Neue Jünger für den heiligen Florian

Feuerwehr startet Werbekampagne

17.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Jörg Müssig steht des öfteren vor dem Richter. Als Rechtsanwalt kommt so was ja auch vor. Nur was wäre, wenn der Verteidiger plötzlich fluchtartig den Gerichtssaal verließe? ?Ich glaube kaum, dass der Vorsitzende dafür Verständnis hätte?, sagt Müssig. ?Aber etwas mehr Anerkennung für unsere Arbeit wäre schon angebracht.? Mit ?unserer Arbeit? meint der Anwalt die Freiwillige Feuerwehr, der er seit vielen Jahren angehört, und die in Dortmund mit einem Nachwuchsproblem zu kämpfen hat: ?Dort, wo es keine Jugendfeuerwehren gibt, ist es besonders schlimm. Aber generell fehlen uns qualifizierte Kräfte zwischen 18 und 40 Jahren?, weiß Amtsleiter Klaus Schäfer. Mit einer Imagekampagne will sich die Feuerwehr nun genau um solche Kräfte bemühen ? und gleichzeitig um mehr Verständnis und Anerkennung bei den Vorgesetzten werben. ?Es kann ja passieren, dass mal einer von der Arbeit wegläuft. Und wenn deshalb ein Projekt oder eine Baustelle nicht fertig wird, ist das in der heutigen Zeit ärgerlich.? Dennoch wünscht sich Schäfer, dass sich dieser Zustand ändert: ?Hier wird mehr geleistet als in einem normalen Hobby.? Einmal pro Woche vier Stunden Übung, dazu regelmäßige Lehrgänge und Nachtbereitschaft: ?Als Feuerwehrmann ist man Teil einer Elite, und dafür verdient man Respekt.? In Dortmund kann die Berufsfeuerwehr ad hoc 150 Leute mobilisieren. ?Die Freiwilligen schaffen nochmal das doppelte?, unterstreicht Schäfer die Bedeutung des Ehrenamtes. Und das soll nach Möglichkeit so bleiben, weshalb die Mitglieder-Kampagne ?Und trotzdem fehlt dir was? in den nächsten Tagen ganz Dortmund erfasst: Auf Plakaten, Infoscreens und sogar Pizzakartons wird für die Feuerwehr geworben. Jeder Mann und jede Frau mit entsprechender körperlicher Leistungsfähigkeit ist willkommen. Klaus Scharf: ?Wer sein Leben abwechslungsreicher gestalten oder sich in seiner Freizeit engagieren möchte, ist bei uns genau richtig.? dac

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