Neue Brücke über die B1: Radfahrer warten auf eigenen Fahrweg

hzB1-Ausbau

Die Brücke am Buddenacker, die über die B1 führt, ist fertig. Während Autos freie Fahrt haben, ist es für Radfahrer und Fußgänger schwieriger: Ihr Weg ist noch nicht fertig.

von Nicola Schubert

Aplerbeck

, 12.08.2020, 04:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Heix ist genervt: Der Rad- und Fußweg auf der neuen Brücke am Buddenacker, die über die B1 führt, ist im Prinzip fast fertig. Der Asphalt liegt glatt auf den Wegen links und rechts der Brücke, die Bordsteine sind abgesenkt.

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Aber: Markierungen und Schilder fehlen. „Wenn ich hier fahre, bin ich nicht im Recht. Dann kann mich die Polizei verwarnen.“ Zudem sind auch die Hinführungen zu den Radwegen unklar: Wie kann man zu- und abfahren? Deshalb fährt der Aplerbecker auf der Auto-Fahrbahn.

Einspurige Fahrbahn schwierig für Radfahrer

Nicht nur er macht das so. Auch andere Radfahrer nutzen die einspurige Fahrbahn in Richtung Neuasseln. Ein Rennradfahrer hat Glück: Genau zu dem Zeitpunkt, zu dem er die Brücke überquert, kommt kein anderes Gefährt.

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„Wenn Sie da fahren, kann Sie niemand überholen. Dann machen die Autos von hinten Druck“, sagt Wolfgang Heix. Der 63-Jährige ist fast täglich von Aplerbeck zu seiner Tochter nach Hohenbuschei unterwegs.

Fahrbahn ist für alle da

Allerdings macht er alles richtig damit, auf der Fahrbahn zu fahren, denn die ist zunächst einmal für alle da. Das sagt auch der Radfahr- und Fußgängerbeauftragte der Stadt Dortmund Fabian Menke. „Viele vergessen das, aber Radfahrer dürfen auch auf der Straße fahren. Paragraph eins der Straßenverkehrsordnung: gegenseitige Rücksichtnahme.“

Wolfgang Heix wünscht sich, dass der Radweg an der B1 schnell kommt.

Wolfgang Heix wünscht sich, dass der Radweg an der B1 schnell kommt. © Nicola Schubert

Menke kennt die Situation am Buddenacker: „Katastrophe“. Es habe bereits diverse Beschwerden gegeben. Aber der Stadt sind die Hände gebunden. „Wir haben laufend Gespräche mit Straßen-NRW, die auch in diesem Fall Baulastträger sind. Nicht immer können wir uns einigen.“

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Die Stadt Dortmund und Straßen.NRW haben oft unterschiedliche Vorstellungen, wie die Wegeführung aussehen solle. Gerade im Bereich der Fahrradwege. „Die Standards sind da unterschiedlich“, sagt Menke. Straßen.NRW indes ist schwer zu erreichen. „Da wird gerade umstrukturiert. Auch wir kriegen kaum jemanden ans Telefon.“

Arbeiten gehen erst Anfang 2021 weiter

Die ausführende Baufirma Deges reagiert auf eine Anfrage mit einer E-Mail: „Für die verkehrsrechtliche Inbetriebnahme des Radweges müssen noch die Kreuzungen und Ampelanlagen an der Schleefstraße/Köln-Berliner-Straße sowie an der Buddenacker/B1-Auf- und Abfahrtsrampe in Fahrtrichtung Dortmund umgebaut werden.

An dieser Stelle sind die Autofahrer mit 50 km/h unterwegs.

An dieser Stelle sind die Autofahrer mit 50 km/h unterwegs. © Nicola Schubert

Darüber hinaus müssen die Radwege weiter Richtung Norden entlang der Buddenacker und in Richtung Süden entlang der Straße Köln-Berliner-Straße ausgebaut werden. „Diese Arbeiten werden zusammen mit dem Ausbau der Autobahnanschlussstelle Do-Sölde ab Anfang 2021 ausgeführt.“

So lange muss sich Wolfgang Heix also noch gedulden, ebenso Fabian Menke.

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