Neues Projekt soll Frauen helfen, in Dortmund Fuß zu fassen

hz„Miteinander im Quartier“

Das Werkhof-Projekt hat ein Konzept vorgestellt, das Frauen die Integration in den Stadtteil erleichtern soll. Was das mit dem Abbau von Vorurteilen zu tun hat, erklärt Projektleiterin Groth.

Derne

, 15.07.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir möchten Frauen verschiedenen Alters und kultureller Herkunft zusammenführen“, sagt Christina Groth vom Werkhof-Projekt. Sie ist die Leiterin des Standortes in Derne und stellte mit ihrer Kollegin Jasmin Melzner am Mittwoch (15.7.) das geplante Projekt „Miteinander im Quartier“ vor.

Dazu hatte das gemeinnützige Unternehmen neben verschiedenen Dortmunder Kommunalpolitikern auch die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann (SPD) eingeladen.

„Ich finde das Projekt gut“, sagte Poschmann. „Wir können die Vorurteile zwischen verschiedenen Kulturen nur durch Begegnungen untereinander abbauen.“ Sicher ist die Umsetzung von „Miteinander im Quartier“ aber noch nicht.

Christina Groth und Jasmin Melzner vom Werkhof-Projekt haben den SPD-Politikern ihr Unternehmen und das Projekt "Miteinander im Quartier vorgestellt.

Christina Groth und Jasmin Melzner vom Werkhof-Projekt haben den SPD-Politikern ihr Unternehmen und das Projekt "Miteinander im Quartier vorgestellt. © Tobias Larisch

Das Werkhof-Projekt hat das Projekt, allen voran Marion Hering, die bei dem Termin leider fehlte, ausgearbeitet. Damit hat sich der soziale Bildungsträger auf eine Ausschreibung des Bundes für Projekte zur Stärkung des Zusammenhaltes innerhalb der Bevölkerung beworben.

Das Innenministerium hat dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dafür 210.000 Euro (70.000 Euro pro Jahr) zur Verfügung gestellt. Insgesamt würde das Projekt, wenn alle Kosten abgedeckt werden sollten, laut Groth für die geplante Dauer von drei Jahren 258.000 (86.000 Euro pro Jahr) kosten.

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Da das Werkhof-Projekt nicht in der Lage sei, das erforderliche Eigenkapital selbst aufzubringen, stellte die SPD-Fraktion bei der vergangenen Bezirksvertretung in Scharnhorst einen Antrag auf Unterstützung des Projekts. „Wir sind überzeugt, dass dieses Projekt in Scharnhorst erfolgreich implementiert und durchgeführt werden kann“, hieß es in dem Antrag.

Haushaltsmittel in Höhe von 48.000 Euro (16.000 Euro pro Jahr) sollten dafür als Anschubfinanzierung bereitgestellt werden. Der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

Mit einer Entscheidung, ob „Miteinander im Quartier“ die Unterstützung des BAMF erhalte und zum geplanten Start am 1. Januar 2021 überhaupt beginnen könnte, könne laut der Bundestagsabgeordneten Poschmann „im Laufe des kommenden Monats“ gerechnet werden.

Migrantinnen möchten sich einbringen

Angesiedelt würde das Projekt in Derne und Scharnhorst, da es dort am nötigsten sei. Zudem gibt es in Derne ein Übergangswohnheim, wo überwiegend Frauen aus Eritrea und anderen afrikanischen Ländern leben.

„Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass sich viele Migrantinnen einbringen wollen, aber nicht wüssten wie“, sagte Groth. „Denen möchten wir mit dem Projekt eine Plattform bieten.“

Konkret sollten gemeinnützige Einrichtungen oder andere Objekte im öffentlichen Raum verschönert und künstlerisch aufgewertet werden. „Wir möchten damit auch deutsche Frauen aus dem Stadtteil ansprechen“, sagt Jasmin Melzner, die selbst über ein Projekt zum Werkhof-Projekt kam und jetzt die Ausbildung im Bereich Farbe/Raum leitet.

Jasmin Melzner (v.l.) vom Werkhof-Projekt, Anja Kirch (SPD), Karin Heiermann (SPD), Christina Groth (Standortleiterin Werkhof-Projekt Derne), Jürgen Schmidt (SPD), Herbert Niehage (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann (SPD) vor den Werkstätten des Werkhof-Projekts.

Jasmin Melzner (v.l.) vom Werkhof-Projekt, Anja Kirch (SPD), Karin Heiermann (SPD), Christina Groth (Standortleiterin Werkhof-Projekt Derne), Jürgen Schmidt (SPD), Herbert Niehage (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Sabine Poschmann (SPD) vor den Werkstätten des Werkhof-Projekts. © Tobias Larisch

Die nötigen Kenntnisse würden den Teilnehmerinnen von den Fachkräften des Werkhof-Projekts vermittelt. Wenn die Verschönerungen fertig wären, würden die Frauen und Mädchen vorgestellt werden. Die Teilnahme sei ab dem Teenageralter erlaubt.

Neben den künstlerischen Aufgaben solle auch das Knüpfen persönlicher Kontakte und der Zugang zu politischen und kultureller Bildung sowie politischem Engagement gefördert werden. Dazu wären auch der Besuch von überregionalen Zielen zur politischen und kulturellen Bildung geplant.

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„Wir möchten als Vermittler zwischen den kulturellen Gruppen dienen“, sagt Christina Groth. „Unsere Idealvorstellung ist, dass daraus Freundschaften und Netzwerke entstehen.“

Poschmann ergänzt: „Das Projekt würde allein dadurch nachhaltig sein, da die Teilnehmerinnen etwas erlernen würden, dass sie nachhaltig gebrauchen könnten.“

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