Neue Wohnungen im Stadtteil - Projekt schafft 38 Mal ein neues Zuhause

hzBaubeginn angekündigt

Es war klar: Vor Mitte 2020 wird sich nichts tun, aber nun ist Herbst und noch immer ist an der Zillestraße nichts zu sehen vom angekündigten Wohnprojekt. Haben sich die Pläne geändert?

Renninghausen

, 13.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Spar- und Bauverein hatte 2019 angekündigt, an der Zillestraße auf der knapp 6000 Quadratmeter großen Brachfläche bauen zu wollen. Nicht irgendwas, sondern eine für Dortmund ganz neue Wohnform verwirklichen. Doch auch jetzt, im Herbst 2020, ist davon noch nichts zu sehen. Geändert haben sich die Pläne aber nicht, sondern das Projekt verzögert sich lediglich - auch wegen personeller Engpässe und Unwägbarkeiten durch die Corona-Pandemie bei der Erschließung des Geländes.

So sah die Fläche an der Zillestraße im September 2019 aus. In der Zwischenzeit sind zwar Bäume gefällt worden, gebaut wurde aber noch nichts.

So sah die Fläche im September 2019 aus. In der Zwischenzeit sind zwar Bäume gefällt worden, gebaut wurde aber noch nichts. © Oliver Schaper

Insgesamt 38 Wohnungen sollen nun ab 2021 an der Zillestraße gebaut werden. Der Spar- und Bauverein verfolgt nach eigenen Angaben als Bauherr hier gleich zwei Ziele: Zum einen gehe es um eine Anbindung und abschließende Planung mit dem nahegelegenen Wohnprojekt, in dem seit zehn Jahren erfolgreich das gemeinsame Wohnen mehrerer Generationen umgesetzt werde.

Andererseits schaffe man eine für Dortmund ganz neue Wohnform: Ein Gebäude mit 14 Wohnungen, die jungen behinderten Menschen ein selbständiges Leben und eigenständiges Wohnen ermöglichen sollen.

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Ulrich Benholz, Prokurist beim Spar- und Bauverein, kann inzwischen den Baustart annähernd in Aussicht stellen, „Die abgeschlossene Erschließung des Baugeländes durch die Stadt Dortmund haben wir für die zweite Hälfte des Jahres 2020 angenommen“, und daraus ergibt sich der Zeitraum eines möglichen Baubeginns. „Mit dem Baubeginn rechnen wir nun im zweiten Quartal 2021.“

Projekt Zillestraße

Wer einziehen will, muss Mitglied werden

  • Alle Mieter des Spar- und Bauvereins müssen auch Mitglieder in der Genossenschaft sein. Der Eintritt kostet einmalig 1300 Euro.
  • Wer Mieter im neuen Projekt an der Zillestraße werden will, kann sich in der Hauptverwaltung (Kampstraße 51) oder im Service-Center (Studtstraße 9) persönlich informieren. Öffnungszeiten sind montags bis freitags 8 bis 12.30 Uhr sowie montags bis mittwochs auch 14 bis 15.30 Uhr und donnerstags 14 bis 18 Uhr.
  • Die Hauptverwaltung ist telefonisch unter 0231-182030 oder per Mail an zentrale@sparbau-dortmund.de zu erreichen.

24 Wohnungen werden in vier Gebäuden von der Genossenschaft frei finanziert realisiert und dem Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt. Besonderheit: 16 der Wohnungen werden 4-Zimmer-Wohnungen sein. Gerade Wohnungen mit mehr als drei Zimmern seien ein Engpass auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt und in diesem Segment der Wohnungen für Familien mit Kindern wolle man durch den Neubau an der Zillestraße für Entlastung sorgen.

Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender der größten Dortmunder Wohnungsbaugenossenschaft, sieht in den vielen unterschiedlichen Wohnungszuschnitten und in dem hohen Anteil von 4-Zimmer-Wohnungen noch einen weiteren zeitgemäßen Vorteil.

„Nicht nur den vielen wohnungssuchenden Familien möchten wir damit ein attraktives Angebot machen. Zugleich gewinnen solche Wohn-Modelle nach den Erfahrungen der vergangenen Monate mit Corona an Bedeutung, denn so lassen sich eben ein komfortables Familienleben und Homeoffice gut unter einen Hut bringen“, erklärt Große-Wilde: „Das Notebook auf dem Küchentisch und das spielende Kind daneben sind keine ideale Arbeitssituation – und mit vier Räumen bieten wir da für das sicher vermehrt aufkommende mobile Arbeiten gute Bedingungen.“

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Elterninitiative hat das Projekt mit vorangetrieben

Ein Gebäude wird in Kooperation mit der Elterninitiative „WiO – Wohnen im Ort“ realisiert. In 14 Wohnungen (eine Wohnung für Betreuungspersonal und eine Wohnung als WG für drei junge Menschen) entsteht so für 15 junge Erwachsene ein neues, eigenes Zuhause. Es sind ganz unterschiedliche Behinderungen der jungen Erwachsenen, die hier ein weitgehend selbständiges Leben führen können.

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Die Elterninitiative hat gemeinsam mit dem Spar- und Bauverein das Projekt dieser besonderen Wohnform als Alternative zu den gewohnten Wohnformen für behinderte Menschen angestoßen und vorangetrieben. Franz-Bernd Große-Wilde freut sich auf den baldigen Baubeginn: „Obwohl das Projekt gut zeigt, wie aufwändig solche Projekte sind und mit welchem zeitlichen Vorlauf gerechnet werden muss, zeigt das Projekt an der Zillestraße gut, wie die Genossenschaft im Dortmunder Wohnungsmarkt auch nach über 125 Jahren noch neue Akzente setzt.“

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