Neue Sucht-Klinik am Rombergpark - Stadt beruhigt die Anwohner

hzKlinik-Neubau

Dortmund bekommt eine weitere Reha-Klinik: Am Rombergpark soll eine neue Klinik mit 250 Betten gebaut werden. Geplant ist die Klinik für eine ganz spezielle Klientel.

Dortmund

, 28.05.2019, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise sehen sich die Wirtschaftsförderer Dortmunds gern in einer Reihe mit Berlin, London, München oder Frankfurt. Jetzt freuen sie sich über die Gesellschaft von Furth im Wald, Bad Fredeburg und Bad Füssing. Das sind Klinikstandorte der Johannesbad Gruppe, einem Spezialisten für den Betrieb von Reha-Kliniken. Und die wird nun auch in Dortmund sesshaft.

Der Plan: Auf dem Gelände des Berufsförderungswerks in Hacheney, am Rande des Botanischen Gartens Rombergpark, soll ein Klinikneubau mit 250 Betten entstehen.

Brücke in das Berufsleben

Hier sollen Suchtkranke behandelt werden, die bereits eine erfolgreiche Entgiftungstherapie absolviert haben, und nun zurück in den Beruf wollen. „Wir bauen eine Brücke zurück in das Berufsleben“, erklärt Dr. York Dhein der Vorstandsvorsitzende der Johannesbad Gruppe mit Sitz im bayrischen Bad Füssing.

Die Standortwahl ist kein Zufall: Schon seit 2018 kooperiert doe Johannesbad Fachklinik Fredeburg mit dem Berufsförderungswerk (BFW) in Hacheney, um auch die berufliche Rehabilitation von Suchtkranken voranzutreiben. Bis zu 32 Patienten sind dazu im Wohnheim des BFW untergebracht.

Neue Sucht-Klinik am Rombergpark - Stadt beruhigt die Anwohner

Das Geländes des Berufsförderungswerks in Hacheney grenzt direkt an den Botanischen Garten Rombergpark und den Zoo. Die Rehaklinik soll auf dem Parkplatz (links im Bild) entstehen. © Oskar Neubauer

Dieser Ansatz wird nun mit dem Klinik-Neubau ausgebaut, der auf dem Gelände des BFW entstehen soll. Hier sollen bis zu 250 Menschen behandelt werden, die bereits eine erfolgreiche Therapie im Umgang mit legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamenten hinter sich haben.

„Wir bringen Medizin und Therapie mit, das Berufsförderungwerk die berufliche Wiedereingliederung“, erklärt Dr. Dieter Geyer, Chefarzt der Johannesbad Klinik Fredeburg.

Die Klinik zieht dazu vom sauerländischen Schmallenberg nach Dortmund um. Ohnehin kommen viele Patienten dort aus Dortmund und dem Ruhrgebiet. „Hier kommen wir in die Nähe der Menschen“, freut sich York Dhein. Durchschnittlich acht bis 15 Wochen verbringen die Patienten in der Klinik.

Wie groß der Bedarf an Therapieplätzen ist, zeigt der Dortmunder Suchtbericht. 25.000 Menschen in der Stadt gelten demnach als alkoholkrank, 11.000 als medikamentenabhängig.

100 neue Arbeitsplätze

Nicht zuletzt bringt die Klinik 100 zusätzliche Arbeitsplätze nach Dortmund - sehr zur Freude von Thomas Westphal als Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, die das Vorhaben mit eingefädelt hat. „Schon jetzt ist die Gesundheits- und Sozialwirtschaft mit fast 40.000 Jobs eine der größten Arbeitgeber in der Stadt“, stellt Westphal fest.

Den Standort für die neue Reha-Klinik in Hacheney hält Westphal ebenso wie Planungsdezernent Ludger Wilde für ideal. Er sei vor allem mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr gut erschlossen. „Die Verkehrsbelastung hält sich in Grenzen“, sagte Wilde bei der Vorstellung des Projekts. „Die Bürger in Hacheney müssen keine Nachteile durch die Einrichtung fürchten.“

Parkhaus als Ersatz

Der sieben- bis achtgeschossige Neubau entsteht auf dem bisherigen, rund 7000 Quadratmeter großen Parkplatz des BHW an der Hacheneyer Straße. Als Ersatz erweitert das BHW die dahinterliegende Parkpalette zu einem Parkhaus.

Neue Sucht-Klinik am Rombergpark - Stadt beruhigt die Anwohner

Der Klinik-Neubau (l.) mit den übrigen BFW-Gebäude im Modell. Weiß dargestellt ist das neue Parkhaus. © Oliver Volmerich

40 Millionen Euro investiert die Johannesbad Gruppe in das Projekt. Baubeginn soll im Jahr 2020, Eröffnung im Jahr 2022 sein, kündigt Dr. York Dhein an.

Zuvor müssen noch die planerischen Weichen mit einem beschleunigten Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans gestellt werden. „Wir wollen die Menschen vor Ort mitnehmen“, verspricht Hördes Bezirksbürgermeister Sascha Hilgeris. Am 9. Juli soll dazu unter anderem eine Bürger-Informationsveranstaltung stattfinden. Hilgeris ist aber optimistisch, dass das Vorhaben ebenso positiv aufgenommen wird wie von der örtlichen Politik. Eigentlich, ist Hillgeris überzeugt, „kann man gar nicht gegen das Projekt sein.“

Das ist die Johannes Bad-Gruppe

Großer Dienstleister in der Reha-Branche

  • Die Johannesbad Gruppe, die die Klinik in Hacheney bauen und betreiben will, gehört zu den größten Rehabilitationsanbietern in Deutschland.
  • Das familiengeführte Unternehmen betreibt aktuell neun Fach- und Reha-Kliniken, sieben Hotels, vier medizinische Fachschulen und die Johannesbad Therme in Bad Füssing.
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