund 2000 davon im Stadtbezirk Hörde.
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