Bei der Koch-Show „Top Chef Germany“ auf Sat1 treten Profis an. Mit dabei ist Sven Wesholek (26), Sous Chef im Restaurant „Der Schneider“. Im Interview verrät er sein „kulinarisches Ich“.

Dortmund

, 04.05.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als 13-Jähriger während eines Schülerpraktikums entdeckte Sven Wesholek seine Liebe zum Kochberuf und startete im selben Betrieb, dem „Casino“ in Coesfeld, mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Koch. Danach zog es Wesholek ins Ruhrgebiet, wo er in Essen in Sterneküchen kochte.

Seit zweieinhalb Jahren wohnt er in Dortmund und ist seit dem 1. Mai Sous Chef im Restaurant „Der Schneider“ am Gottesacker. Nicht nur dort wird man ihm beide Daumen drücken: denn Sven Wesholek kocht als Jüngster von zwölf Spitzenköchen bei der Sat1-Show „Top Chef Germany“, die ab dem 8. Mai, 20.15 Uhr, immer mittwochs läuft. Jury-Vorsitzender ist kein Geringerer als Eckardt Witzigmann, der Jahrhundertkoch aus Österreich. Bei den Aufzeichnungen sei er sehr nervös gewesen, sagt Wesholek.

Herr Wesholek, wie haben Sie es in die Kochshow geschafft?


Ich habe einen Tipp von einem guten Arbeitskollegen bekommen, der den Aufruf im Internet gesehen und mich aufgefordert hat, mich zu bewerben. Ich habe ihm einen Vogel gezeigt und gesagt: „Ich bin ein kleiner Koch, der mal groß werden will.“ Weil es eine Herausforderung war, habe ich mich am Ende doch beworben.

Welche Hürden gab es dann zu nehmen, um unter die zwölf Ausgewählten zu kommen? Schließlich treten bei „Top Chef Germany“ nur Profis, darunter auch Sterneköche, gegeneinander an.

Ich wurde Ende Januar zum Probekochen eingeladen und durfte mich mit Aromen-Kombinationen beweisen. Außerdem wurde ein Interview geführt, um zu sehen, ob ich für die Kamera geeignet bin.

Neue Sat1-Show: Ist Sven (26) aus Dortmund Deutschlands bester Koch?

Sven Wesholek in Aktion. Die sechs Folgen der ersten Staffel von „Topf Chef Germany“ wurden bereits abgedreht, teils im Studio in Potsdam, teils im Olympia-Stadion in Berlin. © SAT.1 / André Kowalski

Kennen Sie das Original „Top Chef“, das seit 2006 in den USA läuft?

Vor meiner Bewerbung hatte ich noch nie davon gehört, habe mich dann aber damit auseinandergesetzt.

Hatten Sie keine Sorge, bei einer solchen Sendung möglicherweise ihren Ruf zu verlieren?

Weniger, da ich kein Typ bin, der eine große Klappe hat. Ich stapel lieber tief und überzeuge dann anders.

Werden Sie am 8. Mai vor dem Fernseher sitzen?

Natürlich, aber ich bin schon sehr gespannt, wie ich da rüberkomme.

Macht Sie das nicht nervös, wenn Ihnen beim Kochen immer die Kamera über die Schulter und in den Topf schaut?

Die Nervosität war immer da, vor allem anfangs war ich beim Kochen mit den vielen Kameras um mich herum sehr aufgeregt. Da lässt man sich schnell ablenken. Doch wenn man das erste Mal hinter sich hat und wieder in seinem eigenen Film, dem Kochen, ist, dann blendet man das aus.

Sie mussten wie die anderen alles selbst machen, hatten keine Hilfskräfte. Auch die Kartoffeln mussten Sie selbst schälen . . .

. . . und die Zwiebeln würfeln.

Ist das nicht ungewohnt?

Nein, Auch als Küchenchef und Sous Chef stehe ich den ganzen Tag in der Küche und arbeite mit. Dazu gehört auch das Kücheputzen.

Neue Sat1-Show: Ist Sven (26) aus Dortmund Deutschlands bester Koch?

Hochkonzentriert: Sven Wesholek blendet beim Kochen die Kameras aus. © SAT.1 / André Kowalski

Eine der Aufgaben lautete „Koch dein kulinarisches Ich“. Wie macht man das denn? Was ist Ihr kulinarisches Ich?

Es ist schwer, sich selbst zu beschreiben und das dann auf den Teller zu bringen. Ich habe mich deshalb zuvor mit einer Freundin, einem Coach, zusammengesetzt und die Komponenten ausgearbeitet, die zu mir passen.

Das sind?

Hauptbestandteil meines kulinarischen Ichs ist das Reh. Ich bin ein bisschen schüchtern und zurückhaltend, werde aber zutraulich und locker, wenn ich mich wohlfühle. Als verletzliche Seite habe ich eine Hollandaise mit Blaubeeren zubereitet und für die Grundlage, das Bodenständige, ein Maronenpüree. Ein Radiccio-Kompott, süß-sauer und bitter abgeschmeckt, steht für die nicht so schönen Momente im Leben, aus denen man aber auch Lebenserfahrung mitnimmt, die einen im Leben weiterbringt.

Wo haben Sie als Koch gearbeitet?

Nach der Ausbildung im Restaurant „Casino“ in Coesfeld wurde ich zur bestandenen Prüfung von meiner Tante zum Essen in das „Résidence“ in Essen-Kettwig eingeladen. Die hatten zwei Sterne. Da habe ich gedacht, „So willst du kochen“. Das ist nicht nur ein Essen, sondern ein Erlebnis. Ich habe mich dort beworben und dort fünf Jahre gekocht, die letzten beiden Jahre als Sous Chef, bis das „Résidence“ geschlossen hat. 2017 habe ich meinen Küchenmeister gemacht und dann im August 2017 im „Restaurant Schote“ von Nelson Müller in Essen als Küchenchef gearbeitet. Seit Mai arbeite ich als Sous Chef im Restaurant „Der Schneider“ in Dortmund.

Was essen Sie selbst am liebsten?

Richtig schöne Hausmannskost. Gulasch mit Nudeln und Grünkohl-Eintopf. Da könnte ich mich in den Topf setzen; denn das ist mit Emotionen an zuhause verbunden.

Wie weit haben Sie es in dem Wettbewerb geschafft?

(Lacht). Die Dortmunder dürfen gespannt sein.

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