Intelligente Straßenbeleuchtung sorgt für Verwunderung bei Bürgern in Brackel

hzStadtweite Modernisierung

Bis Ende 2024 sollen im Stadtgebiet Dortmund rund 24600 Straßenleuchten erneuert werden. Mancherorts ruft die moderne Lichttechnik allerdings den Unmut der Anwohner hervor.

Brackel

, 07.12.2019, 09:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine höhere Energieersparnis, eine Steigerung der Verkehrssicherheit und drahtlose Kommunikation - die Vorteile der neuen Dortmunder Straßenbeleuchtung sind vielseitig. Dennoch sind nicht alle Bürger von der Modernisierung begeistert.

„Bei uns in der Rütlistraße sind die neuen Straßenlaternen so dunkel, dass man die Autos auf der anliegenden Straße nicht mehr sehen kann, wenn man aus dem Fenster schaut“, berichtet Wolfgang Mittelstädt. In den sozialen Medien häufen sich ebenfalls Kommentare, die ähnliche Beobachtungen schildern.

„Fühlt sich an als würde man in eine Taschenlampe schauen“

So beklagt auch Andreas Buchholz die Zunahme dunkler Straßenzüge: „Die neuen LED-Lampen beleuchten nur noch einen gewissen Punkt der Straße. Bei den alten Laternen war der Lichtkegel deutlich größer.“

Die Idee, durch eine neue Straßenbeleuchtung zusätzlichen Strom zu sparen, sei grundsätzlich gut, allerdings sei die Umsetzung nicht glücklich.

„Der kleinere Leuchtkegel und die kältere Lichtfarbe führen dazu, dass man teilweise im eigenen Schlafzimmer das Gefühl hat in eine Taschenlampe zu schauen“, so Buchholz weiter.

Derartige Eindrücke könne man nachvollziehen, unterstreicht der zuständige Fachkoordinator für die Straßenbeleuchtung Meinolf Pflug. Allerdings habe sowohl der kleinere Lichtkegel als auch das kältere Licht seine Begründung:

„Die eigentliche Aufgabe der Laternen ist die Beleuchtung der Verkehrsfläche. Durch die kleineren Lichtkegel werden die notwendigen Flächen konzentrierter ausgeleuchtet, woraus eine höhere Verkehrssicherung resultiert.“

Kaltes Licht sorgt für höhere Effizienz

Das kältere Licht sei darauf zurückzuführen, dass man nun mit einer Farbtemperatur von 4000 Kelvin arbeite. „Vorher waren es maximal 3000 Kelvin. Insgesamt sind die neuen LED-Lampen einfach wesentlich effizienter“, betont der Fachkoordinator.

Intelligente Straßenbeleuchtung sorgt für Verwunderung bei Bürgern in Brackel

Die alten Straßenlaternen sorgten für eine weite Streuung des Lichts. Durch die Konzentration der neuen Lichtkegel auf bestimmte Punkte verspricht sich die Stadt eine erhöhte Verkehrssicherheit. © Marius Paul

Man könne verstehen, dass die Modernisierung für einige Bürger zunächst große Veränderungen bedeute, die Stadt verspreche sich von der intelligenten Straßenbeleuchtung jedoch erhebliche Vorteile im Arbeitsablauf, so David Obenaus vom mit der Betriebsführung beauftragten Konsortium Straßenbeleuchtung Dortmund, kurz „Strabeldo“.

Straßenlaternen werden per Funk bedient

„Dadurch, dass wir die Lichtmasten gezielt per Funk steuern können, ist es möglich, die Beleuchtung an das Verkehrsaufkommen anzupassen“, erklärt der Experte.

Darüber hinaus können die Laternen eigenständig einen Defekt melden. Außerdem steht den Bürgern die App „Störung24“ zur Verfügung, um auftretende Probleme direkt an das zuständige Reparatur-Team weiterzuleiten.

Intelligente Straßenbeleuchtung sorgt für Verwunderung bei Bürgern in Brackel

In der App können Bürger einzelne Straßenlaternen auswählen und anschließend aus einem Katalog die entsprechende Meldung an das Reparaturen-Team weitergeben. © Screenshot App

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